14°

Samstag, 11.07.2020

|

Arzt gibt festen Job für Notarzt-Dienst in Uffenheim auf

Dr. Andreas Schenk will möglichst vielen kranken Menschen helfen. - 27.02.2020 09:15 Uhr

Dr. Andreas Schenk (Mitte) will mit Fahrerin Sonja Düll ab Juli Notarztdienste in Uffenheim abdecken. Wolfgang Lampe freut das. © Gerhard Krämer


In Bayern gibt es festgelegte Notarzt-Standorte. Uffenheim zählt dazu, ebenso Bad Windsheim, Ochsenfurt und Rothenburg. Schenk, Facharzt für Anästhesie und Notfallmedizin, kennt die Situation. Auch auf die Notärzte treffe der Ärztemangel zu. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB) Mittelfranken mit Sitz in Nürnberg, der die Besetzung der Dienste gemeinsam mit dem Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF, Ansbach) obliegt, könne aber niemanden zwingen, den Dienst als Notarzt zu versehen. Die Dienste werden laut Schenk in der Regel neben einer hauptberuflichen Tätigkeit in Klinik oder Praxis in der Freizeit übernommen.

Nun ist Schenk, der bisher an der Main-Klinik Ochsenfurt angestellt ist, bekannt, dass es im hiesigen Landkreis Neustadt-Bad Windsheim nicht selten Besetzungsprobleme mit teilweise unbesetzten Diensten gibt. In solch einem Fall müsse der Notarzt vom Nachbarstandort anfahren, was deutlich mehr Zeit benötige. Das könne bei schwerwiegenden Notfällen gefährlich für den Patienten sein. Tagsüber könne noch ein Rettungshubschrauber zur Zeitverkürzung eingesetzt werden. Auch diesen Dienst kennt Schenk, von 2017 bis 2019 war er als Notarzt im Helikopter Christoph 18 (Ochsenfurt) aktiv.

Aktuell ist Schenk einer von drei Notärzten in Uffenheim, einer wird die Stadt aber in absehbarer Zeit verlassen, der andere steht kurz vor dem Ruhestand. Für ihn habe sich die Frage gestellt, wie man das Problem unbesetzter Dienste abmildern kann. Seine erste Idee, sich als hauptberuflicher Notarzt anzubieten, musste er verwerfen. Nach Gesprächen mit KVB und ZRF sei deutlich geworden, dass seine Vorstellungen aufgrund bürokratischer Hürden trotz massiven Mangels an Notärzten nicht umgesetzt werden können. Es sei schlicht nicht vorgesehen.

Seit 2017 wohnt Andreas Schenk mit seiner Familie in Uffenheim, leistet bereits 15 bis 20 Dienste im Monat als Notarzt. Teils dramatische Einsätze hätten ihm gezeigt, wie wichtig es sei, dass der Standort lückenlos besetzt ist. So habe er sich schweren Herzens entschlossen, seine sichere Klinikanstellung aufzugeben, um ab Juli so viele Notarztdienste wie möglich in Uffenheim abzudecken. Er rechne mit 25 bis 30 Diensten, 60 sind pro Monat notwendig – aufgeteilt in Tag- und Nachtbereitschaft. Wobei ein Notarzt bei Einsätzen auch länger unterwegs sein kann, denn neben dem Ärztemangel ist die abnehmende Klinikdichte ein weiteres Problem.

Für ihn erfüllt sich damit ein seit seinem Medizinstudium bestehender Wunsch, möglichst vielen kranken Menschen zu helfen. "Das ist mir ein sehr, sehr wichtiges Anliegen", sagt er. Einen großen Vorteil für ihn hat es, dass er zum einen von zu Hause aus in den Einsatz startet und zum anderen mehr bei seiner Frau und seiner dreijährigen Tochter ist. "Zwar unberechenbar daheim präsent, aber viel daheim präsent", beschreibt Schenk die künftige Situation.

Für Bürgermeister Wolfgang Lampe ist das Ganze ein Glücksfall. Indirekt profitieren auch die Nachbarstandorte davon, weil Bad Windsheim und Rothenburg von Einsätzen im Uffenheimer Raum entlastet werden.

Gerhard Krämer

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Uffenheim