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Montag, 30.03.2020

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Bad Windsheim: Neues Lager für Sand und Bauschutt

Das Genehmigungsverfahren für die Deponie am Weinberg läuft auf Hochtouren. - 26.03.2020 11:00 Uhr

Gleichen den Zukunftsplan mit der Gegenwart vor Ort ab (von links): Ludwig Knoblach, Christian Gerhäuser, Dietmar Eckl und Bernhard Kisch. © Foto: Günter Blank


Abgelagert werden sollen auf der neuen, wie schon auf der bestehenden Deponie, in erster Linie ausgeglühte und schadstoffarme Gießereirückstände, vor allem Sand. Mit dem Abschluss der Kaufverträge für die erforderlichen Grundstücke mit einer Gesamtfläche von rund 80 000 Quadratmetern sei nun ein wichtiger Schritt erfolgt, erklärte Heunisch-Geschäftsführer Christian Gerhäuser vor Ort bei einem Pressetermin mit Technischem Leiter Dietmar Eckl, Bürgermeister Bernhard Kisch und Stadtbaumeister Ludwig Knoblach. Erklärtes Ziel sei es, die Genehmigungsunterlagen bei den Behörden bald einzureichen, die Vorbereitungen dafür liefen auf Hochtouren.

Das Projekt diene der Standortsicherung eines der größten Arbeitgebers der Stadt, sagte Bernhard Kisch. Die Gremien des Stadtrats hätten mit einhelligen Beschlüssen die bauleitplanerischen Weichenstellungen für das Projekt beigesteuert. Entstehen sollen auch ein neuer Betriebsbauhof für die Anlage, eine Erschließungsstraße rund um die neue Deponie sowie ein neues Becken für die Sammlung von Oberflächenwasser.

Die Stadt zieht ihrerseits einen Nutzen aus der nun getroffenen Vereinbarung, kann sie doch künftig Bauschutt und Erdaushub auf der neuen Deponie ablagern. Sie gewinnt damit im Hinblick auf künftige Bauprojekte eine Entsorgungssicherheit für die nächsten 25 bis 30 Jahre, spart Transportkosten und verbessert so ihren Kohlendioxid-Fußabdruck.

Zwei Jahre hatten sich die Grundstücksverhandlungen hingezogen, an der auf Verkäuferseite neben der Stadt und Alois Zimmermann noch zwei Private beteiligt waren. Nun sei alles unter Dach und Fach, der Grunderwerb vollzogen und damit eine wichtige planungsrechtliche Voraussetzung für die Deponieerweiterung erfüllt. Jetzt könne die Planung in das Genehmigungsverfahren gehen. Erklärtes Ziel sei es, die Unterlagen bei den Behörden bald einzureichen.

Kisch als "zäher Verhandlungspartner"

Man sei von der Stadt gut unterstützt worden, sagte Christian Gerhäuser, wenngleich sich Bürgermeister Kisch andererseits als "zäher Verhandlungspartner" erwiesen habe, wie Dietmar Eckl ergänzte. Nun stehen also die nächsten Schritte an. Beispielsweise müssen bestehende und von der Planung betroffene Feldwege entwidmet werden.

Die Zimmermann-Deponie wird bald verfüllt sein, ihre Maximalhöhe erreicht haben. Sie bleibt in der Verantwortung des bisherigen Eigentümers und soll rekultiviert werden. Vorstellbar sei, diese später mit einem Wanderweg zu erschließen, zumal sich von dort oben – in 345 Metern Höhe und damit immerhin 33 Meter über dem umgebenden Grund – ein schöner Rundumblick bietet.

Ausgleichsflächen und Artenschutz sind weitere Aspekte, die bei der Deponieerweiterung beachtet werden wollen, sagt Eckl. So würden etwa Zauneidechsen umgesiedelt. Auch Bodenbrüter und Vögel, für welche eine acht Meter breite und 65 Meter lange Hecke gepflanzt werde, habe man dabei im Blick. Und die Shetland-Ponys von Alois Zimmermann, die dort oben leben, dürfen wohl noch ein paar Jährchen bleiben, bis die Deponie heranrückt.

Günter Blank

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