50 Prozent mehr Auslastung im Kur- und Kongress-Center ist das Ziel

28.3.2019, 12:24 Uhr
Buchungen des Kur- und Kongress-Centers, Informationen für Touristen und Verkauf von Karten – die Räume direkt am Eingang der Veranstaltungshalle werden derzeit komplett neu gestaltet. Kurdirektor Mike Bernasco hat sein Büro ebenfalls in das Kongress-Center verlegt und sieht den Baufortschritt täglich.

Buchungen des Kur- und Kongress-Centers, Informationen für Touristen und Verkauf von Karten – die Räume direkt am Eingang der Veranstaltungshalle werden derzeit komplett neu gestaltet. Kurdirektor Mike Bernasco hat sein Büro ebenfalls in das Kongress-Center verlegt und sieht den Baufortschritt täglich. © Foto: Stefan Blank

Hier eine Feinheit, dort ein Platz für wichtige Unterlagen. Mike Bernasco hat sein Büro von der Therme ins KKC verlegt. "Es ist besser, wenn wir uns aufteilen", sagt der 45-Jährige. Mit "wir" meint er sich und seine beiden Prokuristen Elke Strebel und Oliver Fink, die er als "wichtige Säulen" bezeichnet und sowohl für ihre Zeit als Interims-Geschäftsführer als auch für die enge Zusammenarbeit lobt. "Sie dürfen davon ausgehen, dass 100 Prozent der Entscheidungen gemeinsam getroffen worden sind. Ich bin froh, dass wir die gleichen Vorstellungen haben."

Marketing-Experte Mike Bernasco, der nach 20 Jahren in der Geschäftsführung der Combi-Verbrauchermärkte zum 1. November aus Ostfriesland nach Bad Windsheim kam, um Geschäftsführer der KKT und der Franken-Therme zu werden, macht einen zufriedenen Eindruck. "Ich fühle mich hier sehr wohl." Die ersten Monate habe er dazu genutzt, um alles genau kennenzulernen. Aber auch, um für sich herauszufinden, ob er sich mit der komplett neuen Aufgabe langfristig anfreunden kann. Sein Ergebnis? "Ich kann jetzt schon sagen, dass ich alles hier langfristig mit diesem Team weiterentwickeln will." Langfristig bedeutet für ihn: "Ich kann mir gut vorstellen, dass das hier meine neue Heimat wird." Der Umzug seiner Lebensgefährtin werde schon vorbereitet.

Langfristig angelegt sind auch seine Pläne für das Kongress-Center, zu dessen Zustand sich Mike Bernasco vorsichtig äußert. Jedenfalls öffentlich. Nach Informationen der WZ wurde in der Sitzung des KKT-Aufsichtsrates dreieinhalb Stunden lang Klartext geredet und bei einem Rundgang aufgezeigt, was an Investitionen dringend nötig ist. "Die Therme ist klar strukturiert. Bei der KKT ist das Potenzial ungemein größer." Und Bernasco weiter: "Ja, es gibt einen Investitionsstau und ich habe den Eindruck, es wurde mehr verwaltet als entwickelt." Ein weiteres Problem: "Es gab tatsächlich Veranstaltungen, die nicht profitabel waren."

Baustellen gibt es also einige: In den vergangenen Wochen wurde nun erst einmal die Organisationsstruktur neu aufgestellt und Personal ausgetauscht. Unter Kurdirektor Bernasco stehen Strebel und Fink und darunter als eine Art Abteilungsleiter Jörg Stämmer als Zuständiger für die Veranstaltungen im und am KKC, Sabine Hahn für alle anderen Veranstaltungen, Johannes Gawehn für die Technik im KKC und Sabrina Masuch für die Tourist-Information.

Ehe das langfristige Ziel, die Auslastung des KKC und dabei vor allem auch der Konferenzräume, in Angriff genommen werden kann, muss "einiges repariert und abgestellt werden, um ordentlich aufgestellt zu sein", sagt Bernasco. Am dringendsten: Erneuerung der Telefonanlage, Investitionen in die technische Ausstattung und die Beleuchtung auf dem Vorplatz. "Wir haben eine lange Liste, die nach Prioritäten abgearbeitet werden muss."

Im vergangenen Jahr wurden 110 Veranstaltungen und Konferenzen an rund 150 Tagen im KKC durchgeführt, Stand März sind derzeit schon 82 gebucht. "Unser langfristiges Ziel – auf so fünf Jahre plus – sind zirka 50 Prozent mehr Veranstaltungen", sagt Bernasco. Zusätzlichen Schwung erhofft sich der Kurdirektor auch von einem Internet-Buchungssystem, das mittelfristig kommen wird.

Zudem sollen Gäste, die mehrere Tage oder Wochen in der Kurstadt sind, mit einer Art Baukasten-System unterschiedliche Angebote kombinieren können. "Alles ist dabei denkbar", sagt Bernasco. Neue Ideen wurden dafür bereits umgesetzt. Friedhofsführungen wird es wieder geben und künftig auch sogenanntes Waldbaden angeboten. Bei dem "absoluten Trend aus Japan", wie Bernasco erzählt, können sich Teilnehmer mit der heilenden Kraft der Natur selbst neu entdecken. Mike Bernasco selbst will das auch ausprobieren. Um seine neue Heimat, die er als "unfassbar lebenswert" bezeichnet, weiter kennenzulernen.

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