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Aischquelle: Weg des Wassers bleibt unergründbar

Willi Wendzel übt Kritik an der Ursachenforschung für das Versiegen der Aischquelle. - 22.01.2020 10:00 Uhr

Das im Gips-Abbaugebiet abgepumpte Wasser wird östlich des Areals in den Sulzbach geleitet. © Privat


Für Wendzel liegt ein Zusammenhang des Versiegens der Quelle mit dem Gipsabbau nördlich von Burgbernheim auf der Hand, dafür spricht nach seiner Einschätzung nicht nur die räumliche Nähe und die zeitliche Verknüpfung. Seit dem Frühjahr wird Gips abgebaut, seit Frühsommer wurden auch seitens des Wasserwirtschaftsamtes Veränderungen an der Quelle registriert, die anfangs von einer Trübung des Wassers bis hin zur starken Algenbildung reichten. Zwar will Wendzel die als mögliche Begründung für das Versiegen ins Feld geführte Trockenheit der vergangenen Jahre nicht bestreiten. Ob diese aber für die ausbleibende Wasserschüttung der Quelle verantwortlich ist, stellt er infrage. Denn Nebenbäche der Aisch seien nicht ausgetrocknet, darüber hinaus verweist er auf das Grundwasser, das im Abbaubereich abgepumpt werden muss.

Beschönigende Angabe

Auf ein Volumen von maximal 22 Liter pro Sekunde ist die Menge des abgepumpten Wassers einer Pressemitteilung des Landratsamtes zufolge begrenzt. Eine beschönigende Angabe, wie Wendzel findet, der zu bedenken gibt, dass bei der angenommenen Höchstmenge Tag für Tag bis zu 1,9 Millionen Liter Wasser aus dem Areal abgepumpt und östlich der Abbaustelle in den Sulzbach eingeleitet werden. Dieser fließt über den Engerts- und Ainbach nördlich von Illesheim in die Aisch. Würde das Wasser fortlaufend der Aischquelle zugeführt, wäre das Bachbett gefüllt, ist sich Wendzel sicher.

Er wünscht sich einen sofortigen Stopp des Abpumpens und des Gipsabbaus, bis die Ursache für das Versiegen des Wassers eindeutig geklärt ist. Mit der Überprüfung sollte eine neutrale Forschungsstelle wie eine Universität betraut werden, findet er, in jedem Fall sollte eine "außerbayerische Forschungsstelle" bevorzugt werden. Denn dass die Daten von fünf zusätzlich eingerichteten Messstellen durch das Bergamt Nordbayern in Kooperation mit dem Wasserwirtschaftsamt ausgewertet werden, kann er nicht nachvollziehen, ist das Bergamt doch Genehmigungsbehörde für den Abbau. Ohnehin sind ihm die Messstellen ein Dorn im Auge, deren Ergebnisse zunächst bis zum Frühjahr untersucht werden sollen. Das Ergebnis kenne er schon jetzt, wenn die Messung ein Jahr nach Start des Gipsabbaus und damit Pumpbeginns startet.

Viele Fragezeichen

Behördenleiter Thomas Keller hingegen bekennt, froh zu sein, dass nicht nur eine oder zwei Messstellen eingerichtet wurden. Mittels der fünf Standorte soll die Fließrichtung des Wassers zwischen Abbaugebiet und Quelle bestimmt werden, denn lokale Störungen können Keller zufolge nicht ausgeschlossen werden. Wie sich die Wasserbiologie der Aischquelle seit Herbst verändert hat, als die Zustandsklasse auf die vierte von fünf Stufen und damit die Bewertung unbefriedigend abrutschte, kann er mangels Wassers nicht beurteilen. Aus dem gleichen Grund kann auch die Sonde aktuell keine Daten liefern, "jetzt misst sie den Boden". Eingerichtet worden war sie, um mit Ultraschall zu erfassen, wie sich der Grundwasserpegel verhält. Die Hoffnungen der Behörde richteten sich auf das Winterhalbjahr, wenn die Grundwasserstände üblicherweise höher sind, doch der sonst übliche jahreszeitliche Wechsel zwischen trockenem Sommer und niederschlagsreichem Winter wird für Keller durch ausbleibenden Schnee und Regen zunehmend aufgehoben.

Ein Argument, das Willi Wendzel nur bedingt gelten lässt, die Aischquelle sei historisch nachgewiesen eine starke, wasserreiche Quelle. Wert legt er darauf, dass er nicht einen Schuldigen anprangern will, vielmehr ist ihm die Quelle eine echte Herzensangelegenheit. "Es geht mir um die Aischquelle und dass man rettet, was man noch retten kann."

CHRISTINE BERGER

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