Freitag, 28.02.2020

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Bürgermeisterkandidat Jürgen Heckel punktet im Heimspiel

Volles Haus beim Abend mit Kandidaten der Liste WiR in Lenkersheim. - 14.02.2020 13:00 Uhr

„Ich bin jung, ich bin erfahren und ich kann es“: Jürgen Heckel rührt für sich in Lenkersheim die Werbetrommel. © Foto: Günter Blank


Nach der Begrüßung durch Zweiten Vorsitzenden Mathias Flory sind aber erst die anderen dran. 14 der 24 Ratskandidaten stellen sich und ihre Ziele vor, ebenso drei weitere, die sich um ein Kreistagsmandat bewerben. Als Moderator des Abends fungiert Gerhard Koslowski.

Mathias Flory beispielsweise will sich für Jugend und Landwirtschaft einsetzen. Rainer Meier, dessen in der Vorwoche vollzogener Rücktritt vom Amt des WiR-Vorsitzenden an diesem Abend kein Thema ist, möchte sich für die Ortsteile und in der städtischen Finanzpolitik engagieren. Magda Deininger geht, statt große Worte zu verlieren, lieber von Tisch zu Tisch und verteilt Süßigkeiten. Susanne Wolf möchte den Krankenhaus-, Pflege- und Reha-Standort Bad Windsheim erhalten, Christine Finzel-Dorn beobachtet seit 40 Jahren die Verödung der Altstadt und möchte nicht, dass diese vollends in die "Unwichtigkeit" fällt.

Benno Bulittas Thema ist die Barrierefreiheit, seine Bilanz hierzu seit 2014 ist eindeutig: "Ein Scheißdreck ist passiert." Dem sinnvollen Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs und individuellen Lösungen gegen das Ladensterben hat sich Ernst Werner Schneider verschrieben. Dr. Wolfgang Stadler, seit 18 Jahren im Rat, beschreibt seine Schwerpunkte mit "Musik und Medizin" sowie "Kunst und Kultur".

Man habe oft auf die Mütze gekriegt, sei "als destruktiv bezeichnet und selten gelobt worden", zieht Gerhard Koslowski als dritter WiR-Stadtrat im Bunde Bilanz der vergangenen sechs Jahre. Als "beschränkt gedacht" kritisiert er die Gebührenpflicht für den Parkplatz an der "Schranken-Therme" und kommt angesichts der Entwicklung Im Häspelein und auf dem früheren Kochbräu-Areal zu dem Schluss: "Man nimmt keine Rücksicht auf die Versorgung von Menschen, man nimmt nur Rücksicht auf Investoren."

Dann endlich darf Jürgen Heckel ans Rednerpult. Er erklärt, den Schwerpunkt auf die Ortsteile zu legen, und kritisiert, dass die Ortsteilbeauftragten vom Bürgermeister "abgesägt und auf die Seite gestellt wurden". Die Finanzierung von Wegeinstandsetzungen, Folgen des neuen Feuerwehrbedarfsplans für die Ortswehren und die Abschaffung von Ortsbegehungen sind Ansätze für Kritik an aktuellen Entwicklungen.

Aber Heckel kritisiert nicht nur, er skizziert auch konkrete Vorhaben für den Fall seiner Wahl. So strebe er eine Kommunale Wohnungsbaugesellschaft an, welche "Schrottimmobilien" zu marktgerechten Preisen aufkaufen und nach den Bedürfnissen der späteren Nutzer aufbauen könne. So bekäme die Stadt "Immobilien zum Beispiel für den sozialen Wohnungsbau auf verschiedenen Ebenen". Den Citymanager möchte Heckel abschaffen, dafür einen Wirtschaftsförderer in Vollzeit einsetzen.

Nicht nur die Entwicklung Im Häspelein, auch Um- und Neuansiedlungen von Märkten an der Raiffeisenstraße sind für Heckel der falsche Weg. "Das kann doch nicht gutgehen für die Innenstadt." Er nennt weitere Dauerbrenner der Politik wie die Hospitalstiftung mit dem vorübergehend auf Eis gelegten Demenzzentrum.

Heckels Ist-Analyse der Situation im Rat: "Ein Großteil der Fraktionen möchte nach sechs Jahren nicht mehr mit dem aktuellen Bürgermeister zusammenarbeiten." Aus dieser Behauptung folgert er: "Da muss man vieles falsch gemacht haben." Die Alternative ist klar: "Ich bin jung (seine Tochter und Ratskandidatin Dr. Isabel Heckel lacht hier), ich bin erfahren und ich kann es. Daher tue ich mir das an und ich hoffe, ich schaffe es."

"Jetzt haben wir eine Menge gehört, das macht einen fast fertig", leitet Koslowski nach Heckels Rede zur Diskussion über, doch auch nach der ist nicht Schluss. Erst nach Christine Finzel-Dorns ausufernder Laudatio auf Heckel kann Mathias Flory die Veranstaltung beschließen.

Günter Blank

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