Sonntag, 16.05.2021

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60 Sorten zum Tag der fränkischen Bratwurst

Familienbetrieb feiert in diesem Jahr 60. Geburtstag. - 24.07.2020 17:00 Uhr

Jens Hoferer und seine Frau Kathrin brennen für die Bratwurst. 20 Sorten gehören zum normalen Sortiment der Metzgerei Kachler-Hoferer. Am Tag der fränkischen Bratwurst will er 60 anbieten.

23.07.2020 © Foto: Anna Franck


Eine griechische Bratwurst mit Feta, eine Latte Macchiato Bratwurst mit Kaffee-Bohnen, eine mit Bier und eine mit Whiskey: Insgesamt 60 Bratwurst-Sorten hat Metzger Jens Hoferer für den Ehrentag kreiert. Ihn ausgerufen hat der Verein zur Förderung der fränkischen Bratwurstkultur. Weil der jährliche Bratwurstgipfel in Pegnitz, bei dem sonst traditionelle Sorten, aber auch ausgefallene Kreationen verschiedener Metzger präsentiert werden und in einem Wettbewerb gegeneinander antreten, aufgrund der Corona-Pandemie nicht wie gewohnt stattfinden konnte, habe sich der Verein eine Alternative einfallen lassen, erklärt Hoferer. Seit 2014 nimmt er regelmäßig an dem Wettbewerb teil, 2015 wurde er zum Bratwurstkönig gekürt.

Als er vom Tag der fränkischen Bratwurst erfuhr, war er "sofort dabei, denn das hat es noch nicht gegeben". Fränkische Metzgereien lassen sich dafür Aktionen rund um die Bratwurst einfallen. 60 Sorten sind es, weil die Metzgerei heuer ihren 60. Geburtstag feiert. Jens Hoferers Großvater hatte das Unternehmen am 1. April 1960 – "kein Aprilscherz" – gegründet. Seine Familie steht hinter seinen Vorhaben, "da muss man schon Spaß daran finden".

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In den einen ist ein rohes Ei, die anderen sind grob und kräftig gewürzt, die nächsten klein und handlich: Bratwurstsorten gibt es viele, allein in Bayern kann man zwischen mindestens fünf verschiedenen Varianten unterscheiden. Eine Einführung in die Welt des Feinbräts und der Schafseitlinge.


An einem Nachmittag habe Hoferer die Variationen größtenteils zusammengetragen. Manchmal habe er auch "Blitzgedanken", die er dann schnell notieren muss – so war es beispielsweise bei der Pizza-Bratwurst. Besonders die etwas speziellen Sorten werden vorher ausgiebig getestet und die Rezepturen verfeinert. Durch die Teilnahme am Bratwurstgipfel seien über die Jahre viele kuriose Kreationen entstanden. "Man muss ja jedes Jahr etwas Kreatives bieten."

Das Experimentieren macht Hoferer Freude. "So eine Curry-Mango-Bratwurst in einem süß-sauren Zwiebelsud, das ist einfach super. Das passt wie die Faust auf’s Auge". Freilich schmecke nicht jedem Kunden jede Sorte, die Jüngeren seien in der Regel experimentierfreudiger.

Auch Kollegen aus dem Verein zeigen sich hin und wieder skeptisch, beispielsweise bei der spartanischen Bratwurst mit Blaumohn. "Jetzt spinnt er", hätten die gesagt, dann aber doch festgestellt, dass es harmoniert. Über die Jahre hat sich ein Kundenstamm entwickelt. "Manche fahren 50 oder 80 Kilometer zu uns", sagt der Metzger. Bis nach Hamburg seien schon Waren verschickt worden. Die Vorbereitungen laufen nun auf Hochtouren. Gewürze müssen bereitgestellt, das Gemüse geschnippelt werden. Am heutigen Freitag hat Hoferer gegen 3 Uhr morgens mit der Produktion begonnen. "Stündlich hauen wir neue Sorten raus", erklärt der Metzger. Diese sind dann nach und nach im Laden erhältlich – am heutigen Freitag von 11 bis 19 Uhr und am morgigen Samstag von 10 bis 13 Uhr. Im Bratwurstgarten an der Metzgerei können zudem einige Kreationen getestet werden.

Wie gut kennen Sie sich mit Bratwürsten aus?

© Stadt Nürnberg, Birgit Fuder

© Alexander Rüsche/dpa

© Alexander Rüsche/dpa

Frage 1/10:

Wie lang ist eine originale Nürnberger (Rost-)Bratwurst?

