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Dienstag, 01.12.2020

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Bad Windsheim: Kulturinitiative wählt zwei Sprecher

Initiative will Kultur und Landesgartenschau zusammen bringen. - 29.10.2020 14:00 Uhr

Sabine Detsch und Gerhard Rießbeck liegt Kultur sehr am Herzen. Die beiden sind nun die Sprecher der Initiative, die sich darum bemüht.

28.10.2020 © Foto: Günter Blank


Eine Strategie zu entwickeln, um das kulturelle Profil der Kurstadt zu schärfen und kulturelle Themen stärker zu verankern: Mit dieser Zielsetzung war zu Jahresbeginn die Kulturinitiative (KI) Bad Windsheim an den Start gegangen. Um noch erkenn- und erreichbarer zu sein, wurden bei der jüngsten Zusammenkunft Sprecher benannt: Sabine Detsch und Gerhard Rießbeck. Einbringen möchte sich die KI beispielsweise in die Planung der Landesgartenschau 2027.

Wie nahezu alles und jeder wurde auch die KI im Frühjahr durch die Corona-Pandemie eingebremst. Ausbremsen ließ sie sich indes nicht, im Gegenteil: Gespräche wurden geführt, Kontakte geknüpft und Strukturen angedacht. Ronald Reichenberg, seit Mai Dritter Bürgermeister und Referent des Stadtrats für Kultur, kommt die Rolle des Bindeglieds zwischen der KI und den Entscheidungsgremien in der Stadt zu.

Rahmen abgesteckt

Bei einer Zusammenkunft der KI Ende September, zu der er gemeinsam mit Zweiter Bürgermeisterin Alexandra Horst in den Rathaussaal eingeladen hatte, wurde der Rahmen der künftigen Zusammenarbeit abgesteckt. "Versprechen können wir nicht viel, aber vielleicht die Kulturinitiative mit unseren bescheidenen Mitteln unterstützen", hatte Reichenberg sich eingangs im Dämpfen von Erwartungen geübt, am Ende dann aber erklärt, er wolle die Anliegen der KI gerne gemeinsam mit dieser "voranbringen und schauen, dass die Wünsche bald in Erfüllung gehen".

"Die Landesgartenschau könnte Maßstab sein für das, was wir fähig zu entwickeln sind", hatte Gerhard Rießbeck schon in dieser Gesprächsrunde mit ihren rund 20 Teilnehmern das am Horizont aufscheinende Großereignis ins Blickfeld gerückt. 2027 müsse die Stadt "kulturell top präsent sein".

Insofern sei nun "ein guter Zeitpunkt, um Strukturen, Vorstellungen und Fantasie zu entwickeln". Wie Sabine Detsch mitteilte, habe ihr Reichenberg mittlerweile zugesichert, dass "Kultur und Landesgartenschau zusammengehören und die KI mit einbezogen wird".

Antworten auf Fragen

"Woher kann ich Fördermittel kriegen?", "Wer berät mich – und nicht: wer wimmelt mich ab?", "Wer ist konkret ansprechbar, wenn ich was plane?" Für Antworten auf diese Fragen vermisst nicht nur Josef Kopelent, früherer Betreiber des Bad Windsheimer Kinos und Mitglied der KI, einen kompetenten Ansprechpartner in der Stadt.

Und: "Es fehlt jemand, der fähig ist, eigene Ideen zu entwickeln und die Ideen von anderen einzubringen", ergänzte Gerhard Rießbeck und brachte spätestens da den alten Wunsch der jungen Initiative nach einem professionellen Kulturbeauftragten ins Spiel.

Bedeutung und Leistung der Kur-, Kongress- und Touristik-GmbH (KKT), an welche die Stadt "Kultur zum Teil outgesourct" habe (Reichenberg), wolle man bei alledem nicht im Geringsten in Frage stellen oder kritisieren, betonte Detsch. Die KKT sei unabdingbar für das kulturelle Leben in der Stadt, nur könne sie gar nicht alle wünschenswerten Aspekte und Bereiche abdecken.

Wie wichtig die Schaffung einer neuen professionellen (Anlauf)-Stelle auch aus seiner Sicht wäre, machte Josef Kopelent mit seiner "überspitzten" These deutlich: "Windsheim hat keine Vision für die eigene Identität." An die Adresse der anwesenden Ratsmitglieder – neben Horst und Reichenberg waren Rainer Volkert (Wagnertanzgilde) und Dr. Wolfgang Stadler (Kurorchester) in anderen Missionen gekommenen – schob er die Frage nach: "Wie schaut das aus und wie virulent wird das diskutiert – oder: wie heiß streitet ihr darüber?"

Wille zu vielfältigem Kulturangebot

Für Martin Bauer vom Jugend- und Kulturförderverein ist bei alledem "wichtig, dass Stadt und Verwaltung hinter dem Projekt stehen: Wir machen Bad Windsheim zur Kulturstadt". Dabei müsse es nicht immer um finanzielle Unterstützung gehen, wichtig sei "der Wille zu einem starken und vielfältigen Kulturangebot".

Bei der jüngsten Zusammenkunft der KI in der vergangenen Woche wurde nicht nur die "Doppelspitze" Detsch/Rießbeck gewählt, sondern unter anderem auch ein Fragenkatalog erstellt, welcher an die Kulturamtsleiter anderer Städte versendet werden soll. Schauen, wie es andere machen, lautet die Devise.

Und es wurde die Überlegung diskutiert, ob die KI ein Forum für Gedankenaustausch bieten könnte, etwa mit Podiumsdiskussionen. Angesichts "bestehender Unklarheit bezüglich der Wahrnehmung von Schwächen und Stärken der Stadt" (Detsch) wurde schon mal ein mögliches Thema in den Raum geworfen – frei nach Josef Kopelent: "Bad Windsheim – Stadt ohne Identität?"

GÜNTER BLANK

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