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Dienstag, 23.07.2019

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Badeaufsicht überall gewährleistet

Mindestens zwei Leute kümmern sich im Bad Windsheimer Freibad um die Sicherheit. - 28.06.2019 18:24 Uhr

Marco Seydewitz hat im Bad Windsheimer Freibad die Schwimmer gut im Blick. © Foto: Claudia Lehner


Dafür, dass alle ihre Bahnen schwimmen können, sorgt das Aufsichtspersonal. Laut einer Schätzung des Bundesverbands Deutscher Schwimmmeister sollen aber deutschlandweit rund 2500 Bademeister fehlen. Doch wie sieht es in Bad Windsheim und Burgbernheim aus? Die WZ hat nachgehakt.

Die Bademeister oder Fachangestellten für Bäderbetriebe, wie der Beruf offiziell heißt, die derzeit im Bad Windsheimer Freibad zu sehen sind, sind Angestellte der Franken-Therme. Sieben von ihnen gibt es, außerdem noch zwei Mitarbeiter, die das Rettungsschwimmabzeichen in Silber haben und dadurch ebenfalls die Aufsicht übernehmen dürfen, erklärt Björn Schreiber, seit zehn Jahren selbst Fachangestellter für Bäderbetriebe. Zudem gibt es neun Aushilfen, die auf 450-Euro-Basis beschäftigt sind, unter anderem Studenten. Auch sie müssen jedoch das Rettungsschwimmabzeichen in Silber vorweisen können und alle zwei Jahre erneuern lassen.

Ob 700 oder 1500 Besucher – die Bademeister hätten die Lage aufgrund ihrer Erfahrung und Ausbildung im Griff, sagt Schreiber. Im Freibad müsse man mindestens zu zweit sein, in der Therme mindestens zu dritt, da dort auch Angebote wie Gymnastik gemacht werden – und die Aufsicht dürfe nicht mehrere Tätigkeiten gleichzeitig ausführen. Derzeit fünf Auszubildende klingen im ersten Moment nicht nach Nachwuchsproblem, doch Schreiber sagt, dass es während seiner eigenen Ausbildungszeit weitaus mehr Interessenten gab. Doch warum? "Die meisten wissen nicht, dass es ein Ausbildungsberuf ist", sagt Schreiber, demzufolge gehen die meisten auch davon aus, dass die Bezahlung schlecht sei. Und es werde kaum Werbung gemacht, die Azubis in Bad Windsheim seien durch persönliche Gespräche angeworben worden.

Zu den Aufgaben eines Fachangestellten gehört aber nicht nur aufzupassen, dass niemand untergeht. Dazu gehört auch die Prüfung der Wasserqualität, im Notfall Erste Hilfe zu leisten, Streitigkeiten zwischen Kindern und Jugendlichen zu schlichten und sich um die Technik zu kümmern. "Der Aufgabenbereich ist vielfältig", sagt Schreiber.

Dass es wegen Mangels an Bademeistern zu kürzeren Öffnungszeiten kam oder gar die Sicherheit zu leiden hatte, gab es im Dr. Hans-Schmotzer-Bad oder auch in der Therme bislang nicht. Dies könne das Team "sehr gut kompensieren", etwa durch kurzzeitige Schichtwechsel oder kurzfristig eingesetzte Aushilfen.

In Burgbernheim gibt es laut Bürgermeister Matthias Schwarz derzeit einen Betriebsführungsvertrag mit der Firma Oliver Fink. Dieser wurde nötig, da der eigene Schwimmmeister derzeit ausfällt und der zweite Mann in Rente gegangen ist. Die Firma kümmert sich um den Technikbereich und um die Aufsicht am Becken. "Eine gute Übergangslösung", findet Schwarz. An Wochenenden und an Feiertagen sei zudem die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft vor Ort, freut sich der Bürgermeister. Gerüchte, die von einer Schließung des Freibads sprechen, verweist er ins Reich der Märchen. "Das Freibad wird definitiv offen gehalten", betont er. Eine Schließung sei nie ein Thema im Stadtrat gewesen. 

NICO CHRISTGAU UND GERHARD KRÄMER

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