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Corona in der Kiliani-Klinik: Neustart der Reha-Abteilung verschoben

In der Kiliani-Klinik gab es immer wieder Corona-Fälle - 15.01.2021 06:00 Uhr

Bis zum Sommer soll Abschnitt eins des Neubaus an der Kiliani-Klinik mit dem Bewegungsbad fertig sein.

14.01.2021 © Foto: Stefan Blank


Es ist etwas ruhiger geworden um die Kiliani-Klinik. An der Großbaustelle außen, aber auch in der Reha-Einrichtung der Dr.-Becker-Kilinikgruppe. Während der Fortschritt bei der Baumaßnahme auch von der Witterung abhängt, im Sommer aber bereits Teile wie das Bewegungsbad eröffnet werden sollen, ist beim Rehabetrieb das Infektionsgeschehen entscheidend. Die Wiederaufnahme des Klinikbetriebs musste verschoben werden und soll nun erfolgen, wenn Reihentestungen keine positiven Testergebnisse mehr zu Tage fördern.

"Für alle Beteiligten ist die aktuelle Situation anstrengend", teilt Stefanie Zerres von der Kommunikationsabteilung der Dr.-Becker-Gruppe auf WZ-Nachfrage mit. Umso ungeduldiger würde die Klinik auf den Impfstart, "der für die kommende Woche geplant ist" warten. Anfang und Ende November waren Corona-Fälle aus der Kiliani-Klinik gemeldet worden.

Weitgehende Schließung

65 infizierte Patienten und Mitarbeiter. Nach 31 weiteren Fällen entschieden die Verantwortlichen am 9. Dezember, die weitgehende Schließung der Reha-Einrichtung im Bad Windsheimer Kurpark, nur die Abteilung für neurologisch Schwerstbetroffene blieb in Betrieb. Derzeit werden in der Kiliani-Klinik 21 Patienten betreut, 30 Mitarbeiter seien im Einsatz, teilt Zerres mit.

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Vergangenen Montag sollte die Rehaklinik wieder hochgefahren werden, nach zwei Reihentestungen zum Jahresbeginn sah es noch gut aus – alle negativ. Doch am 8. Januar wurden 14 Mitarbeiter positiv auf Covid-19 getestet. Klinikdirektorin Ursula Siebertz-Ohnesorge und die Geschäftsleitung in Köln mussten den Neustart verschieben, "auch wenn das finanziell große Einschnitte für uns bedeutet", teilt Zerres mit.

Die Abteilung für neurologisch Schwerstbetroffene, die Frührehabilitation der Phase B, war nicht betroffen, bleibt weiter geöffnet. Diese Patienten seien laut Zerres "so schwer erkrankt, dass eine Verlegung im Dezember nicht möglich war". Unterstützend seien zu den strengen Hygieneregeln "UV-C-Luftentkeimer" angeschafft worden, die mögliche Viren und Keime in der Luft entfernen.

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Getestet auf Covid-19 werde in der Kiliani-Klinik häufig, teilt Stefanie Zerres mit. Alle Mitarbeiter in allen Schichten vor Dienstbeginn per Antigen-Schnelltest und zweimal pro Woche mit PCR-Reihentestungen. Eine Testpause gelte für ehemals positiv Getestete, nachdem sie die Quarantänezeit absolviert haben. Bei den verbliebenen Patienten werden wöchentlich zwei Reihentests durchgeführt, erklärt Zerres.

Empfehlungen folgen

"Es herrscht zurzeit ein hoher Pandemie-Druck in der Region, der sich leider auch an den Kliniken zeigt", teilt Zerres mit. Man folge gewissenhaft allen Empfehlungen des Robert- Koch-Institutes, des Gesundheitsamtes und eines beratenden Hygieneinstitutes, dem Deutschen Beratungszentrum für Hygiene Freiburg. "Zudem werden wir von mehreren externen Hygienefachkräften unterstützt. Sie überprüfen konstant sämtliche Prozesse im Hause genauestens auf Infektionssicherheit."

Doch warum gab es bei den ersten Tests 2021 bei keinem Mitarbeiter, kurz darauf aber 14 positive Ergebnisse? Die Entwicklungen seien "deutschlandweit und insbesondere in unserer Region zurzeit sehr dynamisch", teilt Zerres mit, sie verweist aber auch auf eine "sehr geringe Viruslast" der Betroffenen.

"Leider kann es manchmal passieren, dass die sensitiven Tests, die wir verwenden, an einem Tag ausschlagen, am anderen nicht. Die positiv Getesteten zeigen keine Symptome, sodass wir nicht 100 Prozent ausschließen können, dass die sensitiven Tests falsch-positiv sind." Die Klinikgruppe beobachte das und sei im Gespräch mit dem Labor. Zerres: "Wir lassen den Klinikbetrieb weiter ruhen, um kein Risiko einzugehen."

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Seit Montag wird dafür auf der Baustelle nach der Weihnachtspause wieder gewerkelt. Abschnitt eins, das Erdgeschoss des Neubaus mit Logopädie-Abteilung, Bewegungsbecken samt Duschen und Umkleiden, physikalischem Therapie- und Behandlungsbereich, vergrößertem Vortragssaal, Mitarbeiter-Casino, Aufenthaltsraum für teilstationäre Patienten sowie Technikräumen, soll schon im Sommer soweit sein.

Der Innenausbau sei bereits im Gange, bald würden Fenster eingebaut werden, erklärt Stefanie Zerres, auch der Rohbau für Abschnitt zwei, das Obergeschoss mit der hochmodernen Station für Phase-B-Patienten der Neurologischen Früh-Rehabilitation, komme voran. "Seit wir im Frühjahr 2020 mit Komplikationen im alten Bestandsgebäudeteil zu kämpfen hatten, sind wir nun zufrieden mit dem Fortschritt", teilt Stefanie Zerres mit.

Damals musste das Zwischengebäude mit rund 900 Quadratmetern entgegen vorheriger Planung aufgrund von altem, marodem Beton fast vollständig abgerissen werden. Der Beton "konnte den statischen Prüfungen nicht standhalten und wies nicht die notwendige Qualität auf". Dieser Zusatzaufwand für das 13-Millionen-Euro-Projekt habe ein paar Wochen Planungs- und Bauzeit gekostet. Stefanie Zerres: "Mit der gesamten Fertigstellung rechnen wir Anfang 2022."

STEFAN BLANK

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