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Montag, 13.07.2020

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Autokino kommt auf Schießwasen in Bad Windsheim

Schon im Juni wollen die Organisatoren loslegen. - 02.06.2020 06:00 Uhr

Ein Autokino wie hier am Nürnberger Frankenstadion soll es bald schon in Bad Windsheim auf dem Festplatz geben.

© Stefan Hippel


"Das ist für uns ein Highlight, wir sind sehr begeistert von der Idee", sagt Kurdirektor Mike Bernasco. Oliver Rögner habe in der Kurstadt offene Türen eingerannt, denn Bernasco sehe es als Aufgabe der KKT an, kulturelle Angebote zu schaffen, dazu zählen für ihn auch Kinos. Der Betreiber des KinoNEA habe die Idee auch in der Kreisstadt umsetzen wollen, aber "in Bad Windsheim ist man viel, viel schneller und viel, viel flexibler" gewesen, berichtet er.

Das Konzept sieht eine etwa zehn Meter breite Leinwand am nördlichen Rand des Festplatzes – zum FSV-Sportgelände hin – vor. Davor wäre der Platz für 50 bis 100 Autos, die wiederum für den Sound wichtig sind. Denn das Tonsignal der Filme wird über eine UKW-Frequenz in die Autoradios geschickt. "Wir werden also keine Lautsprecher aufstellen und den ganzen Festplatz beschallen", betont Rögner, der auch von "dezentraler Beschallung" spricht.

Die technische Anlage sei hochmodern, was dem Autokino in Bad Windsheim sogar Vorteile gegenüber vergleichbaren Einrichtungen in anderen Städten bringen könnte. Denn die Filme werden nicht über einen Beamer, sondern über Projektoren aus dem normalen Kinobereich nach dem DCI-Standard gezeigt. DCI ist Voraussetzung, um ganz aktuelle Filme laufen lassen zu können, sagt Rögner. Die Kurstadt könnte also ein relativ exklusives Angebot für sich reklamieren – und das ohne eigenes Kino. Es müssen nur noch die Filmverleiher mitmachen, schränkt Rögner ein, denn eine Vielzahl von Neustarts wurde teils um viele Monate verschoben.

 

 

Zum Kinoerlebnis gehören aber nicht nur gute Bild- und Tonqualität. Neben dem Verkauf von hygienisch verpackten Snacks durch das KinoNEA-Team möchte Sabine Hahn, Veranstaltungsleiterin der KKT, Chancen für Schausteller und Gastronomen der Stadt bieten. Sie sollen die Produktpalette erweitern, Hahn denkt an Imbisse oder Cocktails. Es soll einen Biergarten-Bereich geben, in dem sich die Kinogänger versorgen können, ehe der Filmgenuss im Auto beginnt oder weitergeht.

Denn, das ist ganz klar: Angesichts der Infektionsschutzmaßnahmen ist das Autokino nur durchführbar, wenn die Gäste auch wirklich alle im Auto sind. "Ohne macht es momentan keinen Sinn", sagt Rögner. Geplant ist, die Fahrzeuge in einem Abstand von zwei Metern zu platzieren, um die Vorgaben einzuhalten. Doch Anpassungen am Konzept werde es stetig geben, basierend auf den Erfahrungen, der Nachfrage und möglichen weiteren Lockerungen der Corona-Beschränkungen.

Frequenz zuweisen

Seitens der Stadt gebe es keine Probleme, erklärt Hahn. Vom Landratsamt müsse noch das Hygiene-Konzept abgesegnet werden. Außerdem sorgt die moderne Technik für Wartezeiten. Denn zur Tonsignal-Übertragung muss den Organisatoren eine UKW-Frequenz von der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien zugewiesen werden. "Das ist wie ein kleines Lokalradio", erklärt Rögner. Ein entsprechender Empfänger im Auto ist übrigens zwingend notwendig, wer die Filme genießen will. Bei digitalem Empfang gebe es Latenzen, sodass Bild und Ton nicht synchron wären.

Sind die Genehmigungen da, können die Organisatoren sofort loslegen, angepeilt ist der 11. Juni. Geplant ist zunächst, ein oder zwei Mal im Monat von Donnerstag bis Sonntag Kino-Programm zu bieten. Rögner rechne mit einem Mix aus "aktuellen Filmen und Klassikern", zwei bis drei könnten pro Abend laufen, natürlich erst, wenn es finster wird.

Die Vorfreude auf das Autokino-Debüt in Bad Windsheim ist bei allen Beteiligten groß. Sabine Hahn sagt: "Ich glaube, dass es eine Bereicherung ist für Bad Windsheim." Ihre Kollegen bei der KKT, Jürgen Mußer und Jörg Stämmer, erinnern sich dagegen sehr gerne "an die wilden Abende" beim Autokino am Nürnberger Flughafen. Stämmer: "Das kann schon ein Erlebnis sein, das man nicht so schnell vergisst." Und Rögner fast zusammen: "Wir waren von Anfang an baff, mit welchem Herzblut das Team hier an die Sache rangegangen ist. Jetzt wollen wir den Einwohnern des gesamten Landkreises etwas bieten."

BASTIAN LAUER

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