Mittwoch, 23.10.2019

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Bad Windsheim: Auf Entdeckertour mit der CSU

Gruppe erkundet den Galgenbuck und informiert sich über Kletterhalle und Biogasanlage. - 30.09.2019 13:00 Uhr

Auf dem Galgenbuck bläst der Gruppe gehörig der Wind um die Ohren, die Ausblicke genießen gleichwohl alle. © Foto: Günter Blank


Gerhäuser begrüßte die knapp 20 Spaziergänger und den kurzerhand von ihm zum Stadtführer ernannten Bürgermeister Bernhard Kisch am Schulzentrum. Dort informierte Peter Höhn, der Vorsitzende der knapp 300 Mitglieder zählenden Sektion Aischtal des Deutschen Alpenvereins (DAV), über die Entwicklung zum geplanten Bau einer Kletterhalle an der Stelle der alten Stadthalle. Höhn hofft, dass im Herbst die Förderbescheide und die Baugenehmigung eingehen, denn "dann sollten wir den Spaten auspacken können". Zuvor müsste die alte Stadthalle abgerissen werden, was laut Bürgermeister Kisch nun problemlos möglich sei, weil das Landesamt für Denkmalpflege die einstige, in den 1930er-Jahren errichtete Reichsarbeitsdienst-Halle nicht als schützenswert erachte. Zum einen sei die Halle das einzige Relikt eines ganzen Lagers, zum anderen sei sie mehrfach umgebaut worden, fasste er die Ausführungen des Amtes zusammen.

Laut Peter Höhn war es nicht einfach, die Zuwendungsanträge an die verschiedensten Stellen – Bayerischer Landes-Sportverband, Freistaat, DAV und Europäische Union (Leader-Förderung) – so "miteinander zu verheiraten", dass unterm Strich die maximale Förderung steht. 15 Meter hoch soll sie werden, die Halle, um in der Disziplin Speed wettkampftauglich zu sein.

Von der Halle sollen nicht nur Vereinsmitglieder und Schulen profitieren, vielmehr erhofft man sich durch sie eine Attraktivitätssteigerung des Gesamtangebots in der Stadt. Synergieeffekte etwa mit der Franken-Therme seien denkbar, sind sich Kisch, Gerhäuser und Höhn einig. Das von Höhn auf 170 000 Einwohner bezifferte Einzugsgebiet wäre jedenfalls hinreichend groß, zudem fördere der DAV nun keine neuen Hallen mehr.

Im Anschluss an diesen informativen Auftakt begann der eigentliche Spaziergang. Nach kurzem Zwischenstopp an der Baustelle der Freisportanlage des Schulzentrums ging es hinauf zum Galgenbuck. Schwarze Wolken hingen über der Gruppe der CSU, der Wind blies allen heftig um die Ohren, doch Ausblicke auf Kirchtürme und Baukräne, auf Höhenzüge von Frankenhöhe und Steigerwald machten dies locker wett.

Beeindruckt zeigten sich die Spaziergänger beim anschließenden Besuch der Biogasanlage der "Bioenergie Bad Windsheim II GmbH & Co. KG". Die sieben Gesellschafter haben kürzlich große Gaskuppeln und Wärmespeicher gebaut – "um zukunftsfähig zu bleiben", sprich besser bezahlten "Spitzenstrom" erzeugen zu können, wenn der Bedarf im Netz erhöht ist, wie Thomas Kretschmer erläuterte.

Die Abwärme der Biogasanlage fließt über eine 1,2 Kilometer lange Leitung in die Franken-Therme. Drei Megawatt pro Jahr gibt das Unternehmen kostenlos ab, was darüber hinaus geht, wird mit 1,4 Cent pro Kilowatt vergütet. Im Gegenzug hatten die Stadtwerke die Leitung finanziert. Genau damit gibt es nun Probleme, das Finanzamt möchte nun auch die drei Megawatt versteuert wissen. Hierüber gelte es zu reden, auch mit dem Amt, sonst würden womöglich gute Intentionen nicht mehr umgesetzt, sagte Bernhard Kisch, nun wieder ganz Bürgermeister. Denn eines sei auch klar, wie es Geschäftsführer Hans Arnold für das Unternehmen formulierte. "Wir können keine Wärme liefern, wenn wir draufzahlen."

Warm und kostenfrei hatten es die Wanderer abschließend dank Georg Gerhäuser. Der nämlich lud alle zu Kaffee und Kuchen ins Obergeschoss seiner Firmenzentrale ein – Ausblick auf den Galgenbuck inbegriffen.

GÜNTER BLANK

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