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Mittwoch, 02.12.2020

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Bad Windsheim: Hospital-Bewohner stirbt nach Corona-Infektion

Erkrankte Mitarbeiter helfen auf der Isolierstation aus - 19.11.2020 17:59 Uhr

Erneut werden Bewohner und Mitarbeiter der Bad Windsheimer Hospitalstiftung auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet.

19.11.2020 © Foto: Katrin Müller


Ein 93-jähriger Bewohner der Hospitalstiftung ist nun an den Folgen einer Corona-Infektion im Krankenhaus gestorben. Nach dem massiven Ausbruch des Virus in dem Seniorenpflegeheim wurde am Donnerstagvormittag erneut eine vom Gesundheitsamt angeordnete Reihentestung durchgeführt. In den Kliniken des Landkreises ist die Lage derzeit entspannt.

Getestet wurden die etwa 80 Bewohner und Mitarbeiter der Hospitalstiftung, die beim ersten Test am vergangenen Samstag negativ waren. Das diene der Sicherheit, um alles zu tun, damit sich das Virus nicht weiter ausbreitet, erklärt Jessica Leßmann, die Leiterin der Hospitalstiftung, im Gespräch mit der WZ. Wie berichtet wird derzeit eine weitere Bewohnerin im Krankenhaus behandelt, zu deren Zustand Leßmann jedoch nichts sagen kann. "Wir hoffen, dass es alle gut überstehen."


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Den Bewohnern und Mitarbeitern, welche bislang positiv getestet wurden, gehe es den Umständen entsprechend gut. Symptome hätten die wenigsten. Derzeit gibt es eine Urlaubssperre für die Mitarbeiter. Um über die Runden zu kommen, arbeiten auch Mitarbeiter, die positiv gestestet wurden, aber keine Symptome aufweisen.

Diese haben laut Leßmann eine entsprechende Arbeitserlaubnis und werden auf der Isolierstation, auf der die infizierten Bewohner betreut werden, eingesetzt: "Ich wollte nie in die Situation kommen, dass ein kranker Mitarbeiter arbeiten muss", bedauert die Leiterin, die beim ersten Test negativ war und auch auf der Isolierstation aushilft, beispielsweise bei der Essensausgabe, weil einfach Not am Mann sei.

Alle geben alles

Jessica Leßmann betont, dass nicht nur sie dies tue: "Wir helfen da alle überall zusammen. Ich hab’ ein unglaublich geiles Team. Alle sind top und geben einfach alles", sagt die gelernte Krankenschwester mit Stolz. Etliche negativ getestete Mitarbeiter hätten sich freiwillig angeboten, im strikt abgetrennten positiven Bereich zu arbeiten.

Mitarbeiter, die normalerweise keine Nachtschichten machen, tun dies nun. Man sorge so gut es gehe – mit Overalls, Visieren und Masken – für den Schutz der Mitarbeiter und Bewohner, denn den geforderten Mindestabstand in der Pflege einzuhalten, sei unmöglich. Zudem herrsche weiter ein vom Gesundheitsamt auferlegtes absolutes Besuchsverbot.

Wenn Bewohner im Sterben liegen, sei es Angehörigen natürlich möglich, diese zu besuchen, das ist Leßmann sehr wichtig. In einem Brief an jeden einzelnen Bewohner und Mitarbeiter der Hospitalstiftung, deren Träger die Stadt ist, bedankte sich Bürgermeister Jürgen Heckel für den "unermüdlichen Einsatz" und die "unglaubliche Mehrarbeit", durch die der Betrieb in der Einrichtung aufrechterhalten werde. Als Glücksbringer klebte er Cent-Stücke unter die Schreiben.

Er betonte gegenüber der WZ, dass die Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt und dem Landkreis in der "Extremsituation" am Sonntag, als bekannt wurde, dass sich rund 50 Bewohner und Mitarbeiter infiziert hatten, "über die Maßen vorbildlich" geklappt habe.

Derzeit werden auf der Intensivstation der Klinik Neustadt zwei Covid-Patienten und auf der Isolierstation "schwankend zwischen fünf und zehn" betreut, sagte Klinik-Vorstand Stefan Schilling am Donnerstag und bezeichnete die Lage als entspannt. "Ich wünsche uns, dass es nicht dramatisch schlimmer wird."

KATRIN MÜLLER

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