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Dienstag, 13.04.2021

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Corona im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim: Die Notbremse droht

Kita-Personal meldet sich nach Impfung krank - 06.04.2021 17:22 Uhr

Die Notbremse droht im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim.

17.11.2020 © Claudia Lehner


Zumindest die Zahlen, die das Landratsamt in Neustadt nahezu täglich – über die Feiertage gab es ein paar Lücken – bekanntgibt, sprechen dafür. Am Dienstag vermeldete die Behörde elf neue Infektionsfälle. In den vergangenen sieben Tagen liegt diese Gesamtzahl nun bei 102. Insgesamt sind seit Pandemie-Beginn 3236 Fälle verzeichnet worden, 168 gelten derzeit als aktiv.

Die Zahlen laufen stets zeitverzögert beim Robert-Koch-Institut (RKI) ein, das aber täglich den maßgeblichen Inzidenz-Wert veröffentlicht. Dieser lag für den Landkreis am Dienstag bei 105, am Ostermontag hatte er bei 101 gelegen. Ist er drei Tage am Stück über 100, greift die Notbremse, beispielsweise mit einer nächtlichen Ausgangssperre.

Strengere Regeln ab Freitag?

Auf Nachfrage erläuterte Landratsamtssprecher Matthias Hirsch noch einmal das Prozedere: Sollte der vom RKI veröffentlichte Wert auch am Mittwoch über 100 liegen, müsste das Landratsamt am Donnerstag eine Bekanntmachung veröffentlichen, dass dieser Umstand festgestellt worden ist. Am Folgetag – also in der Nacht zum Freitag ab 0 Uhr – greifen dann die neuen Maßnahmen. Die Notbremse wird erst wieder gelöst, wenn die Inzidenz drei Tage in Folge unter dem Wert von 100 liegt.


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Am Landratsamt sei man vorbereitet, erklärte Hirsch. Zumal am Freitag auch wieder entschieden werden muss, welche Regelung für den Betrieb von Schulen und Kindergärten in der folgenden Kalenderwoche wirksam ist. In diesen Einrichtungen waren zuletzt auch die Impfungen im Fokus gestanden. Mit dem Personal sei man hier "fast durch", was die Erstimpfung betrifft, sagte Hirsch.

Impfen in kleinen Gruppen

Er bestätigte zudem auf WZ-Nachfrage, dass es nach einer Sammelimpfung am Osterwochenende zu Impfreaktionen beim Personal und in der Folge zu Krankmeldungen im Kindergarten in Burgbernheim gekommen ist. Drei Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter hätten sich im Nachgang ihrer Impfung krank gemeldet. Dies warf die Frage auf, ob es sinnvoll wäre, nicht das gesamte Personal beispielsweise einer Kita auf einmal, sondern stattdessen in kleinen Gruppen zu impfen.

Man berücksichtige dies, um solche potenziellen Personal-Engpässe zu vermeiden, betonte Hirsch. In dem Fall in Burgbernheim sei auch nicht das gesamte Personal geimpft worden, sondern "etwa die Hälfte". Es werde stets versucht, mehrere Termine pro Einrichtung zu schaffen, "soweit das der Impfbetrieb zulässt". Man sei in diesem Punkt, so seine Einschätzung, "gut aufgestellt".


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Reibungslos soll auch das außergewöhnliche Impfangebot an Karsamstag gelaufen sein. 300 Dosen mit dem Impfstoff von Astrazeneca hatten zur Verfügung gestanden. Es habe mehr Anfragen von Personen über 60 Jahren gegeben als Impfdosen zur Verfügung gestanden hätten, sagte Hirsch. Einen zusätzlichen Ansturm vor Ort im Impfzentrum in Bad Windsheim habe es aber nicht gegeben, betonte er. "Etwa eine Handvoll" Bürger ohne eigenen Termin hätte man nach Hause schicken müssen.

BASTIAN LAUER

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