Montag, 12.04.2021

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Budenzauber in Hof - mit Overath und Bad Windsheim

Fußballlegenden begeisterten im Januar 1985 in der Freiheitshalle - 02.02.2021 09:57 Uhr

Illustrer Kreis beim Gruppenbild in der Hofer Freiheitshalle, die Kicker der „Altinternationalen“ und des FSV Bad Windsheim: (hinten, von links) Wolfgang Overath, Walter Dimler, Rudi Sturz, „Buffi“ Ettmaier, Hermann Ott, „Ente“ Lippens, Walter Billing, Dieter Gehwald, Uli Pechthold sowie (vorne, von links) Udo Böhs, Lothar Emmerich, Wolfgang Weber, Wolfgang Westphal, Portas-PR-Manager Peter Schulze, Bruno Fischer und Roland Gerstenmaier.

01.02.2021 © Foto: WZ-Archiv


Bis zu diesem Endspiel hatte das vom PR-Manager des Unternehmens Portas, Peter Schulze, zusammengestellte Team um den technisch überragenden und mit zehn Buden zum Torschützenkönig gekrönten Overath, die beiden Filigrantechniker Ettmayer und Lippens, die laut WZ damals "mit ihren Kabinettstückchen das Publikum begeisterten", mit ExNationalspieler Wolfgang "Bulle" Weber als Abwehrchef, Lothar Emmerich und Udo Böhs zwischen den Pfosten, souverän alle Gegner zerlegt.

Doch die Puma-Mannschaft, unter anderem mit Nüssing, Mannfred Ritschel, Bernhard Bergmann, Franz Zimmert und Günter Gerling, entzauberte die Legendentruppe. Dritter wurde in Hof eine Oberfranken-Auswahl vor dem FC Bayern Hof.

Krimi gegen Altinternationale

In der Vorrunde mussten die "Altinternationalen" aber ganz schön schwitzen und schuld daran waren die Bad Windsheimer. Bis zur Pause und auch kurz danach wurden die Nationalspieler ihrer Favoritenrolle absolut gerecht, der FSV lag 1:5 hinten. Doch die Kurstädter spielten sich vor den lautstarken Fans in einen kleinen Rausch. Keeper Walter Dimler, Fritz Billing, Bruno Fischer, Dieter Gehwald, Roland Gerstenmaier, Hermann Ott, Wolfgang Westphal sowie Rudi Sturz und Uli Pechthold kamen auf 4:5 heran, für ein Remis reichte es aber nicht mehr.

Zuvor hatte die mit Kickern der Ersten verstärkte FSV-AH, die zu der begehrten Einladung dank der guten Kontakte des ehemaligen Hofer Coaches und damaligen FSV-Managers Fred Hofmann gekommen war, den 1. FC Nürnberg mit Hans Walitza und Tasso Wild durch zwei Tore von Sturz und Pechthold mit 3:1 bezwungen.

Breitner und Lorant wurden vermisst

Die Zugpferde des Turniers, die "Altinternationalen", nahmen eine Sonderrolle ein, was die Verlegung der Partie gegen den FSV zeigte. Der Grund: Overath, Lippens und Weber waren wegen der "winterlichen Straßenverhältnisse" noch nicht angekommen. Im Turnierheft waren übrigens auch noch Paul Breitner und Werner Lorant (damals Spielertrainer des Landesliga-Topclubs SV Heidingsfeld) angekündigt worden, die aber doch nicht dabei waren. Das Teilnehmerfeld komplettierten der SAK Salzburg und Hertha Zehlendorf.

"Es war ein unfassbares Erlebnis", erinnert sich Bruno Fischer, "einfach klasse." Im entscheidenden Vorrundenspiel verlor der FSV gegen eine Oberfranken-Auswahl mit 1:3 und verpasste das Halbfinale. Doch ein Riesending war es für die Kurstädter trotzdem und beim Feiern danach kamen sie auch noch modisch groß raus: "Fred Hofmann hatte uns einen Mordsabend mit feinem Essen und Tanz angekündigt", erzählt Dieter Gehwald, "wir hatten alle einen Anzug an."

Die anderen Mannschaften kamen im Trainingsanzug und zu futtern "gab es was vom Hähnchenwagen vor der Kneipe", sagt Gehwald lachend. So oder so, nicht nur dank Overath, Lippens und Ettmayer, ist sich Bruno Fischer sicher: "Den Tag werde ich mein ganzes Leben nicht vergessen."

STEFAN BLANK

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