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Samstag, 24.08.2019

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Berufsvorbereitungsjahr auch in Bad Windsheim

Jugendliche und junge Erwachsene ohne Ausbildung sollen künftig besser gefördert werden. - 06.08.2019 11:08 Uhr

An der Berufsschule gibt es ein neues Angebot. © Archiv-Foto: Claudia Lehner


Das Kultusministerium wolle die Angebote für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz stärken, erklärt dazu Christina Müller, Leiterin des BSZ in Bad Windsheim. Die Devise "Keiner soll verloren gehen" findet sie sehr gut und auch das nun umfassendere Angebot. Bisher seien die meisten der schulpflichtigen Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz in den JoA-Klassen betreut worden. Drei Jahre lang, dafür nur für einen Tag in der Woche. Dies wird nun durch ein einjähriges Vollzeitangebot ersetzt. Es gibt täglich Unterricht, 37 Stunden in der Woche, aber auch Praktika sind Teil des Programms. In vier Stunden sind laut Müller sogar zwei Lehrkräfte im Einsatz. Außerdem unterstützen Sozialpädagogen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen dem 16. und 21. Lebensjahr. So geht es eben auch um Begleitung bei Problemen und in der Lebenspraxis.

Müller findet das sehr positiv. Die Jugendlichen, die solche Klassen besuchen, hätten häufig keinen Schulabschluss, seien "durchs Netz gefallen". Nach dem Berufsvorbereitungsjahr sei es durchaus möglich, auch den Quali zu erwerben. Ziel ist in jedem Fall, für möglichst alle eine Ausbildung zu finden.

Einige Monate nach Ausbildungsbeginn füllen sich die Klassen erfahrungsgemäß noch mit Schülern, die ihre Lehre abgebrochen haben oder vom Betrieb gekündigt wurden, wie Müller erklärt. Auch anders herum sei es aber möglich. Da die Schule nah dran sei und mitbekomme, wenn eine Lehrstelle wieder frei werde, könnten auch Schüler des Berufsvorbereitungsjahres noch zum Zug kommen.

Das Angebot wird in einem weiteren Punkt umgestellt. Bisher wurden laut Müller Mädchen in Scheinfeld und Jungen in Neustadt betreut. Nun erfolgt die Aufteilung nach Interessen. Am BSZ in Scheinfeld liegt der Schwerpunkt auf Hauswirtschaft und Kinderpflege, in Neustadt im handwerklichen Bereich und in Bad Windsheim sind Jugendliche und junge Erwachsene mit Interesse an kaufmännischen Berufen am besten aufgehoben.

Da Schulpflicht besteht, muss sich für eine solche Klasse anmelden, wer diese noch nicht erfüllt hat, keine Ausbildung antritt oder eine andere Schule besucht. Von den bisherigen Anmeldungen ausgehend, ist Müller sicher, dass auch in der Kurstadt im Herbst mit dem Berufsvorbereitungsjahr gestartet werden kann. Mindestens zehn Schüler müssen es sein. Die maximale Klassenstärke liege bei 16. Anfallende Fahrtkosten übernimmt das Landratsamt. 

ia

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