Internetseite war überlastet

Corona: Warten auf den begehrten Impfpass-Code

16.6.2021, 22:39 Uhr
Vom analogen gelben Pass zum digitalen Impfnachweise: Dafür ist ein spezieller QR-Code nötig.

Vom analogen gelben Pass zum digitalen Impfnachweise: Dafür ist ein spezieller QR-Code nötig. © Claudia Lehner

Seit gestern, 8 Uhr, hätte es funktionieren sollen, hat es aber nicht. Das berichtete die Leiterin der Kurapotheke in Bad Windsheim, Dr. Karin Schmiedel. Der Start des digitalen Impfpasses, für den man sich nachträglich in Apotheken den nötigen QR-Code ausdrucken lassen kann, verlief etwas holprig. Wer aktuell seine Zweitimpfung im Impfzentrum des Landkreises erhält, bekommt die nötigen beiden Codes hingegen gleich mitgeliefert, erklärte Bastian Kallert, Pressesprecher am Landratsamt auf WZ-Nachfrage.

Wer jedoch ein paar Tage früher geimpft wurde, der muss sich an eine der Apotheken wenden, die diesen Service anbieten. Es sei technisch derzeit nicht möglich, im Impfzentrum rückwirkend die QR-Codes auszudrucken, betonte Kallert. Seit Donnerstagnachmittag sind die Mitarbeiter im Bad Windsheimer Kur- und Kongress-Center in der Lage, die passenden Codes bereitzustellen. Das ist natürlich auch in ganz Franken so.

Mit der Corona-Warn-App

Zunächst klappte das nur für die aktuelle, also die Zweitimpfung, mittlerweile auch rückwirkend für die erste, so dass jemand, der dieser Tage seine Zweitimpfung erhält, automatisch beide Codes mitgeliefert bekommt. Unter anderem mit der Corona-Warn-App können die QR-Codes dann gescannt und so das Zertifikat digitalisiert werden. Dann reicht es, das Smartphone dabei zu haben. Der gelbe Impfausweis kann sicher daheim verwahrt werden.

Gestern war es allerdings noch ein Problem für bereits früher Geimpfte, an den Code zu kommen. In der Früh funktionierte zunächst noch nicht einmal die Internetseite, auf der die Apotheken vermerkt sind, die Schnelltests oder das digitale Impfzertifikat anbieten (www.mein-apothekenmanager.de). Dann zeigte sie die Apotheken an, aber stichprobenartige Anrufe der WZ ergaben, dass zwar die Bereitschaft da ist, die Technik aber noch nicht einsatzfähig war – zumindest vormittags nicht beziehungsweise nicht überall.

Sie habe sich eingeloggt, aber der entsprechende Button sei noch nicht freigeschaltet, erklärte Schmiedel. Die Hotline der Homepage sei überlastet, ein entsprechender Hinweis, doch bitte nicht anzurufen und sich zu gedulden, war gepostet worden. Wie ihr ging es auch den Kollegen in der Bad Windsheimer Einhorn-Apotheke sowie in der Dependance Uffenheim, mit denen sie telefoniert hatte.

Geduldig warten

Auch noch am Nachmittag klappte es in der Kurapotheke nicht, in anderen ging es irgendwann. So ab 10 Uhr sei man auf dem Internetportal durchgekommen, erklärte Josef Scheuerlein von der Obernzenner Marien Apotheke. Die langsame Leitung mache allerdings Probleme. "Man braucht Geduld", sagte er. Fünf bis sechs Zertifikate hatte er bis zum späten Nachmittag ausgestellt.

In der Storchen-Apotheke in Ipsheim funktionierte es ab dem Nachmittag ebenfalls, wie eine Mitarbeiterin erklärte. Gegen Abend klappt es dann auch in der Kurapotheke mit der Technik, eine interne Freischaltung hatte noch gefehlt.

Verweis aufs Buchungsportal

Die Apotheke am Kornmarkt bietet ebenfalls die digitalen Impfzertifikate an, jedoch erst ab Mittwoch und nur mit Anmeldung, wie Apothekerin Anke Schick erklärte. Zwar habe es bei einem Selbsttest gestern funktioniert, ein Zertifikat auszudrucken, jedoch setzt Schick lieber auf ihr Buchungsportal auf der Internetseite, wie schon bei den Schnelltests.

So könne der normale Apothekenbetrieb störungsfrei weiterlaufen, sagte sie. Das Interesse ihrer Kunden ist offensichtlich da. "Mittwoch sind wir schon voll", sagte Schick. Auch in der Kurapotheke gibt es laut Schmiedel schon eine kleine Warteliste.

Wer ein solches digitales Impfzertifikat auf seinem Smartphone haben will, muss zwei Dinge mitbringen: den gelben Impfpass mit den beiden Aufklebern und Stempeln für die vollständige Corona-Schutzimpfung sowie den Personalausweis, erklärte Apothekerin Schmiedel. Sie müsse dann nachprüfen, dass auch alles korrekt ist. Wenn alles passt, werden die Daten ins System eingegeben, das dann den QR-Code produziert, den der Kunde direkt vor Ort scannen oder als PDF-Datei ausgedruckt mit nach Hause bekommen kann – und sich als geimpft ausweisen kann.

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