Bad Windsheim: Windshemia sagt Faschingssession ab

Auf der Bühne und im Publikum wird bei Prunksitzungen dicht an dicht gefeiert - heuer ist das nicht möglich. Foto: Siegfried Klafschinski

Auf der Bühne und im Publikum wird bei Prunksitzungen dicht an dicht gefeiert - heuer ist das nicht möglich. Foto: Siegfried Klafschinski © Foto: wz

Kein Herbstzauber, keine Prunksitzungen, kein Kinderfasching, kein Rosenmontagsball, kein Seniorenheim-Auftritt, kein Ohoo: Die Karnevalsgesellschaft Windshemia sagt ihre komplette Kampagne für die anstehende Faschingssession ab. "Im Endeffekt war es alternativlos", sagt Präsident Johannes Gerhäuser im Gespräch mit der Windsheimer Zeitung. Die Entscheidung fiel am Montagabend bei einem Treffen des Präsidiums mit den Gruppenleitern einstimmig.

"Es ging relativ schnell, keiner kann 100 Prozent Sicherheit für Aktive und Zuschauer garantieren – und natürlich spielen auch wirtschaftliche Dinge eine Rolle", erklärt Gerhäuser. Das Kur- und Kongress-Center muss gemietet werden und "wenn es nicht ausverkauft ist, bekommen wir schnell ein Problem", sagt der Präsident der Bad Windsheimer Narren. Bei jeder Prunksitzung drängen sich rund 500 Besucher an den Tischen, um zu feiern. Dazu kommen etwa 200 Aktive auf der Bühne.

Im Führungszirkel sei die Entscheidung schon länger gereift, verrät Gerhäuser. "Wir wollten aber abwarten, zum für uns spätestmöglichen Zeitpunkt entscheiden." Die Mischung aus aktueller Infektionslage, den Gegebenheiten bei einer Faschingsveranstaltung und der "Ungewissheit, was in diesem Winter und Frühjahr noch auf uns zukommen wird", wie es Gerhäuser sagt, habe nun zur Absage aller Events geführt. Damit zieht die Windshemia nach, viele Gesellschaften in ganz Franken hatten die Session schon vorher gecancelt. Die Stimmung unter den Narren war am Montagabend entsprechend, "natürlich sind wir sehr traurig, das ist das erste Mal in der Geschichte der Windshemia – soweit ich mich erinnern kann –, dass eine Kampagne von Anfang an abgesagt werden muss. Das tut schon weh."

"Ein langes Jahr"

Bitter sei ein Jahr ohne die "fünfte Jahreszeit" für alle Faschingsbegeisterten und auch alle Aktiven. "Für uns alle wird es ein langes Jahr", sagt Zweiter Präsident Klaus Holzmann und Gerhäuser fügt an: "Nun geht es auch darum, die bei Laune zu halten." Derzeit hat die Windshemia mehr als 550 Mitglieder, Verbindung zu halten, sei ein wichtiger Punkt. Das Präsidium hatte es den Gruppen freigestellt, ob sie in Teams bis zu zehn Tänzern trainieren wollen oder nicht. "Nach sehr striktem Hygienekonzept", sagt Gerhäuser. "Vielen hat das Tanzen aber gut getan, auch das Treffen mit Gleichgesinnten."

Bei anderen, wie der Purzelgarde, gab es noch kein Training. Unter anderem aufgrund der Unsicherheit, ob es Auftritte gibt oder nicht, hat auch der Chor, dessen Zukunft noch unsicher war, pausiert. "Sie werden sich nun einmal treffen und ich gehe davon aus, dass es weitergeht, in welcher Art und Weise und Konstellation auch immer", sagt der Präsident, der mit seinem Team nun die Planung für die Session 2022 ins Auge fassen will. Mit Prunksitzungen und Ohoo.

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