Montag, 18.11.2019

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9,6 Millionen Euro investiert: Franken-Therme wird ausgebaut

Erweiterung im Zeitplan und geheimnisvolles Novum - 01.11.2019 11:53 Uhr

Landrat Helmut Weiß, Bürgermeister Bernhard Kisch, Kurdirektor Mike Bernasco und MdL Hans Herold ließen sich vom Stadtbaumeister Thomas Geismann (v. r.) über den Baufortschritt der Thermenerweiterung an der neuen Badehalle informieren. © Harald Munzinger


Während dies Kurdirektor Mike Bernasco noch geheimnisvoll "verpackt", lud er zur Besichtigung der aktuellen Erweiterung der im Dezember 2005 eröffneten Therme am Rand von Kurstadt und Kurpark ein. Zwar wurden in diesen 14 Jahren immer wieder Angebot und Service für die Besucher aus einem sich immer weiter ausdehnenden Einzugsgebiet erweitert und verbessert, doch zeichnen sich nun schon deutlich die neuerlichen Modernisierungs- und Erweiterungsmaßnahmen ab. Diese nahmen mit Bad Windsheims Bürgermeister Bernhard Kisch und Stadtbaumeister Thomas Geismann der Landtagsabgeordnete Hans Herold und Landrat Helmut Weiß in Augenschein.

Seit April werden die Pläne für den Bau eines weiteren 12-Prozent-Schwebebeckens, eines weiteren Außenbeckens mit 1,5-prozentiger Sole, eines neuen Salzseezugangs sowie die Erweiterung der Umkleiden und Spinde umgesetzt. Im Projektpaket mit einer Investitionssumme von rund 9.6 Millionen Euro ist zudem die Trennung der Wasserkreisläufe des Salzsees sowie die Entwicklung des Bademantelganges zum "Sole-Erlebnis" enthalten.

Bürgermeister Kisch und Kurdirektor Bernasco würdigten die Unterstützung durch die Wirtschaftsförderung des Freistaates. Für Landrat Weiß und MdL Herold waren ebenso wie quer durch die Kreistagsfraktionen auch die Zuschüsse des Landkreises in ein "Leuchtturmprojekt" in der Region investiert, das in die Wirtschaft wie auch in den Tourismus ausstrahlt.

Trotz Baustelle deutliches Besucherplus

Dass mit dem Betrieb der Therme über 100 Arbeitsplätze verbunden sind und sie sich mittelbar auch auf die örtlichen Unternehmen auswirke, unterstrich Mike Bernasco unter anderem mit dem Hinweis auf zwei neue Hotels und ein weiteres in Planung deren Bedeutung für die Stadt und ihr Umland. Er freute sich, dass sich die umfangreiche Baumaßnahme nicht negativ auf den Besuch auswirkte, man im Gegenteil sogar ein Plus von 10.000 Gästen gegenüber dem Vorjahreszeitraum aufweise, was gegenüber den 435.000 Besuchern 2018 eine neuerliche Steigerung erwarten lässt. Zudem beobachtete er ein reges Interesse der Gäste an der Bautätigkeit: "Die Leute freuen sich daran".

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Die Resonanz sei bisher durchweg positiv. Über den Baufortschritt im Zeitplan informierte Stadtbaumeister Geismann bei einer Besichtigung des entstehenden neuen 12 Prozent Solebeckens, das höher angelegt ist und damit nach schwärmerischer Schilderung des Bürgermeisters den Blick in die reizvolle Landschaft hin zu den Steigerwaldausläufern ermöglicht. Dass außer dem Bau der Becken Holz der dominierende Baustoff sei, erklärte Geismann damit, dass andere Materialien bei der aggressiven Sole nicht verwendet werden könnten.

Als ideal erweise sich die additive Bauweise, die Erweiterungen ohne Eingriffe in die Bausubstanz ermögliche. Ende nächsten Jahres soll die Erweiterung der Therme mit dem Ziel, deren Erlebniswert für die Gäste aus dem 100 Kilometer weiten Umkreis noch zu steigern.

Leuchtturm mit starker Strahlkraft

Dabei geht es nicht nur um den Erholungsfaktor, sondern auch um die Wirkung des komplett barrierefreien Thermenbesuches auf die Gesundheit. Wirkt doch die Sole lindernd und auch heilend bei Gelenkbeschwerden sowie Hauterkrankungen und befreit die Atemwege, steigert das Wohlbefinden. Ohne erst zum "Toten Meer" fliegen zu müssen, wie Bad Windsheims Bürgermeister gerne mit diesem "fränkischen Pfund" für den Gesundheitsfaktor Umwelt wuchert.

Die Therme soll unter anderem einen neuen Salzseezugang erhalten. © Stefan Blank


Man leiste damit einen erheblichen Beitrag zur "Gesundheitsregion plus" betonte Kurdirektor Mike Bernasko, der ankündigte, dass die Lichttherapie wieder aktiviert, die Sole in einem "Gang der Sinne" erlebbar gemacht und die medizinische Kompetenz noch weiter gestärkt werden solle. Mit dem Badearzt wurde erst der Anfang gemacht.

Von der Begeisterung der langjährigen Landtagspräsidentin Barbara Stamm als Thermengast berichtete der Abgeordnete Hans Herold, beeindruckt von den "gigantischen" 450.000 Badegästen im Jahr. Mit Landrat Helmut Weiß stimmte er in der Beurteilung überein, wie wichtig die "Franken-Therme" für die gesamte Region sei. Beide gingen auf die Strahlkraft dieses Leuchtturmprojektes weit über den Landkreis hinaus, das für "mehr Erlebnisse" in der Imagekampagne der "Mehrregion" stehe. Diese müsse noch mehr vermarktet, die Lebensqualität im Landkreis im Ballungsraum noch mehr publik gemacht werden, so Weiß, der ihn damit für Fachkräfte attraktiv gemacht wissen will.

Die nach aktueller IHK-Erhebung zu 75 Prozent im Landkreis zufriedene mittelständische Wirtschaft reicht ihm nicht. 80 bis 90 Prozent müssten das Ziel sein, ließ er sich von dem beim "Baustellentermin" deutlich gemachten Ehrgeiz eines maximalen Leistungsspektrums gerne anstecken.

Harald J. Munzinger

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