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Donnerstag, 17.10.2019

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Bad Windsheim: 250 Teilnehmer beim Klimastreik

Erstmals kamen in der Kurstadt Klimaschützer zu einer Kundgebung zusammen - 22.09.2019 14:40 Uhr

Dr. Ute Lorz (links), die Initiatorin der Kundgebung auf dem Bad Windsheimer Marktplatz, begrüßt die Teilnehmer. Foto: Günter Blank © Foto: gb


Dazwischen lagen 90 Minuten, in denen eine bunte Rednerschar an das Mikrofon vor dem Rathaus trat, um vielschichtige Gedanken auszudrücken, die sich alle um das Thema des Tages drehten: den Klimaschutz.

Rund 250 Menschen waren dem von SPD, ÖDP und Grünen unterstützten Aufruf zur Teilnahme am weltweiten Klimastreik auf dem Marktplatz gefolgt. Ute Lorz war denn auch am Ende der Veranstaltung zufrieden mit deren Verlauf. "Nur die Schüler haben leider gefehlt", musste sie feststellen, über die Gründe konnte sie nur spekulieren. Das Kultusministerium hatte verfügt, dass Schüler zur Teilnahme am Klimastreik im Vorfeld eine Beurlaubung beantragen mussten. Von etwa 30 Kindern und Jugendlichen abgesehen, traten nur die Krippe St. Markus und die Franziskusschule in Gruppen auf.

So waren zwar nicht nur, aber doch überwiegend die älteren Semester beim Bad Windsheimer Klimastreik am Start. Dekanin Karin Hüttel hatte zur symbolträchtigen Zeit die Glocken von St. Kilian in Bewegung gesetzt und bat die Versammelten, "daran zu denken, wie wichtig es ist, dass wir unsere Lebensgrundlagen erhalten".

Einen Fahrplan für die Veranstaltung gab es nicht. Wer wollte, konnte sprechen. So fand es SPD-Stadträtin Petra Negendank gut, dass so viele gekommen waren, um der Politik zu zeigen, wo es lang geht. Für Rudolf Heinrich ist es "toll, dass die Bewegung Fridays for Future in Bad Windsheim angekommen ist" und sich Erwachsene dahinterstellen, stehe man doch am "entscheidenden Kipppunkt unseres Planeten".

"Ich muss sagen, dass unsere Generation in den letzten 40 Jahren gnadenlos versagt hat", fand Bundestagsabgeordneter Uwe Kekeritz eine bislang in Politikerkreisen eher selten hergenommene Begründung dafür, mit 65 noch nicht den Polit-Rentner zu geben. Er rief die Versammelten auf, weiterhin Druck zu machen auf die Politik, denn "die Menschen aller Generationen können mehr bewirken als wir in der Opposition". Für die Grünen traten außerdem Kreisrätin Ruth Halbritter sowie vom Ortsverband Lydia Hossnofsky, Thomas Kretschmer und Artur Schmidt an das Mikrofon.

Erfrischende Beiträge lieferten die jungen Redner, die sich im Verlauf der Kundgebung dann doch noch das Mikrofon in die Hand gaben. Der 17-jährige Markus Zeller aus Ipsheim etwa empfahl: "Man sollte mit dem leben, was man braucht, und nicht mit dem, was man haben kann."

Oder der Rat von Marie Krebelder, 15, aus Ickelheim, jeder möge beim Klimaschutz bei sich anfangen: "Vielleicht haben wir selbst einen Steingarten daheim und schimpfen auf die, die auf Kreuzfahrt gehen." Dazu passt die Bitte von Bürgermeister Bernhard Kisch, die für alle Ebenen des Umgangs gelte: "Wir müssen miteinander in Dialog treten und dürfen uns nicht im Schwarz-Weiß-Malen ergehen." Mit dem Verlauf der Kundgebung waren Ute Lorz und Ralf Mühlbauer, Vize-Chef der örtlichen Polizeiinspektion, vollauf zufrieden – alles war friedlich und es gab, wie von Ute Lorz eingangs der Kundgebung gewünscht, "keine Waffen oder Vermummung". Weitere Fotos von den Klimastreiks in Bad Windsheim und Neustadt finden Sie auf Seite 4.

Günter Blank

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