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Mittwoch, 16.10.2019

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Giftköder gegen Hundekot? Ansbacher Gastwirt erntet Shitstorm

Weil vor seinem Lokal häufig Hundekot lag, drohte der Mann auf Facebook - 09.04.2019 18:15 Uhr

Weil er vor seinem Lokal Giftköder auslegen wollte, legte sich ein Gastronom aus Ansbach mit aufgeregten Hundehaltern an - und zog sogar die Aufmerksamkeit der Ansbacher Polizei auf sich. © Florian Schuh/dpa


"Ab sofort werde ich Gift an meinen Eingängen anbringen" - mit diesen Worten ließ ein Gastronom aus Ansbach am Sonntag seinem Frust freien Lauf. Der Grund für sein Wut-Posting auf Facebook: Immer wieder fand der Restaurantinhaber Hundekot vor seiner Gaststätte in der Uzstraße. Von Hunden, deren Halter sich nicht darum bemüht hatten, die Notdurft ihrer Vierbeiner vor dem fränkischen Lokal zu entfernen.

Frustriert hatte sich der Mann über die Facebook-Seite seines Lokals an seine Gäste gewandt und damit gedroht, das Problem mit Giftködern kurzerhand selbst zu lösen. Sogar die Polizei musste eingreifen und dem Wirt erklären, dass das Auslegen von Giftködern gegen das Tierschutzgesetz verstößt.

Noch am Sonntag ging der Beitrag viral, wurde auf Facebook zigfach geteilt und kommentiert. Zunächst behauptete der Gastronom auf Facebook, sein privates Profil sowie die Seite des Bratwurts-Lokals seien gehackt worden, was "(mehr oder weniger erfolgreich) zu einem 'Shitstorm' geführt" habe.

Der Ruf: ruiniert

Der Ansbacher ruderte zurück, gab den Fehler zu und entschuldigte sich später dafür, sich "unüberlegt ausgedrückt" zu haben. Er betont: "Der Beitrag war eigentlich nicht gegen Hunde, sondern gegen ihre unverantwortlichen Halter gerichtet". Die Entschuldigung kam allerdings zu spät: Das Lokal war auf Facebook und anderen Portalen innerhalb von kürzester Zeit mit negativen Bewertungen überhäuft worden. Der Ruf des Restaurants im Internet: ruiniert.

Inzwischen wurde die Facebook-Seite des Restaurants deaktiviert, das Netz kocht ob des sensiblen Themas. Auch in unserer Facebook-Gruppe "Hundefreunde in Franken" diskutieren User das Thema kontrovers. "Der Ansbacher schießt sich mit so einem Post sowieso selber ins Bein", heißt es dort. Andere verteidigen ihn: "Ich will diesen Menschen mit Sicherheit nicht helfen, doch es geht um eine Existenz". Auf der Seite des Lokals waren noch deutlich schärfere Aussagen zu lesen: Sätze wie "Der muss pleite gehen" oder "Ganz schnell zumachen!" waren keine Seltenheit.

ama

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