Ärger nach der Pandemie

Überraschendes Comeback: Kult-Diskothek kurz vor Wiedereröffnung

Tobi Lang
Tobi Lang

Redakteur

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3.12.2022, 20:33 Uhr
Der "Alpenmax" in Ansbach soll schon bald wiedereröffnen. 

© Alpenmax Der "Alpenmax" in Ansbach soll schon bald wiedereröffnen. 

Kurz vor der Wiedereröffnung traf Feyrüz Zaeteri der Schlag. Eigentlich, sagt der Geschäftsführer des "Alpenmax" in Ansbach, war alles bereit für den Restart nach Corona. "Wir mussten natürlich während der Pandemie wie alle schließen", sagt der Nachtgastronom. Zaeteri hielt sich penibel an alle Auflagen. Im Oktober vergangenen Jahres sollte in dem Kult-Club endlich wieder getanzt werden. "Das Programm war geschrieben, alles war fertig." Doch es kam anders.

Nur wenige Tage vor der Eröffnung wurde Zaeteri "die Bratpfanne übergezogen", wie er sagt. Ihm wurde die Nutzungserlaubnis für den "Alpenmax" entzogen - wegen Brandschutzmängeln in der gesamten Liegenschaft, also dem Gebäudekomplex in der Draisstraße, zu dem auch eine Tiefgarage und ein Ärztehaus gehören. "Da denkt man, man hat mit der Pandemie die schlimmste Zeit überstanden - und dann das."

Disko-Betreiber eiskalt erwischt

Geahnt hat Zaeteri von all dem nichts, und der Ärger darüber ist ihm anzuhören. "Nach einer Begehung hat uns die Bauaufsichtsbehörde gesagt, wir dürfen nicht wieder eröffnen." Mit dabei waren Ingenieure, Techniker, Architekten, der Vermieter - alle wussten Bescheid. Nur der Disko-Betreiber wurde eiskalt erwischt.

"Das hat mich schon umgehauen", sagt Zaeteri etwas mehr als ein Jahr nach der Hiobsbotschaft. Vom Vermieter, einem französischem Unternehmen, fühlt sich der Disko-Betreiber im Stich gelassen. Nur zaghaft ergriff der Maßnahmen, um die Brandschutzmängel zu beheben. Rechnungen wurden erst spät bezahlt, überhaupt fehlte der Nachdruck bei den nötigen Nachbesserungen. Noch immer sind nicht alle Auflagen erfüllt. Und auch von der Stadt kam keine Unterstützung, sagt der Geschäftsführer des "Alpenmax".

"In Kürze" wird im "Alpenmax" wieder gefeiert

Dabei wären sie im "Alpenmax" bereit, sofort wieder Partys zu veranstalten. Selbst wenn Zaeteri auf eigene Kosten umbauen ließe, käme er nicht weiter, denn: Die Nutzung wird nur erlaubt, wenn in der gesamten Liegenschaft alles in Ordnung ist. Und darauf hat der Unternehmer keinen Einfluss. "Wir werden auf jeden Fall versuchen, Schadenersatz zu bekommen." Auch dem angrenzenden Ärztehaus, das zur selben Liegenschaft gehört, drohen ernsthafte Probleme, wenn die Mängel nicht zeitnah behoben sind, glaubt Zaeteri. Die Zeit drängt.

Ansbachs Nachtleben aber darf sich Hoffnungen machen, denn: Schon bald soll wieder gefeiert werden im "Alpenmax", verspricht Zaeteri. Einen konkreten Termin kann er zwar nicht nennen, aber "in Kürze werden wir wiedereröffnen". Dann, wenn die Stadt endlich grünes Licht gibt. "Ich bin erstmals wieder zuversichtlich", sagt Zaeteri. "Ich glaube, dass wir die Wiedereröffnung hinbekommen."