Dienstag, 18.02.2020

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Auch in Bad Windsheim hinterlässt Orkan Sabine Spuren

Leiter der Polizeiinspektion beschreibt die Lage aber als "relativ entspannt" - 11.02.2020 20:38 Uhr

Der Zugang zum Bad Windsheimer Kurpark ist am gestrigen Montag zur Sicherheit der Bürger vor möglichen herabstürzenden Ästen bis zum Abend gesperrt worden. Heute soll er wieder freigegeben werden, falls Orkantief Sabine nicht erneut auffrischt. © Foto: Anna Franck


Die erste Bilanz des Polizeipräsidiums Mittelfranken verzeichnete bis in die Mittagsstunden 350 Einsätze. Dieter Engelhardt, Leiter der Polizeiinspektion Bad Windsheim, beschrieb die Lage in der Kurstadt als "relativ entspannt". Ab 4.30 Uhr seien er und seine Kollegen am Montag drei Mal im Einsatz gewesen. Erst versperrte in Bad Windsheim in der Seybothgasse/Schirmergasse ein Bauzaun die Straße, später um 6.51 Uhr wurde ein umgestürzter Obstbaum zwischen Brachbach und Esbach gemeldet. Ein weiterer Baum blockierte um 9.11 Uhr die Mailheimer Steige. Gebäudeschäden wurden laut Engelhardt keine gemeldet.

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Gegen 5 Uhr war am Montag die Nacht für die ersten Einsatzkräfte der Feuerwehren des Landkreises vorbei. Vor allem umgestürzte Bäume hielten sie auf Trab. Insgesamt ist es laut dem Pressesprecher der Feuerwehren im Landkreis, Rainer Weiskirchen, zu 25 Einsätzen gekommen. Ab 5.15 Uhr sei zudem die Unterstützungsgruppe (UG) Örtliche Einsatzleitung alarmiert worden, um die Leitstelle in Ansbach zu entlasten. "Eine UG wird bei Ereignissen wie Stürmen oder Überschwemmungen eingesetzt", erklärte Weiskirchen. Die Leitstelle müsse im Falle eines Einsatzes nur die Alarmierung der betreffenden Wehr übernehmen. Den Funkverkehr und die Lenkung der Einsatzkräfte regele die UG, sozusagen als "zweite Leitstelle". Im Fall von Orkantief Sabine kamen die UG Scheinfeld und Sugenheim im Feuerwehrhaus Sugenheim mit knapp 20 Kräften zusammen. Der Standort wurde laut Rainer Weiskirchen aufgrund der Lage im Landkreis gewählt. "Außerdem gibt es einen schönen Schulungsraum", fügte Weiskirchen hinzu.

"Kaum Schäden" konnte auch Gerritt Lorrmann, städtischer Baumpfleger, in Bad Windsheim und den Ortsteilen verzeichnen. Einige alte Obstbäume seien eingeknickt, "nichts Größeres". Zur Sicherheit wurde gestern der Kurpark gesperrt. Bürger, die das ignorierten, wiesen Lorrmann und sein Team auf mögliche Gefahren durch beispielsweise herabstürzende Äste hin. "Wir können nicht mehr tun, als absperren", sagte Lorrmann. Sollte es heute nicht erneut "auffrischen", werde der Kurpark wieder freigegeben. Auch der Bad Windsheimer Friedhof und die Schulen blieben gestern geschlossen. Laut Brigitte Limbacher, Leiterin des Schulamtes am Landratsamt, sind Schüler im Landkreis "vereinzelt" zur Schule gegangen. Die meisten seien der Befreiung gefolgt. Das spiegelt sich auch in der Kurstadt wider: Im Stellergymnasium sind nach WZ-Informationen drei Schüler erschienen, in der Mittelschule kein einziger.

Lorrmann, Weiskirchen und Engelhardt hätten aufgrund der gemeldeten Ausmaße mehr Einsätze und Schäden erwartet. "Wir sind froh, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind", resümierte Weiskirchen. "Mal schauen, was die Nacht noch bringt", gab Lorrmann zu bedenken, "es ist noch nicht ganz vorbei".

Anna Franck

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