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Dienstag, 01.12.2020

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Corona: Das bedeutet der Lockdown für Bad Windsheim

Freilandmuseum muss ab Montag schließen, kein Weihnachtsmarkt in Bad Windsheim - 29.10.2020 19:12 Uhr

Bis Sonntagabend öffnen sich die Türen der Franken-Therme noch, ab Montag bleibt der Badetempel bis auf Weiteres geschlossen.

29.10.2020 © Foto: Stefan Blank


Franken-Therme: ab Montag dicht. Freilandmuseum: ab Montag dicht. Hotels, Gaststätten und Kneipen: ab Montag dicht. Weihnachtsmarkt: abgesagt. Die Reaktionen von Bundes- und Landesregierung auf die stetig steigenden Corona-Fallzahlen treffen auch die Kurstadt.

Am Donnerstag meldete das Landratsamt 13 weitere Neuinfektionen für einen Gesamtstand von nun 394. 61 Corona-Fälle gelten als aktiv. Im Kreis lag die Sieben-Tage-Inzidenz Donnerstagvormittag bei 48,51. Die Region war damit neben dem Kreis Amberg-Sulzbach und der Stadt Amberg die einzige von 96 bayerischen kreisfreien Städten und Kreisen, die auf der Karte des Landesamts für Gesundheit nicht Rot oder Dunkelrot ist. Laut Auskunft des bayerischen Gesundheitsministeriums hatte sich das bis zum Nachmittag nicht geändert, einen exakten Inzidenz-Wert nannte die Behörde nicht.

Die Entwicklung hat Folgen: Ein Bad Windsheimer Weihnachtsmarkt wird unabhängig von der Art und Weise in diesem Jahr nicht stattfinden. "Das ist kein böser, sondern ein vorsorglicher Akt", erklärte Bürgermeister Jürgen Heckel. Es gebe aktuell wichtigere Aufgaben, um durch "das Tal" hindurchzukommen.

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Vorbereitungen für einen Markt müssten jetzt anlaufen, das sei aufgrund der Corona-Lage nicht möglich. Mit Kurdirektor Mike Bernasco, Schaustellern sowie Stadtrat Eberhard Gurrath sei das, so Heckel, besprochen. Er appelliere an die Vernunft der Bürger, da es nun besser sei, alles herunterzufahren und ein wenig mehr Rücksicht zu nehmen – in der Hoffnung, dass es im Dezember bergauf gehe.

"Die Tourist-Info ist ab Sonntag zu und die Therme ab Montag", sagte am Donnerstag ein um positive Gedanken bemühter Mike Bernasco. "Bis auf Weiteres." Für eine Vielzahl der Mitarbeiter werde Kurzarbeit angemeldet, das Ziel sei aber klar: "Wir wollen alle Arbeitsplätze erhalten und werden – wenn es wieder losgeht – eine der ersten Thermen sein, die wieder aufmacht."

Wirtschaftlich bedeute der erneute Lockdown "eine schwierige Situation", sagte Bernasco. Noch sei unklar, wieviel Geld aufgrund der bestehenden Betriebsausfallversicherung für sechs Wochen in Lockdown eins fließen wird, für Zwangsschließung zwei "wird die Versicherung wohl nicht wieder greifen".

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Aus zahlreichen Telefonaten berichtete Bernasco, dass in der Hotel-, Gastronomie- und Tourismusbranche die Stimmung entsprechend sei. "Ich habe viele Emotionen gespürt: Enttäuschung, Traurigkeit, Wut, Resignation. Für viele geht es um die Existenz." Für die Franken-Therme blickt Bernasco dennoch positiv in die Zukunft. "Wir müssen das Beste draus machen. Unsere Therme ist so aufgestellt, dass wir, wenn wir wieder öffnen dürfen, nach einer gewissen Zeit wieder an die vergangenen erfolgreichen Jahre anknüpfen können."

Die Verantwortlichen des Freilandmuseums wollen aus den letzten Tagen, die ihnen heuer bleiben, das Maximum herausholen. "Klar und deutlich", sagte Museumsleiter Dr. Herbert May, "ist das Museum ab Montag dicht." Heute und am Wochenende ist das Gelände geöffnet. "Wir hoffen nochmal auf regen Besuch."

Maskenpflicht im gesamten Freilandmuseum

Eine Umstellung gibt es aber: Auf dem gesamten Gelände gilt Maskenpflicht, nicht mehr nur in den Gebäuden. Was im Dezember wird, müsse man abwarten. Man rüste sich dafür, in den ersten beiden Dezemberwochen – wie geplant – zu öffnen. Im Advent gäbe es viel Zuspruch, "die Chance wollen wir den Besuchern wieder bieten".

In den Kliniken des Landkreises verschiebt sich unterdessen wieder, wie im März/April, der Fokus. Am Donnerstag befanden sich vier mit dem Coronavirus infizierte Patienten in Behandlung, teilte Landratsamtspressesprecher Matthias Hirsch mit. In Neustadt werden 40 Betten für Covid-19Fälle vorgehalten.

In Bad Windsheim "sind wir in der Lage, bei Bedarf weitere Betten zur Verfügung zu stellen". Planbare Operationen werden "wieder reduziert", um Kapazitäten freizuschaufeln. Momentan gilt als Besuchsregel: einer für eine Stunde pro Tag, der Besucher kann täglich wechseln. Hirsch: "Wir fahren hier auf Sicht, denn eine sich verschlimmernde Lage kann auch hier wieder eine Anpassung erfordern."

ANNA FRANCK, BASTIAN LAUER UND STEFAN BLANK

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