"Neun Zentimeter Nürnberg: Eine Kulturgeschichte der Nürnberger Bratwurst", so hieß die Sonderausstellung im Nürnberger Stadtmuseum „Fembohaus“ und erklärte, wie die Geschichte der Bratwurst mit der Geschichte der Stadt Nürnberg verbunden ist.

© Steffen Oliver Riese

© Hagen Gerullis

Frage 2/10:

Welche Rostbratwürste belegten 2012 im Test des ZDF-Verbrauchermagazins "WISO" den ersten Platz?

Die HoWe Wurstwaren KG von Uli Hoeneß gehört zu den führenden Herstellern der Nürnberger Rostbratwurst, die nur in der Stadt Nürnberg nach festgeschriebener und geschützter Rezeptur produziert werden darf.

© Roland Fengler

© Roland Fengler

Frage 3/10:

Auf welches Jahr geht der erste schriftliche Beleg für die Nürnberger Bratwurst zurück?

In der 1313 erlassenen Satzung des Nürnberger Stadtrats wurde zudem ein amtlicher Fleischbeschauer berufen, der von nun an die Dienstbezeichnung "Würstlein" trug.

© Roland Fengler

© Roland Fengler

Frage 4/10:

Welches Tier muss für die Nürnberger Bratwurst dran glauben?

Alles Schweinelenden-Brät soll man in die Würste hacken, urteilte der Nürnberger Stadtrat 1313 in einer "Wörschdla-Satzung".

© Roland Fengler

© Roland Fengler

Frage 5/10:

Wo dürfen rohe Eier als Bindemittel in Bratwürsten verwendet werden?

Die Coburger Bratwürste sind einzigen Wörschdla mit rohen Eiern als Zutat in Deutschland. Gewürzt wird mit Salz, Pfeffer, Muskat und Zitrone.

© Roland Fengler

© Roland Fengler

Frage 6/10:

Welche Bratwurst wird klassisch mit Schafsdarm abgefüllt?

Die Nürnberger Bratwurst wird in besonders dünne Schafsdärme abgefüllt. Sie ist kleiner und feiner als die Fränkische und die Coburger Bratwurst.

© Sibylle Neumeier

© Martin Bursch

Frage 7/10:

Was versteht man unter den sogenannten "Blauen Zipfeln"?

Die rohen Fränkischen oder Nürnberger Bratwürste lässt man in einem Sud aus Zwiebeln, Essig, Weißwein, Salz, Zucker bei schwacher Hitze garziehen. Dabei laufen die Bratwürste leicht bläulich an, was namensgebend für die Spezialität ist.

© Sibylle Neumeier

© Sibylle Neumeier

Frage 8/10:

Was passierte mit Nürnberger "Wörschdla", die durch die strengen Qualitätskontrollen fielen?

Bei der Qualität ihrer Bratwürste verstehen die Nürnberger keinen Spaß. Früher wurden mangelhafte Bratwürste in die Pegnitz geworfen.

© Sibylle Neumeier

© Sibylle Neumeier

Frage 9/10:

Wie hoch ist der Fettanteil der Nürnberger Bratwürste?

Mit einem Fettanteil von 35 Prozent sind die Nürnberger Bratwürste nicht gerade für eine Diät geeignet.

© Sibylle Neumeier

© Sibylle Neumeier

Frage 10/10:

Wie viele Rostbratwürste verzehrte der inhaftierte Stadtrichter Hans Stromer bis zu seinem Tod?

Der Nürnberger Stadtrichter Hans Stromer wurde im Jahr 1554 wegen Spionage und Veruntreuung in den Turm geworfen. Stromer wünschte sich, auf Kosten der Stadt Nürnberg an jedem Tag seiner Kerkerhaft zwei Nürnberger Rostbratwürste zu bekommen. In 38 Jahren verzehrte er rund 28.000 Rostbratwürste.

© Stadt Nürnberg, Birgit Fuder

Eine Herausforderung werden neben der Logistik die Einschätzung der Mengen werden. "Man will ja nicht gleich die Hose runterlassen und direkt ausverkauft sein", sagt Hoferer, zu viel darf es aber auch nicht werden. Wie viele Menschen kommen werden, kann der Metzger schwer einschätzen. Ebenso schwer fällt es ihm, seine persönliche Lieblingssorte zu benennen, wenngleich er die klassische saure Bratwurst "für sein Leben gerne" mag.

ANNA FRANCK

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