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Aus Winterschlaf erwacht! Jetzt werden Igel gezählt

Stacheltiere sind im Frühjahr besonders gefährdet - 21.04.2020 09:50 Uhr

"Igel in Bayern" heißt das Bürgerforscher-Projekt des LBV. Mitmachen kann jeder. Jetzt im Frühjahr kommen die Tiere aus dem Winterschlaf und überqueren auf der Suche nach Nahrung Straßen.


Seit 2015 sammeln die Naturschützer mit dem erfolgreichen Bürgerforscher-Projekt "Igel in Bayern" Daten, um mehr über den heimlichen Gartenbewohner herauszufinden.In den bisherigen fünf Projektjahren gingen knapp 90.000 Meldungen mit insgesamt mehr als 115.000 gemeldeten Igeln ein. "Obwohl der Igel flexibel, anpassungsfähig und ein wahrer Überlebenskünstler ist, steht er mittlerweile auf der Vorwarnliste der Roten Liste bedrohter Säugetiere in Bayern.

Seine Gesamtsituation ist bedenklich", so das Fazit der LBV-Igelexpertin Annika Lange.Das sechste Projektjahr soll nun weitere Daten liefern, um Schutzmaßnahmen für den Igel zu entwickeln. Mitmachen ist ganz einfach: jeden lebendigen oder toten Igel unter www.igel-in-bayern.de oder über die praktische Igel-App melden. Wer regelmäßig die gleiche Strecke fährt, kann sich mit einer E-Mail an igel@lbv.de als Igel-Pendler registrieren.

Weibchen sind Langschläfer

Abhängig von Wetter und Standort des Winterquartiers kann der Zeitpunkt des Erwachens ganz unterschiedlich sein. "Die ersten Meldungen von rund 270 in Bayern umherwandernden Igeln haben uns bereits erreicht", sagt Lange. "Langsam sind die meisten Igel wieder richtig aktiv. Einige Tiere können aber noch schlafen, manchmal sogar bis in den Mai." Igelweibchen schlafen dabei meistens länger als Igelmännchen.Insektenfutter ist derzeit noch rar, sodass die Tiere auf ihrer Nahrungssuche zum Teil weite Strecken zurücklegen müssen. Oft muss der Igel dabei gefährliche Straßen überqueren und wird häufig von Autos überfahren. Der LBV bittet deshalb alle Autofahrer an die hungrigen Langschläfer zu denken und langsamer zu fahren, vor allem in der Dämmerung und nachts. "Igel flüchten nicht bei Gefahr, sondern rollen sich zu einem stacheligen Ball. Deshalb einen Igel auf der Straße nach Möglichkeit immer zwischen die Räder nehmen", rät die LBV-Igelexpertin.

Wasser ja, Milch nein

Und wer dem sympathischen Gartenbewohner im eigenen Garten helfen möchte, kann ihm eine Schale Wasser bereitstellen. Solange die Igel in der Natur noch nicht genug Nahrung finden, können sie im Garten kurzfristig auch zugefüttert werden. Am besten eignet sich Katzenfutter, schädlich hingegen ist Milch. "Spätestens Ende April bis Anfang Mai kommen die Igel dann aber problemlos ohne Hilfe zurecht."Igelfreunde, die regelmäßig eine feste Strecke pendeln, können als Igel-Pendler an einem ausführlicheren Projekt mitmachen. Voraussetzung hierfür sind eine regelmäßige Pendelstrecke von über zehn Kilometern mit dem Auto oder Fahrrad sowie die Anmeldung per E-Mail über igel@lbv.de. Mit individueller Pendler-Nummer und einem dazugehörigen Igel-Fahrtenbuch können dann tote Igel auf der angegebenen Strecke gemeldet werden.Anhand dieser Methodik lassen sich von den LBV-Wissenschaftlern detaillierte Vergleiche darüber anstellen, welche Straßen besonders gefährlich für den Igel sind. Aus den Daten können dann unter anderem Aussagen über die Aktivitätszeiten der Igel und die Dichte der Population getroffen und Schutzmaßnahmen eingeleitet werden.

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