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Samstag, 25.05.2019

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Volles Haus beim Themenabend "Zu gut für die Tonne"

Studentenprojekt zur Lebensmittelrettung fand großen Anklang - 15.05.2019 13:40 Uhr

Kurz vor Beginn war es in den Kammerspielen bereits recht voll, später nutzten die Gäste auch die Treppenstufen und Tische am Rand als Sitzplatz. © FrankenSein


Warum schmeißen wir so viel weg? Und was lässt sich dagegen tun? Diese zwei Fragen standen im Zentrum der Veranstaltung in den Kammerspielen, die von Ansbacher Studenten der Medienfakultät organisiert wurde. Etwa dreißig Prozent der Lebensmittel, die in Deutschland produziert werden, schaffen es nicht bis in den Magen: Sie bleiben auf dem Feld liegen, werden bei der Verarbeitung entsorgt, können im Supermarkt nicht verkauft werden oder der Endverbraucher wirft sie in den Müll.

Was lässt sich dagegen tun? Das wollten die rund 120 Gäste des Themenabends "Zu gut für die Tonne" wissen. Den Abend begann Günes Seyfarth, die Vorsitzende des Vereins Foodsharing München, mit einer Warnung und einem Appell an die Zuhörer: Gerade die Werbung und Social Media würden unseren Blick auf Lebensmittel verändern - zum Schlechteren.

Dort sieht man nicht nur perfekte Bilder von Menschen, sondern auch von Nahrungsmitteln wie Obst und Gemüse. Unterbewusst prägt sich ein, dass ein Apfel glatt, rund und glänzend ist. Da macht ein schon länger in der Obstschale liegendes Exemplar mit braunen Stellen natürlich wenig Appetit.

Was das Mindesthaltbarkeitsdatum bedeutet

Teilweise fehlt auch das nötige Wissen, beispielsweise zum Mindesthaltbarkeitsdatum. Wenn das abläuft, ist ein Produkt nicht unbedingt schlecht. Vieles lässt sich bedenkenlos weiter verzehren. Deswegen forderte Seyfarth die Zuschauer auf, auf ihren eigenen Sinne zu vertrauen und Lebensmittel zu prüfen, statt sie einfach zu entsorgen.

Zum Thema der richtigen Lagerung und Haltbarmachung hatte die Foodsaverin Andrea Greul von der Ansbacher Verteilerstation verschiedene Tipps. Geschnittenes Brot, das zuhause allmählich hart geworden ist, lässt sich beispielsweise mit etwas Öl und Gewürzen in der Pfanne zu Brotchips verwandeln. "Die essen auch Kinder gerne."

Lieber verschenken als wegwerfen

Fährt man in den Urlaub und hat daheim noch Sachen im Kühlschrank, die man nicht mehr rechtzeitig aufbrauchen kann, kann man diese auch verschenken. Organisationen wie foodsharing.de helfen dabei. In vielen größeren Städten bieten sie öffentlich zugängliche Kühlschränke oder Stationen an, an denen solche Nahrungsmittel abgegeben werden können. Weitere Tipps finden sich auf der Website des Veranstalters FrankenSein.

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Mit einem Stand voller aussortierter Lebensmittel war die Ansbacher Verteilerstation an dem Abend vertreten. Andrea Greul berichtete, warum Supermärkte vieles wegschmeißen: Oftmals ist das Mindesthaltbarkeitsdatum eines Produkts abgelaufen und die Supermärkte müssten die Haftung für mögliche Probleme damit tragen. Manchmal ist auch nur eine einzige Kartoffel im Sack schlecht - verkaufen kann man sie dann nicht mehr.

Oder das Sortiment wechselt und es soll Platz für Neues geschaffen werden. Deshalb gab es am Montagabend auch einen ganzen Karton Schokohasen und mehrere Dutzend Tafeln Schokolade mit Frühlingsmotiven zu verschenken, die noch mehrere Monate haltbar sind. "Solche Produkte werden im Idealfall an die Tafeln oder Organisationen wie uns gespendet und weiterverteilt", sagt Greul.

Der Unterschied zwischen Foodsharing und Tafeln liegt übrigens im Zielpublikum. Während bei der Tafel Bedürftige mit mit Bezugsschein einkaufen, sind beim Foodsharing alle Gesellschaftsschichten vertreten. "Uns geht es darum, dass Lebensmittel nicht weggeschmissen werden. Ob da ein Schüler, ein Gutverdiener oder eine Seniorin kommt, ist uns eigentlich egal. Hauptsache, es wird weniger verschwendet", so Seyfarth. 

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