Brand in Oberntief: Beide Seiten gehen in Berufung

12.5.2021, 17:05 Uhr
Hier wüteten am frühen Morgen des 27. Juni 2020 zwei Feuer.Archiv-Foto: B. Lauer

Hier wüteten am frühen Morgen des 27. Juni 2020 zwei Feuer.Archiv-Foto: B. Lauer © Foto: bl

Ein 33-jähriger rumänischer Staatsbürger war, wir berichteten, in Fürth zu zwei Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden, weil er am 27. Juni 2020 ein Wohngebäude und eine angrenzende Scheune auf einem ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesen im Bad Windsheimer Ortsteil Oberntief in Brand gesteckt haben soll. Durch das Feuer soll er Leib und Leben von vier Mitbewohnern gefährdet haben, weshalb ihm die Staatsanwaltschaft schwere Brandstiftung zur Last gelegt hatte.

Wie Jürgen Wolf, Pressesprecher am Amtsgericht Fürth, bestätigte, gehen beide Seiten in Berufung. Die Frist dafür war am 6. Mai abgelaufen. Damit wandere die Sache zum Landgericht Nürnberg weiter, wo der Fall aufgrund der Umstände – der 33-Jährige sitzt seit September in Haft – möglichst zeitnah erneut verhandelt werden soll.

Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre Haft gefordert, der Verteidiger des Angeklagten hatte hingegen auf Freispruch plädiert. An zwei Verhandlungstagen waren ein Schutzpolizist, der den Angeklagten am Morgen der Tat in Ergersheim festgenommen hatte, der Sachbearbeiter der Kriminalpolizei, eine Spielhallenaufsicht und der "Teamleiter" des Angeklagten sowie von dessen Mitbewohnern als Zeuge gehört worden. Bei der Beweisführung war eine Reihe von Indizien präsentiert worden, die letztlich nur den Schluss zuließen, dass der Angeklagte – zu keiner Zeit habe es andere Verdächtige gegeben – auch der Täter war, legte die Staatsanwältin dar.

Der Verteidiger hatte vor allem betont, dass die Ermittler keinen "Sachbeweis", der für eine Täterschaft des 33-Jährigen sprechen würde, gefunden hätten. Für ihn hätte zudem gesprochen, dass er bei einem Geständnis den Gerichtssaal als freier Mann hätte verlassen können, denn Staatsanwältin und Richter hatten vor Prozessbeginn signalisiert, in dem Fall ein zweijährige Haftstrafe zur Bewährung für ausreichend zu erachten. Trotz dessen wies der Angeklagte die Vorwürfe zurück und musste im Gefängnis bleiben. Nun geht der Fall in eine neue Runde.

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