Aus für Böller? Stadtrat in Bayreuth diskutiert Verbotszone

10.10.2019, 06:00 Uhr
Keine Knallerei für bessere Luft - die Deutsche Umwelthilfe hält das in 31 Städten für angebracht.

Keine Knallerei für bessere Luft - die Deutsche Umwelthilfe hält das in 31 Städten für angebracht. © Axel Heimken/dpa

Angeregt wurde das mögliche Verbot vom Verein für Tierrettung Bayreuth und vom örtlichen Tierschutzverein, denn gerade Haus- und Wildtiere leiden extrem unter der Silvesterknallerei. Doch auch für viele Menschen ist das farbenprächtige und eben auch sehr laute Spektakel zum Jahreswechsel eine gehörige Belastung. Vielerorts trauen sich manche Feiernde nicht mehr auf öffentliche Plätze, weil unvernünftige Böller-Fans oft elementare Sicherheitsregeln missachten und teilweise sogar vorsätzlich Kracher in die Menschenmenge werfen.


Sicheres Silvester: Verbotszonen in Nürnberg und Fürth


Auch in der Bayreuther Innenstadt drängeln sich in der Silvesternacht Tausende von Menschen. Mittlerweile gibt es in einer ganzen Reihe von bayerischen Kommunen Sperrzonen für Feuerwerk. In Nürnberg zum Beispiel dürfen auf der Kaiserburg und in einigen umliegenden Straßen und Gassen keine Feuerwerkskörper abgebrannt werden. Der Verbotsbereich ist mit Schildern gekennzeichnet und wird von der Polizei kontrolliert.

Verbot privater Silvesterböllerei beantragt

In München engagierte sich eine Bürgerinitiative für ein flächendeckendes Verbot und erhielt dafür bei den meisten Bürgerversammlungen klare Mehrheiten. Rechtlich bindend waren diese Abstimmungen allerdings nicht. Außerdem hat im Juli dieses Jahres die Deutsche Umwelthilfe (DUH) in 31 Städten ein Verbot privater Silvesterböllerei beantragt – als Maßnahme zur Luftreinhaltung.

Es gehe vor allem um belastete Innenstadtbereiche, unter anderem auch in Nürnberg. "Die Anträge richten sich an die Städte, deren Innenstädte besonders mit Feinstaub belastet sind. Dazu zählt neben Stuttgart, Berlin, Gelsenkirchen oder Köln zum Beispiel auch die Frankenmetropole. Zum Teil gebe es zwar bereits Verbote, aber diese seien noch nicht umfassend genug, argumentiert DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Bereits im Januar hatte die DUH angekündigt, gerade auch mit Blick auf die gesundheitliche Belastung ein Böllerverbot in deutschen Großstädten mit hoher Belastung durchzusetzen – notfalls auch gerichtlich.

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