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Bad Windsheim: Tennisclub kehrt auf den Platz zurück

Beim Tennisclub herrscht Erleichterung, dass der Ball endlich wieder fliegen kann. - 22.05.2020 13:00 Uhr

„Du bist mit Abstand der beste Tennisspieler im Club“ – diesen Spruch sollen die Aktiven auf der Anlage mit Leben erfüllen. Das hofft Stefan Weber, Zweiter Vorsitzender des TC, der froh ist, wieder ans Netz zu dürfen. © Foto: Stefan Blank


So dürfen zwar laut Bayerischem Tennis-Verband vier Spieler gleichzeitig auf einem rund 650 Quadratmeter großen Tennisplatz spielen, "um Punkte darf es dabei aber nicht gehen", erklärt Stefan Weber und zieht die Augenbrauen nach oben. Die offizielle Formulierung: "Ein klassisches Doppelspiel um Punkte ist derzeit noch nicht erlaubt. Es darf aber zu viert auf einem Platz trainiert werden." Es sei eben so wie es ist, meint Weber. Wichtiger sei doch, dass die Schläger wieder in die Hand genommen werden dürfen.

Dass dies erst zum 11. Mai erlaubt wurde, "haben wir ehrlich gesagt nicht verstanden", sagt Stefan Weber. "Vieles in puncto Breitensport ist über einen Kamm geschoren worden." Im Gegensatz zu anderen Sportarten hätte Tennis und Golf zum Beispiel kein erhöhtes Infektionsrisiko gebracht. "Alle waren Zuhause, durften Spazierengehen und Radfahren, aber nicht Tennisspielen, das war schade." Dazu seien "Fake News" gekommen: "Es wurde vieles übertrieben, wie beim Gerücht, es dürften zukünftig keine Bälle angefasst werden",sagt Weber. Wer schon einmal Tennis gespielt habe, würde die Schwierigkeit sofort erkennen, die so etwas mitgebracht hätte. Laut Verband gebe es aber über Bälle keine Infektionsgefahr. Doch Weber sagt auch: "Der BTV hat da leider keine klare Kante bewiesen." Vereine seien immer wieder vertröstet worden. Bis zum 11. Mai, als grünes Licht von der Politik kam.

Zwar habe der Tennisclub dann "Riesenglück gehabt", dass heuer erstmals eine Fremdfirma die Plätze hergerichtet habe. "Mitglieder hätten vorher gar nicht aufs Vereinsgelände gedurft, um Arbeitseinsätze abzuleisten", sagt Weber. Doch wegen Starkregen und Frost mussten die Verantwortlichen den Start dennoch um drei Tage nach hinten schieben. "Das konnten nicht alle Mitglieder verstehen, aber uns blieb nichts anderes übrig."

Seitdem "ist die Anlage sehr gut ausgebucht", berichtet Stefan Weber. "Alle waren heiß." Sogar vier Neumitglieder konnte der Vorstand schon begrüßen. "Wir würden uns natürlich über weitere freuen." Weber lacht. Derzeit besteht der TC aus mehr als 300 Tennisfreunden. Shake-Hands oder Grüppchenbildung zum Zuschauen oder geselligem Fachsimpeln ist aktuell natürlich verboten, wie Weber erklärt. Dafür haben er und seine Vorstandskollegen ein Plakat ausgehängt, auf dem groß steht: "Du bist mit Abstand der beste Tennisspieler im Club" – Betonung auf "Mit Abstand". Zudem müssen alle Spieler, wie auch Gastspieler – dies ist weiter erlaubt und Interessierte können sich an die Trainer Nico Drechsel und Christian Beigel wenden, wie Weber auf Nachfrage bestätigt – sich mit Namen in Listen eintragen. Während sonst keine Mund-Nasen-Maske getragen werden müsse, sei das in den Toiletten Pflicht.

Zum Trainieren dürfen zwar bis zu vier Tennisspieler gleichzeitig auf einen Platz, "bei uns sollen nach Möglichkeit derzeit aber nur zwei Kinder auf einen Court", sagt Stefan Weber. Alle Aktiven würden sich "gut an die Regeln halten". Noch unklar sei jedoch, wie die Medenrunde ab Mitte Juni über die Bühne gehen soll. "Wir dürfen noch bis Freitag Mannschaften kostenfrei abmelden", sagt Weber. Vor allem bei den Jüngeren sei dies wohl unausweichlich, denn schon alleine der Transport zu Auswärtsspielen wäre ein schwieriges Unterfangen. "Aber wer weiß, was bis dahin noch passiert", sagt Stefan Weber und lacht. "Jetzt sind wir einfach nur froh, dass wir wieder Spielen dürfen."

STEFAN BLANK

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