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Bad Windsheim will die Landesgartenschau

Stadt rückt in die nächste Bewerbungsphase um die Ausrichtung vor - 02.08.2019 14:50 Uhr

Der Kurpark dürfte eine zentrale Rolle bei der Planung einer Landesgartenschau in Bad Windsheim spielen. © Günter Blank


Vorausgegangen war eine frohe Botschaft, verkündet von Bürgermeister Bernhard Kisch: "Wir haben den Zuschlag für die Bewerbungsphase zwei erhalten."

Damit startet Bad Windsheim nach 2010 einen zweiten Versuch, eine Landesgartenschau an Land zu ziehen; mittlerweile wird nicht mehr zwischen einer großen und einer kleinen unterschieden, und auch das Konzept hat sich seither geändert. Mit ihrer ersten Ideenskizze, in welche unter anderem Ideen aus der Bürgerbeteiligung für die Entwicklung des Sanierungsgebiets Kurgebiet eingeflossen waren, hat die Stadt nun die erste Hürde genommen.

Die Geschäftsführer der Bayerischen Landesgartenschau GmbH haben eine Delegation aus Bad Windsheim empfangen, dabei habe man "Hintergrund-Informationen erhalten, die uns in der Bewerbung weiterbringen", sagte Bürgermeister Bernhard Kisch. Und die Geschäftsführung habe ausdrücklich ihre fachliche Unterstützung zugesagt.

Suche nach Planungsbüro

Nun gelte es, ein geeignetes Planungsbüro zu finden, welches mit der Stadtverwaltung das Bewerbungskonzept für Phase zwei ausarbeitet. Vertreter zweier Büros waren bereits im Rathaus zu Gast, am 20. August wird sich eine drittes vorstellen. Ein "zügiger Arbeitsfortgang", wie es die Verwaltung in ihren Sitzungsunterlagen formulierte, ist dabei geboten, da die Bewerbungsfrist hierzu am 31. Januar 2020 ausläuft. Phase zwei beinhaltet laut Stadtbaumeister Ludwig Knoblach eine weitere Ausarbeitung auf konzeptioneller Ebene, erst in Phase drei käme es zur Gründung einer Gesellschaft, um den Realisierungswettbewerb auszuschreiben, Phase vier wäre dann die der Umsetzung und Vergabe.

Doch so weit ist man noch lange nicht, und während manche Ratsmitglieder geradezu euphorisiert scheinen von der Vorstellung, das Ereignis in die Stadt zu holen, äußern sich andere noch skeptisch. Für Ismene Dingfelder von der SPD etwa ist "der Zeitrahmen fast zu eng, um uns gut bewerben zu können". Wilhelm Dehner (Liste Land) stellte die Frage in den Raum, "ob man sich das antun und sich in Unkosten stürzen soll, wo man noch kein Konzept hat". Letzteres wies Bürgermeister Bernhard Kisch zurück.

Und auch für den Fall, dass Bad Windsheim den Zuschlag nicht erhält, sieht er nichts verloren: "Die Bewerbungsplanung ist nicht für den Abfallkorb, auch wenn wir es nicht kriegen." Unter Verweis auf Wassertrüdingen, das rund 9,4 Millionen Euro in die Ausrichtung investiert habe, sagte er: "Der betriebswirtschaftliche Durchführungshaushalt bringt in der Tat ein Minus, aber langfristig bleibt was." Der Stadtrat müsse nur davon "überzeugt sein, Nachhaltiges auf den Weg zu bringen".

Unterstützung fand Kisch unter anderem bei Altbürgermeister Wolfgang Eckardt (FWG). Der betrachtet die Landesgartenschau als " Chance, Dinge umzusetzen, die wir mit normalen Mitteln nicht umsetzen könnten". Klar koste das Ganze Geld, welches aber über Umwegrendite wieder reinkommen müsse.

Zur Vermeidung von Widerständen bat Matthias Oberth (SPD) um frühzeitige und transparente Einbindung der Bürger – auch bezüglich der anfallenden Kosten, zu denen laut Stadtbaumeister Ludwig Knoblach derzeit noch keine Aussagen getroffen werden könnten. Auch wenn längst nicht bei jedem alle Bedenken ausgeräumt schienen, so setzte der Stadtrat am Ende doch einhellig ein klares politisches Signal. 

Günter Blank

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