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Corona-Krise: So verwenden Sie FFP2-Masken richtig

Die Luft soll durch die Maske eingeatmet werden, nicht außen vorbeiströmen - 14.01.2021 06:00 Uhr

FFP2-Masken werden wohl ab kommender Woche viele Communitymasken verdrängen.

13.01.2021 © Foto: Bastian Lauer


Seit Montag ist Bayern im verlängerten Lockdown. Es gelten strengere Kontaktbeschränkungen und Einschränkungen in der Mobilität. Jetzt hat das bayerische Kabinett auch noch beschlossen, dass Menschen beim Zug- oder Busfahren und beim Einkaufen ab kommenden Montag FFP2-Masken tragen müssen. Wo man sie herbekommt und was man beim Tragen und Kaufen beachten muss, dazu hat die WZ Dr. Georg Deichhardt befragt, er ist der Koordinierende Arzt für den Landkreis in der Corona-Krise. Der Ipsheimer Allgemeinarzt gibt auch einen Tipp zur Lagerung.

FFP2-Masken (FFP steht für Filtering Face Piece, deutsch: Feinstaubmaske) sollen das Infektionsgeschehen weiter eindämmen und gerade im Hinblick auf die schnell grassierende, mutierte Corona-Variante aus Großbritannien schützen. Der große Unterschied zu den sogenannten Community- oder Alltagsmasken ist laut Deichhardt der Eigenschutz. Bei FFP2-Masken werde die Luft, die vom Träger ein- und ausgeatmet wird, gefiltert.

Die Stoffmasken oder Einweg-OP-Masken halten nur einige Aerosole zurück und fangen Tröpfchen ab. Aber auch bei FFP2-Masken müsse man auf bestimmte Dinge achten. "Tragen Sie keine Masken mit Ventil", rät Deichhardt: "Für einen selbst mag das Tragen angenehm sein, aber für den Gegenüber ist es sehr schlecht. Die ausgeatmete Luft wird nicht filtriert und bläst dem anderen die Aerosole via Jetstream ins Gesicht."

Seriöse Anbieter nutzen

Beim Kauf im Internet sollte man darauf achten, bei seriösen Anbietern zu bestellen, am besten man gehe zur örtlichen Apotheke. Als Anhaltspunkt in Sachen Preis, erklärt Deichhardt, dass er die Masken für rund drei Euro das Stück für die Praxis beziehe, in den Apotheken kosten sie um die vier Euro. Sollte man auf deutlich günstigere Angebote stoßen, seien dies mit Sicherheit keine ordentlich schützenden Masken.

Mit einem Engpass bei diesem Mund-Nasen-Schutz rechnet der Mediziner nicht, auch nicht mit exorbitant steigenden Preisen. Er ist der Meinung, dass das Tragen von FFP2-Masken bereits in der ersten Welle der Corona-Pandemie im Frühjahr Sinn gehabt hätte, damals die Masken aber einfach nicht da waren, beziehungsweise nicht so schnell produziert werden konnten. Mittlerweile sei man aber gut aufgestellt. Das betonte auch Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder in der Pressekonferenz zum Kabinettsbeschluss am Dienstag.

Generell müsse auf europäischen Masken ein CE-Zeichen mit vierstelliger Prüfnummer aufgedruckt sein und FFP2 zu lesen sein. Sollte KN95 darauf stehen, ist dies ebenfalls zulässig. "Das ist die chinesische Variante, die beiden nehmen sich im Prinzip nichts", erklärt der Allgemeinarzt. Die europäische Maske filtere bis zu 94 Prozent der in der Luft befindlichen Partikel, die chinesische bis zu 95 Prozent.

Das richtige Aufsetzen

Das richtige Aufsetzen sei zudem sehr wichtig. "Fest an die Nase andrücken, je besser die Maske an der Nase anliegt, desto weniger beschlagen zum Beispiel auch die Gläser von Brillenträgern", berichtet Deichhardt aus eigener Erfahrung. Prüfen könne man den Sitz ganz einfach. Die Luft soll durch die Maske eingeatmet werden, nicht außen vorbeiströmen. Man sollte zudem immer seine eigenen Masken tragen, nicht in der Familie tauschen.

Und wie oft kann ich eine Maske nutzen? "Eigentlich ist sie ein Einwegprodukt." Aber im Privatgebrauch gehe man von einer Nutzungsdauer von acht Stunden aus, "bis man das zusammen hat, das dauert schon etwas". Die Masken sollten nicht durchfeuchtet sein, dann filtern sie nicht mehr. Von manchen Tipps zur Aufbereitung der Masken aus dem Internet rät der Arzt ab. Stattdessen: "Bei Raumtemperatur aufhängen, sieben Tage hängen lassen, dann sollten auch Covid-Viren vernichtet sein."

KATRIN MÜLLER

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