Bad Windsheim: Einstimmiges Votum für neues Hotel

18.2.2021, 06:00 Uhr
Die Nordansicht samt Eingangsbereich des künftigen 340-Betten-Hotels im Norden der Kurstadt.

Die Nordansicht samt Eingangsbereich des künftigen 340-Betten-Hotels im Norden der Kurstadt. © Repro: wz

Nachdem der Bauantrag für das neue Hotel an der Franken-Therme infolge eines Dringlichkeitsantrags der CSU-Fraktion doch noch auf die Tagesordnung der öffentlichen Stadtratssitzung genommen worden war, ging alles ganz schnell: Einhellig hat der Rat die Errichtung des Hauses an der Erkenbrechtallee befürwortet. Rund 340 Betten wird das dann größte Hotel der Kurstadt haben, verteilt auf 112 Zimmer und 58 Apartments. Vor der Abstimmung hatte Kurdirektor Mike Bernasco nochmals den seines Erachtens gegebenen Bedarf an dem Hotel dargelegt.

Wie berichtet, besteht der geplante Baukörper aus dem Erd- plus vier Obergeschossen, wobei die oberste Etage derart zurückgesetzt wird, dass sie von der Straße aus kaum einsehbar sein wird. Zum Hotel gehört ein Restaurant mit 270 Sitzplätzen, jene im Außenbereich eingeschlossen.

Tiefgarage nur mit einer Ebene

Die Tiefgarage des Hotels sollte ursprünglich zweigeschossig ausgeführt werden, und 188 Stellplätze aufweisen, aufgrund der Bodenbeschaffenheit muss sie auf eine Ebene mit 105 Stellplätzen beschränkt bleiben. Dies reicht nach Ansicht von Karl Inzenhofer, einem von mehreren Investoren des von der Tiroler Project Development GmbH als Projektentwickler mit auf den Weg gebrachten Projekts, für ein Haus dieser Größenordnung aus. Daneben gibt es 13 Stellplätze im Außenbereich der Hotelanlage – und natürlich einen Bademantelgang zur Therme.

"Kein Hotelier in Bad Windsheim braucht Angst zu haben vor einem neuen Hotel", sagte Bernasco und spielte damit unausgesprochen auf die Aussage von Oskar Schlag an, der bei der Vorstellung des neuen Leiters seines Arvena Hotels Reichsstadt appelliert hatte: "Bitte nicht noch mehr Hotels genehmigen", denn Bad Windsheim habe "zu wenig Gäste", die Stadt sei bereits ausreichend mit Betten für Touristen versorgt.

Mike Bernasco vermag diese Einschätzung nicht zu teilen. "Wir brauchen dieses Hotel, wir wollen dieses Hotel und deshalb bitte ich um ein positives Signal", sagte er vor der Abstimmung an die Adresse der Ratsmitglieder, nachdem er diese These mit Zahlen unterfüttert hatte. So sei die Zahl der Hotelbetten in der Stadt seit 2011 um 41 gesunken, was in erster Linie der Schließung des Hotels Residenz Ende August 2013 zuzuschreiben sei. Das 2016 eröffnete Vital Hotel mit seinen 87 Zimmern habe seine Gäste praktisch selbst mitgebracht, auch ohne diese habe die Stadt einen linearen Zuwachs bei den Übernachtungszahlen verzeichnet.

Den Bedarf an dem neuen Hotel belegte Bernasco unter anderem mit dem anhaltenden "Thermentrend" und mit dem Hinweis auf mehrere Anfragen für große Tagungen, welche mangels ausreichender Bettenkapazitäten nicht nach Bad Windsheim gekommen seien, obwohl das Kur- und Kongress-Center als Tagungsstätte begehrt sei. Bei einem politischen Landesparteitag habe man etliche der Teilnehmer im Europäischen Schullandheim oder in der Nachbarstadt Rothenburg einquartieren müssen. Besuche in zwei Hotels der künftigen Betreiberfamilie hätten ihn überzeugt, sagte Bernasco, und auch Bürgermeister Jürgen Heckel sprach in der Ratssitzung von dem Familienbetrieb als einem "tollen Betreiber, der schon einige Hotels hat".

Zeichen für die Investoren

Auch für Heckels Amtsvorgänger Bernhard Kisch ist es "erfreulich, wenn wir diese Investition erhalten können". In Anspielung auf den erst im Nachhinein auf Antrag der CSU auf die Tagesordnung gesetzten Bauantrag sagte er: "Man muss Investoren auch zeigen, dass man sie will."

Wolfgang Eckardt unterstrich ebenfalls die Aussagen von Mike Bernasco. Veranstalter großer Tagungen wollen ihre Teilnehmer auf maximal zwei bis drei Hotels verteilt wissen, sagte der Altbürgermeister und machte die Sogwirkung von Therme wie KKC anhand von Zahlen deutlich: Habe die Zahl der Übernachtungen vor 25 Jahren noch bei 96 000 gelegen, so sei man mittlerweile bei knapp 350 000 angelangt.

GÜNTER BLANK

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