Bis Ende 2021: Bad Windsheim bekommt City-WLAN

24.4.2021, 06:00 Uhr
Bad Windsheim bekommt City-Wlan.

Bad Windsheim bekommt City-Wlan. © Günter Blank

Die Stadt bastelt weiter an ihrem City-Wlan. Nach holprigem Start könnte es nun mit dem Projekt vorangehen. Bis Ende 2021 soll alles installiert sein und das öffentliche Funknetz entlang einer 2,5 Kilometer langen Nord-Süd-Achse durch die Stadt zur Verfügung stehen. Der Stadtrat hat am Donnerstag Bereitstellung und Installation der technischen Komponenten für rund 100.000 Euro vergeben. Die laufenden Betriebskosten werden auf monatlich 1000 Euro geschätzt.

Bereits im Juni 2018 hatte ein Unternehmen dem Stadtrat ein Konzept für City-Wlan präsentiert. Die Stadtwerke sollten das Projekt voranbringen, doch "trotz mehrmaliger Aufforderung und Nachfrage durch die Stadtwerke konnte mit der damaligen Konzepterstellerin keine Weiterverfolgung des Konzeptes realisiert werden", war in den Unterlagen zur Ratssitzung zu lesen.

Kurzum: Es ging nichts voran und "wir mussten die Reißleine ziehen und den Anbieter wechseln", wie Stadtwerkeleiter Thomas Hartlehnert es formulierte. Also wurde im Mai 2019 die Firma Thüga Smart Service GmbH mit Sitz in Naila mit der Konzeptüberarbeitung beauftragt. Was dabei bislang herauskam und wie es nun weitergehen könnte, das stellte der per Video online zugeschaltete Thüga-Geschäftsführer Bernd Laubmann dem Rat vor.

Fünf Stufen

Planung, Analyse, Entwurf, Umsetzung, Betrieb – das sind laut Laubmann die fünf Entwicklungsstadien. "Wir sind gedanklich in der Umsetzung", also in jener Phase, zu welcher der Abschluss der Vorarbeiten und die Installation des Netzwerks gehören. "Ausgeleuchtet", also kontinuierlich mit dem Funknetzwerk überzogen werden, soll zum einen die Verbindungsachse vom Bahnhof über die Johanniter- und Pastoriusstraße, den Marktplatz, die Kegetstraße, den Holzmarkt, vorbei am Spielplatz zwischen Bauhofwall und Südring bis hin zum Parkplatz des Freilandmuseums.

Dazu Schüsselmarkt, Klosterplatz samt Stadtbibliothek sowie Schwalbengasse, Herrngasse, Teile der Rothenburger Straße, die Krämergasse und das Areal rund um Franken-Therme und Kur- und Kongress-Center. Der Phoenix-Reisemobilhafen, der über eigenes Wlan verfügt, soll ebenfalls integriert werden.

Die aus den Reihen der Ratsmitglieder angeregte Einbindung weiterer Bereiche, wie etwa der Seegasse mit dem Reichsstadtmuseum oder das Gebiet der Reha-Kliniken, werde geprüft, sei aber auch erst in einem späteren Ausbaustadium vorstellbar, erklärte Bürgermeister Jürgen Heckel. Hier gelte es auch, Möglichkeiten auszuschöpfen, die sich aus der für 2027 geplanten Ausrichtung der Landesgartenschau ergeben könnten, ergänzte Thomas Hartlehnert. "Das System ist erweiterungsfähig", erklärte Hartlehnert. Nun gelte es aber laut Heckel, die Planung bis Ende 2021 umzusetzen, andernfalls gingen Fördergelder verloren.

Am Geld soll's nicht scheitern

Am Geld sollte ein weitergehender Ausbau nicht scheitern, merkte Horst Allraun (CSU) an. Schließlich stünde den aktuell veranschlagten Investitionskosten von 150 000 Euro – 50 000 Euro davon sind für bauliche Vorarbeiten angesetzt, welche von Stadtwerken und -betrieben ausgeführt werden – ein städtischer Haushaltsausgaberest von 269 000 Euro gegenüber. Hinzu kommen Fördermittel der Europäischen Union aus dem Programm WiFi4EU: diese 15 000 Euro habe der frühere Ordnungsamtsleiter Bertram Strobel "im Windhundverfahren" (Heckel) für die Stadt ergattert.

Bernhard Kisch (CSU) wollte wissen, ob eine "Ausleuchtung auch in die Geschäfte rein" möglich sei, Einzelhändler könnten beispielsweise Push-Werbung betreiben. In ihrer Beschlussvorlage verwiesen Heckel und Hartlehnert auf die Absicht, ein "City-Portal" zu erstellen und zu betreiben – in Abstimmung und unter Nutzung von Synergien mit dem Content Management der digitalen Infostelen der Kur, Kongress- und Touristik-GmbH (KKT). Diese sollen, wie berichtet, strategisch gut über die Stadt verteilt und die Bildschirme von KKT und Therme bespielt werden.

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