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Montag, 13.07.2020

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Baugestaltungsverordnung erreicht Handy-Zeitalter

Ausnahmeregelungen ermöglichen Fotovoltaik-Anlagen in der Altstadt. - 04.06.2020 13:00 Uhr

Blick über die Dächer der Altstadt: Wird es hier bald mehr Fotovoltaikanlagen zu sehen geben? © Foto: Bastian Lauer


Stadtbaumeister Ludwig Knoblach erläuterte, dass bis dato keine Ausnahmeregelungen für das Errichten von Fotovoltaikanlagen auf Dächern im Altstadtring in der Verordnung definiert sind. Der Stadtrat hatte sich in den vergangenen Jahren immer wieder mit Bauanträgen dieser Art beschäftigen müssen und hätte sie teils auch ausnahmsweise genehmigt. Allerdings musste das Landratsamt als Genehmigungsbehörde auf die Satzung verweisen und lehnte die Anträge dann ab, wie Bürgermeister Jürgen Heckel erinnerte.

Kurios, wie Knoblach weiter ausführte: Für Sonnenkollektoren, die technisch völlig anders funktionieren, optisch aber den Fotovoltaikanlagen aber sehr ähneln, sind Ausnahmen in der Satzung definiert. Zwar sei bei Fotovoltaikanlagen – die Strom produzieren – das Thema Brandschutz im Altstadtbereich ein ganz heißes, hob Knoblach hervor, dennoch sollte deren Errichtung in Zukunft doch möglich sein.

Sein Vorschlag: Ausnahmeregelungen analog zu Sonnenkollektoren. Das bedeutet, dass Fotovoltaikanlagen, die parallel zur Dachfläche verbaut sind, nicht von öffentlichen Flächen einsehbar sind und Rücksicht auf das Stadtbild und den Ensembleschutz nehmen, zukünftig erlaubt sein können. Wolfgang Eckardt (FWG) begrüßte das, auch wenn es "nur ein kleiner Schritt" sei. Es gebe noch viele weitere Punkte in der Baugestaltungsverordnung, die einer Überarbeitung bedürfen, besonders im Bezug auf Erneuerbare Energien.

Dieter Hummel (CSU) stimmte überein. Er verwies auf die letzte Novellierung der Satzung im Jahr 2003. "Jetzt ist 2020 – das sind Welten. Das ist wie ein C64 und mein Handy hier." Er sprach sich für eine Klausurtagung der Stadträte zu dem Thema aus. Eckardt ergänzte hierzu, dass man doch alle Architekten in der Stadt mit ins Boot holen könnte, denn die wären schließlich laufend mit den Wünschen und Ideen der Bauträger konfrontiert und könnten wertvolle Hinweise geben.

Matthias Oberth (SPD) hielt die Änderung ebenfalls für gut. Ausnahmeregelungen per Stadtratsbeschluss seien immer ungut, eine "Satzung, die für alle gilt", sei da deutlich besser. Rainer Volkert (CSU) vergaß nicht auf die Frage zu verweisen, was das für alle "illegalen Anlagen" im Stadtgebiet bedeutet. Für Bürgermeister Jürgen Heckel, der die Änderung auch begrüßte, sei das einer der zentralen Punkte, über den es zeitnah im Stadtrat zu reden gilt. Aus seiner Sicht bedeute der Beschluss, der einstimmig fiel, in keinem Fall, dass solche Fotovoltaikanlagen damit nun im Nachhinein genehmigt wären.

 

BASTIAN LAUER

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