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Bad Windsheim: Storchen-Baby werden beringt

Auf Basis der Kennziffern lassen sich wertvolle Erkenntnisse gewinnen. - 01.06.2020 14:00 Uhr

Der Storchennachwuchs in Burgbernheim war dieser Tage noch zu klein, um ihn zu beringen, für ihn soll es einen Extra-Termin geben. © Foto: Hartmut Assel


Der Nachwuchs in Burgbernheim ist noch nicht so weit und auch ihre Altersgenossen im Nest auf dem Bad Windsheimer Ochsenhof brauchen noch etwas Zeit, informiert Erwin Taube. Das Zeitfenster zur Beringung ist nicht allzu groß, mindestens drei- bis dreieinhalb Wochen sollten die Jungtiere alt sein, um den Ring überhaupt anbringen zu können. Auf der anderen Seite sollten sie nicht viel älter als fünf Wochen sein, da sonst die Gefahr besteht, dass sie vor Aufregung beziehungsweise Angst aus dem Nest hüpfen, erläutert der Storchen-Fachmann.

Aus diesem Grund werden in diesem Jahr nur einige der Jungstörche am Ipsheimer Kirchturm mit einem Ring versehen. Nicht alle waren im ersten Anlauf groß genug, bei einem späteren zweiten Versuch könnten sich die älteren auf Grund der hohen Nestdichte am Kirchturm selbst in Gefahr bringen.

Bei der Beringung im Dienst der Beringungszentrale Radolfzell im Süden von Baden-Württemberg konnte Erwin Taube auf die bewährte Unterstützung der Feuerwehr unter anderem aus Bad Windsheim zurückgreifen. "Wir sind auf die Feuerwehr-Drehleiter angewiesen." Zuletzt war dies in der Weinbaugemeinde und in Külsheim der Fall, außerdem auf der Bad Windsheimer Spitalkirche. Dort war es ein Geschwisterquartett, das von Erwin Tauber beringt wurde. Nester mit drei Jungvögeln hatte er heuer bereits mehrfach, vier hingegen bislang nur in der Kurstadt, "vier sind schon gut". Im Fall des Külsheimer Nestes gilt sein besonderer Blick in den nächsten Tagen allerdings weniger dem Nachwuchs, als vielmehr den Altvögeln.

Üblicherweise, so erzählt er, hat ein Elternteil bei Jungvögeln in diesem Alter immer ein Auge auf das Nest, während der andere Elternteil auf Futtersuche ist, in Külsheim allerdings war keiner der beiden zu sehen. Nachdem es sich bei dem Külsheimer Weibchen um einen sogenannten Senderstorch handelt, hat Taube eine Reihe von zusätzlichen Informationen rund um das Tier und weiß daher auch, dass es vor zwei Jahren schon einmal aufgebrochen war, um sich nicht nur, wie durchaus üblich, in Dettendorf auf Nahrungssuche zu begeben, sondern bis nach Ansbach geflogen war. Inzwischen allerdings ist der Sender ausgefallen, ob dies nur technische Gründe hat und der Storch erneut nur seinen Radius erweitert hat, oder ob dem Tier etwas zugestoßen ist, kann Taube nicht abschätzen.

Für ihn geht das bisherige Storchenjahr mit einer Reihe von Besonderheiten einher. So machte wie berichtet im Februar ein in Schweden beringter Vogel im Landkreis Station.

Darüber hinaus registrierte Erwin Taube einen Storch, der mit einem in der Region eher unüblichen Metallring versehen war, er kam aus der Nähe von Rostock in den Aischgrund. Für den Storchenexperten ist dies ein Beleg, dass sich dank der individuellen Zahlenfolgen interessante Erkenntnisse auftun, "wenn man nicht beringen würde, wüsste man gar nichts".

CHRISTINE BERGER

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