Bad Windsheim: Bowling-Projekt ist "Fehlschuss"

16.1.2020, 12:00 Uhr
Keine Bowlingbahn, keine Veranstaltungshalle: Pasali Akyildiz bleibt der Zugriff auf das frühere Aldi-Areal verwehrt.

Keine Bowlingbahn, keine Veranstaltungshalle: Pasali Akyildiz bleibt der Zugriff auf das frühere Aldi-Areal verwehrt. © Foto: Günter Blank

Entsprechend frustriert ist der verhinderte Bauherr, dessen Pläne im Juni 2019 im Bau- und Umweltausschuss des Stadtrats vorgestellt worden waren und dort positive Resonanz ausgelöst hatten. Gemeinsam mit seinem Berater Herbert Joachimsthaler erläuterte Akyildiz, der Betreiber von Paschas Spielpalast, gegenüber der WZ Entwicklung und Aus des Projekts.

Nachdem der Bauausschuss das gemeindliche Einvernehmen erteilt hatte, sei die Bauvoranfrage an das Landratsamt weitergeleitet worden, berichten Akyildiz und Joachimsthaler vom üblichen Gang der Dinge. Das Vorhaben habe zwar den Anforderungen des Bebauungsplans entsprochen, gleichwohl habe die Genehmigungsbehörde wegen der infolge der Nutzungsänderung zu erwartenden Zunahme der Lärmemissionen ein Lärmschutz-Gutachten verlangt. Zwischenzeitlich sei sogar die Forderung nach dem Bau einer Lärmschutzwand im Raum gestanden.

So habe sich der Projektfortschritt verzögert. Erst am 17. November vergangenen Jahres sei der Durchbruch erzielt worden, das Gutachten habe vorgelegen und das Landratsamt die Erteilung des Bauvorbescheids zugesagt – für Akyildiz die Voraussetzung dafür, den bereits ausgefertigten Kaufvertrag zu unterschreiben.

Die Erleichterung bei Akyildiz, Joachimsthaler und allen an der Entwicklung des Projekts Beteiligten war groß, die Ernüchterung folgte nur zwei Tage später – in Form eines Anrufs von Lukas Kurkowski, Geschäftsführer der mit dem Verkauf des Objekts beauftragten GIG Grundbesitz Immobilienmanagement GmbH mit Sitz in München. Der habe mitgeteilt, dass das Objekt an einen anderen Interessenten verkauft sei.

Damit war das eingetreten, was insofern nicht auszuschließen gewesen war, als die mündlichen Absprachen mit dem GIG-Management nicht schriftlich abgesichert waren. Deshalb der Dummheit bezichtigt zu werden, würde ihn vordergründig nicht überraschen, sagt Joachimsthaler. Das Probleme sei gewesen: Eine Exklusivitätsklausel bezüglich der Absicht, das Objekt zu erwerben, hätten sie von GIG nicht bekommen. So sei man das Risiko gegangen, das Projekt "ohne Exklusivität" zu verfolgen. "Dumm gelaufen" ist daher für den Berater das passendere Resümee.

"Es war mein Risiko, es war wieder ein Fehlschuss", sagt Pasali Akyildiz, der schon 10 000 Euro in das Projekt gesteckt hat. Doch er gibt nicht auf. Obwohl in der Kurstadt mit ähnlichen Vorhaben mehrfach gescheitert – Standort-Stichworte Oberntiefer Straße, Gewerbegebiet beim Tierheim, Im Häspelein oder Ex-Central-Lichtspiele –, wird er einen neuen Anlauf unternehmen.

Der neue Eigentümer der Immobilie hat indes Zeit, sich eine Nutzung zu überlegen. Der Pachtvertrag mit Aldi läuft nach Informationen der WZ noch bis zum Jahresende.

Keine Kommentare