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Atlantic Resolve: Neue Hubschrauber-Einheit in Illesheimer US-Kaserne

Rotationseinheit der Streitkräfte aus Kansas übernimmt von der 101. Kampffliegerbrigade aus Kentucky - 07.04.2021 06:03 Uhr

Die Flaggen der 101st CAB werden eingerollt und durch die der 1st CAB ersetzt.

06.04.2021


1800 Soldaten mit 1800 Fahrzeugen, zehn Chinook- und 50 Blackhawk-Transporthelikoptern sowie 25 Apache-Kampfhubschraubern kommen und fast ebensoviele rotieren wieder zurück in die Vereinigten Staaten von Amerika. Alle neun Monate kommt es seit 2014 in der Illesheimer Storck-Kaserne zur Stabübergabe, bei Nummer sieben zwischen der abziehenden 101. Kampffliegerbrigade (101st CAB) aus Kentucky und der in den vergangenen Wochen angereisten 1. Kampffliegerbrigade aus Kansas. Das Besondere: Für die Einheit ist es der zweite Aufenthalt in Westmittelfranken, sie waren schon 2019 in der Region stationiert.

Zeremonie in Pandemiezeiten

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"Fliegende Banane": Unterwegs mit der Chinook über Franken

Knapp 10.000 Pferdestärken. Zwei gigantische, gegenläufige Rotoren mit mehr als 18 Metern Durchmesser: Wir waren mit der CH-47F - Spitzname "Chinook" - unterwegs.


Warme Worte, Nationalhymnen, Fahnen einrollen und einpacken, Fahnen auspacken und aufstellen und das alles vor dem überdimensionalen Sternenbanner, der Flagge der USA – die Feiern zur offiziellen Verabschiedung der einen Einheit und der Einführung der anderen haben strikte Verläufe, in Zeiten der Corona-Pandemie gezeichnet von Masken und Abstand zwischen den Stühlen der geladenen Gäste. Deutschland und vor allem auch Franken sei einer der beliebtesten Orte im Ausland, an denen ein US-Soldat stationiert sein kann, das machen Kommandanten immer wieder deutlich.

Fahnen spielen eine wichtige Rolle bei der Zeremonie.

06.04.2021 © Hans-Bernd Glanz


"Der Aufenthalt hier hat alle Soldaten noch mehr zusammengeschweißt, sie sind alle nochmal besser geworden, durch das Training hier, aber auch als Menschen", sagte Travis Habhab, der Chef der 101st CAB, im Gespräch mit der WZ.

Einige kuriose Momente

Ähnlich formulierte das der Kommandeur der 1st Cavalry Division, Monte L. Rone, der von einer "starken, stabilen Partnerschaft" sprach, die in Illesheim mit Leben erfüllt werde. Und: "Die 101st CAB hat hier einen sehr guten Job gemacht."

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"Dynamic Front II": US-Army schießt in Grafenwöhr aus allen Rohren

Die Artillerie gewinnt nach Jahren wieder an Bedeutung. Rund 1400 Teilnehmer aus neun Nato-Staaten haben deshalb zwei Wochen lang auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr unter der Regie des 7th U.S. Army Training Command das Zusammenwirken ihrer Artillerie trainiert und gemeinsame Verfahren erarbeitet. Titel der Übung: Dynamic Front II.


Habhab erinnerte an drei "kuriose Momente" bei den vielen Übungen mit internationalen Partnern und Verbündeten. Zweimal seien seine Mannen in Hohenfels gewesen, "es war super, nur das Wetter hat uns echt vor Herausforderungen gestellt", erzählt Habhab: Regengüsse ohne Ende im September, Eiseskälte im Februar. In Litauen seien die Helikopter bei einer Großübung dabei gewesen, ebenso in Rumänien.

Ausflug in die Geschichte

Solche Einsätze warten auch auf die 1st CAB, die Einheit von Kommandant Bryan Chivers, der in seiner Ansprache erst in die Historie abtauchte. Die Erste Infanterie-Division sei das erste Mal in Europa im Juni 1917 gelandet, habe eine entscheidende Rolle bei verschiedenen Anlässen gespielt.

Die Hubschrauber-Abteilung, die 1st CAB kommt zum zweiten Mal innerhalb von 18 Monaten nach Illesheim. Etwa die Hälfte der neun Monate seien Teile der Truppe jedoch in Litauen, Rumänien, Polen oder bei Übungen der sogenannten Operation Atlantic Resolve. Die Rotationseinheit von Oberst Bryan Chivers und Kommandierendem Oberstabsfeldwebel Albert Serrano ist im Gegensatz zur 12th CAB in Katterbach bei Ansbach ohne Familien in Deutschland stationiert und in der Kaserne untergebracht.

Für Bryan Chivers ist es jedoch wichtig, dass die Soldaten – wenn es die Pandemielage erlaubt – Kontakt zu den Einheimischen haben. Persönliche Bekanntschaften und Verbindungen würden automatisch mehr Verständnis und Respekt nach sich ziehen. Vor allem in Bezug auf die Trainingsflüge mit den Hubschraubern kein unwichtiger Aspekt.

STEFAN BLANK

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