Samstag, 31.10.2020

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Anrufsammeltaxi: In zehn Monaten auch im Landkreis

Landkreis soll in sechs Bedienungsgebiete eingeteilt werden. - 09.10.2020 06:00 Uhr

In der Kommunalen Allianz Neustadt-Land fahren sie schon seit einiger Zeit, im Landkreis sollen sie ebenfalls bald unterwegs sein: Anrufsammeltaxis. 

© Harald Munzinger


Bayernweit einmalig soll die landkreisweite Versorgung mit Anrufsammeltaxis (AST) sein, so jedenfalls ist es Landrat Helmut Weiß vermittelt worden. Ab 1. August 2021 sollen die Fahrzeuge im hiesigen Landkreis ihren Dienst in sechs Bedienungsgebieten aufnehmen, wobei es in einigen Zonen durchlässige Grenzen gibt, um zum Beispiel von Uffenheim und Neustadt nach Bad Windsheim zu gelangen.

In der gemeinsamen Sitzung von Kreisausschuss und Ausschuss für Kreisentwicklung und Umwelt wurde am Montag beschlossen, dass die dafür nötige Ausschreibung auf den Weg gebracht werden soll. Zuvor hatten Dr. Udo Sparmann von der TransportTechnologie-Consult Karlsruhe den Abschlussbericht des Mobilitätskonzeptes und Bastian Kallert aus dem Büro des Landrats die Funktionsweise des AST vorgestellt.

Sechs statt neun Zonen

Neun Zonen waren für den Landkreis ursprünglich vorgesehen, nach Diskussionen in den Arbeitskreisen kamen sechs heraus. Die sind grob die Bereiche der Verwaltungsgemeinschaften Uffenheim (ohne Ergersheim) und Burgbernheim, die Region um Bad Windsheim mit Ergersheim, Sugenheim und Obernzenn, Burghaslach mit Markt Bibart und Scheinfeld, Neustadt mit Münchsteinach bis Ipsheim sowie der Bereich Uehlfeld bis Trautskirchen und Neuhof.

Dr. Udo Sparmann erläutert das Mobilitätskonzept.

© Foto: Gerhard Krämer


Kallert erklärte, das AST dürfe eigentlich nur innerhalb einer Zone benutzt werden, also von Simmershofen nach Uffenheim oder Neuhof nach Markt Erlbach. Bestimmte Bereiche seien aber durchlässig. So könne man zum Beispiel von Uffenheim, Burgbernheim oder Ipsheim auch nach Bad Windsheim gelangen, nicht aber von Uffenheim nach Neustadt. Die Kurstadt sei ein Drehkreuz, aber durch das Übergangsgebiet könne man nicht hindurchfahren.

Man kalkuliere mit jährlichen Kosten von 1,19 Millionen Euro allein für die sechs Fahrzeuge, die Fahrer und die Betriebskosten sowie weiteren 400 000 Euro für die Buchungszentrale, die von den künftigen Nutzern per App auf dem Smartphone oder telefonisch kontaktiert werden könne. Zwar werde das Programm vom Freistaat gefördert, aber Weiß sagte: "Es ist klar, dass an uns ein erhebliches Defizit hängenbleibt."

Die wichtigste Änderung im Vergleich zum bisherigen AST-Angebot der Kommunalen Allianz Neustadt und Land: Das Landkreis-AST wird auch am Samstag von 10 bis 24 Uhr unterwegs sein. An Sonn- und Feiertagen wird das AST nicht verkehren, für Werktage orientiert man sich wiederum am Neustädter Modell, das Fahrzeiten von 7 bis 18 Uhr vorsieht.

Da das Ganze ein "lernendes System" sei, wie es der Landrat nannte, könne man nach der Einführung nachsteuern. Allerdings gebe es auch Grenzen. Hinsichtlich grenzüberschreitender Verbindungen sei man zum Beispiel in Richtung Würzburg mit dem Verkehrsverbund Mainfranken in Kontakt, antwortete Weiß auf eine Frage von Dr. Hermann Ruttmann (Linke). Eine Taktverdichtung der bestehenden öffentlichen Linien sei vorerst zurückgestellt. Weiß: "Das ist erst der nächste Schritt."

Bezahlfunktion auch über App?

Matthias Schwarz (FWG) interessierte sich für eine Bezahlfunktion gleich in der App. Darüber werde nachgedacht, verriet Kallert. Ebenso, dass eine Förderung beantragt sei, die wirke sich allerdings nicht auf die Fahrpreise aus. Die würden nämlich erst noch in Gesprächen mit dem Verkehrsverbund Großraum Nürnberg ermittelt. Die Preise sollten am Anfang niedrig sein, um der Bevölkerung das AST schmackhaft zu machen, hieß es aus den Reihen der Kreisräte, die auch ein entsprechendes Marketing wünschten.

Thema war auch die Art der Fahrzeuge. Hier müsse man darauf achten, dass die sechs vorgesehenen Autos ihren Zweck auch erfüllen könnten, hieß es seitens des Landratsamtes. Auch seien die Fahrzeuge nicht starr auf ihre Zone fixiert, es könne bei großer Nachfrage auch das Nachbarfahrzeug aushelfen. Wichtig sei aber, die Menschen zur Nutzung des AST zu bewegen.

GERHARD KRÄMER

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