Kapazitäten werden hochgefahren

Corona-Boostern: Wo es die begehrten Spritzen gibt

Claudia Lehner

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20.11.2021, 08:30 Uhr
Impftermine sind aktuell wieder begehrt.

Impftermine sind aktuell wieder begehrt. © Stefan Blank, NN

3G, 2G, steigende Inzidenzen und teils bereits massiv überlastete Intensivstationen: Gründe für so manche, sich doch impfen zu lassen oder den Impfschutz durch Boostern zu verbessern. Die Nachfrage nach Impfterminen steigt, auch im Landkreis. Doch: Die Hausärzte sind überlastet und am Impfzentrum des Landkreises gibt es die Spritze nur noch nach Terminvergabe. Nun wird versucht, die Kapazitäten hochzufahren.

Öffnungszeiten werde erweitert

„Seit der vergangenen Woche ist die Nachfrage an Impfungen im Zentrum Baudenbach stetig gestiegen“, teilt Bastian Kallert vom Landratsamt mit. Aufgrund der sehr hohen Nachfrage am vergangenen Dienstag, insgesamt wurden 150 Impfungen durchgeführt, sei es zu längeren Wartezeiten gekommen. Diese sollen vermieden und die Kapazitäten vor Ort bestmöglich ausgeschöpft werden. Deshalb sind ab heute wie berichtet nur Impfungen nach Terminvergabe möglich. Die Impfangebote müssen wieder hochgefahren werden. Im Impfzentrum Baudenbach werden daher in der kommenden Woche die Öffnungszeiten erweitert (siehe nebenstehenden Bericht). An sechs statt bisher an fünf Tagen soll geimpft werden, von Montag bis Samstag. Derzeit sei man im Gespräch mit den Hilfsorganisationen, die das Personal stellen.

Außerdem sind mobile Impfteams in Seniorenheimen des Landkreises unterwegs und bieten regelmäßig über den Landkreis verteilt offene Impfaktionen an. Die soll es auch weiterhin geben. In einem Großteil der Einrichtungen seien die Boosterimpfungen bereits abgeschlossen. Bis Mitte Dezember wolle man die Auffrischungen dort abgeschlossen haben. Auch für die über den Landkreis verteilten Impfangebote werden weitere Ideen entwickelt.

Überlastete Arztpraxen

Die Arztpraxen im Landkreis haben einiges zum Impffortschritt beigetragen. Bis zum Dienstag sind dort 75183 Impfungen durchgeführt worden, darunter 3600 Auffrischungen, wie Dr. Georg Deichhardt, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbands, betont. Insgesamt wurden über das Impfzentrum und die Praxen – Stand vom vergangenen Freitag – 137 886 Impfdosen verabreicht. Die Impfzahlen der Praxen seien im Vergleich mit anderen Landkreisen in Mittelfranken sehr hoch, würdigt er den Einsatz der „äußerst fleißigen und bemühten“ Kollegen und Mitarbeiterinnen. Die Praxen arbeiten allerdings bereits „über der Schmerzgrenze“.

Sind es mehr Erstimpfungen oder Auffrischungen, die dominieren? Laut Kallert variiert das im Impfzentrum von Tag zu Tag. Bei der offenen Impfaktion am Martinimarkt in Neustadt seien es ungewöhnlich viele Erstimpfungen gewesen: über 50. Dagegen wurden am Dienstag sehr viele Booster-Impfungen vorgenommen. Der Eindruck von Deichhardt ist, dass mit der Einführung von 3G die Erstimpfungen „einen Peak“ erlebten. Mittlerweile sei das Boostern in den Vordergrund gerückt.

Kritik an der Politik

Die schnellen Kurswechsel in der Politik machen es den Ärzten zusätzlich schwer, wenn „über Nacht“ die ganze Bevölkerung aufgefordert werde, sich boostern zu lassen. Dazu kommt, dass es bei der Bestellung von Impfstoff zeitweise eine Vorlaufzeit von zwei bis drei Wochen gab. Die sei nun auf Druck aus der Ärzteschaft wieder auf eine Woche gesenkt worden.

Doch die Lage bleibt auch im Kreis angespannt: Am gestrigen Donnerstag hat das Landratsamt 89 neue Infektionsfälle gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das Robert-Koch-Institut mit 311 an, nach 333,8 am Vortag. Wie sich die Infektionslage weiterentwickelt, hänge laut Georg Deichhardt nicht zuletzt von der Bevölkerung ab: „Impfen, Abstand und das Hirn einschalten ist der Weg aus der Pandemie.“

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