Montag, 06.04.2020

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Corona: Schüler lernen jetzt online

Die Bad Windsheimer Schulleiter ziehen positive Zwischenbilanz. - 24.03.2020 11:00 Uhr

Während an Wirtschaftsschule und Gymnasium auf Mebis gesetzt wird, hat an den Grundschulen das Papier den Vorrang. © Foto: Claudia Lehner


Die Wirtschaftsschule war am Besten aufgestellt. Immerhin werde das Handlungsfeld Digitalisierung seit der Einführung der ersten Tablet-Klasse im Schuljahr 2017/2018 noch intensiver bearbeitet als vorher, erklärt Schulleiterin Christina Müller. Dort wurde von Anfang an nicht nur auf die Online-Plattform des Kultusministeriums, Mebis, gesetzt. Parallel dazu gibt es mit "NAS" (network attached storage) eine eigene Austauschmöglichkeit auf der Schulhomepage.

Auf eine solche Doppelstrategie setzt mittlerweile auch das Bad Windsheimer Gymnasium. Anfang der vergangenen Woche war Mebis überlastet gewesen. Mittlerweile laufe es schon etwas stabiler, hatte Nickel vor einigen Tagen erklärt. Trotzdem gibt es nun auch noch eine separate Plattform für die Bad Windsheimer Gymnasiasten, die laut Nickel ähnlich wie WhatsApp aufgebaut sei. Es gibt zum Beispiel Chatrooms für die einzelnen Klassen. "Die Kommunikation funktioniert recht gut." Ausgefüllte Übungsblätter können abfotografiert und verschickt werden.

An der Wirtschaftsschule läuft die Unterrichtsversorgung momentan hauptsächlich über "NAS". Lediglich Schüler, die noch keine ausreichende Internet-Anbindung haben, melden Schwierigkeiten beim Herunterladen der Dateien. Der Großteil könne auf diesem Weg sehr gut versorgt werden, ansonsten bleibe der Versand per E-Mail. Struktur helfe beim Lernen. So haben die Lehrer an der Wirtschaftsschule die Erfahrung gemacht, dass es wichtig ist, dass zusätzlich zum Material ein Wochenplan für die Arbeiten bereitgestellt wird. Das zeigten erste Rückmeldungen von Eltern. Manche Kinder fühlten sich von der Fülle der zur Verfügung gestellten Materialien überfordert.

Mail-Postfach oder Briefkasten

Mehr auf Papier als auf Mebis wird an den Grundschulen gesetzt. Alle Kinder haben sowohl an der Delp- als auch der Pastoriusschule ein Paket mit Unterrichtsmaterial mit nach Hause bekommen. Zusätzlich wird per E-Mail Kontakt gehalten, wo die Adressen bekannt sind. Wenn neues Material, zum Beispiel die Arbeitspläne für die jeweiligen Klassen auf der Internetseite der Schule, nicht ausgedruckt werden können, werfen die Lehrer Kopien in den Briefkasten, versichert Lydia Stoll, Leiterin der Pastoriusschule. An der Wirtschaftsschule nehmen die Lehrer von sich aus mindestens ein Mal pro Woche telefonisch Kontakt mit Familien auf.

"Die Schüler sind sehr solidarisch", hat Nickel festgestellt. Sie tauschen sich aus, geben sich Tipps. "Das freut mich bei aller Krise." Nicht jeder Schüler kommt allerdings gleich gut mit dem Lernen daheim zurecht. Ein Vater habe laut Müller erzählt, dass sein Sohn nur noch am Lernen sei, alles gleich schaffen wollte. Den musste man bremsen. Andere seien nicht so fleißig, auch Abschreiben werde versucht. "Wir kriegen das dann schon raus", sagt Müller. Wenn die Eltern das wünschen, könnten auch die Lehrer dem Schüler ins Gewissen reden.

Was aktuell nicht geht, sind Leistungsnachweise. "Wir wissen ja nicht, ob der große Bruder daneben steht und hilft", sagt Müller. Das muss später nachgeholt werden. "Es muss dann aber auch leistbar sein", verspricht Müller, dass man sich um eine gute Lösung bemühen werde.

Claudia Lehner

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