28 Stunden Dauereinsatz

Das erzählen die Feuerwehrleute vom Hochwasser

20.7.2021, 09:00 Uhr
Unter anderem in Unterntief mussten die Aktiven der Bad Windsheimer Feuerwehr Keller und Garagen auspumpen. 

Unter anderem in Unterntief mussten die Aktiven der Bad Windsheimer Feuerwehr Keller und Garagen auspumpen.  © wz-hochwasser-20210709-153805_app11_08.jpg, NN

Just als die Feuerwehr-Kommandanten nach vorne schritten, um sich Dank und Applaus abzuholen, klingelte und brummte es in ihren Hosentaschen. Alarm. Musste ja so sein. Doch es zeigte sich offenbar schnell, dass die Wehren aus Bad Windsheim oder einem der Ortsteile nicht schon wieder ausrücken musste. Die Männer konnten ihren Moment genießen, als Bürgermeister und Stadträte ihnen ihren Dank für den Einsatz rund um das Hochwasser am 9. Juli aussprachen. Bad Windsheims Kommandant Matthias Helm zog eine Bilanz jener „28 Stunden Dauereinsatz“.

Bis zum Zeitpunkt seiner Erklärung am Donnerstagabend im Kur- und Kongress-Center seien 75 Einsätze abschließend dokumentiert gewesen, einige würden aber wohl noch nachkommen, meinte er. Die ersten Alarmierungen hatte es an jenem historischen Freitag gegen 7 Uhr früh gegeben, dann ging es Schlag auf Schlag. Zwar gab es viele Schäden, aber nicht an Leib und Leben, sodass Helm nicht umhin kam, auf die schrecklichen Tragödien zu verweisen, die sich im Laufe jenes Donnerstags in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz entwickelt hatten und noch andauern. „Gott sei Dank war unser Hochwasser ein recht banales“, betonte Helm. Dennoch hatten die Feuerwehr einiges zu leisten.

Am wichtigsten sei es gewesen, die vielen Alarmmeldungen zu priorisieren. Wenn das Wasser in einem Keller nur ein paar Zentimeter hoch stand, sei das eben nachrangig gewesen. Das hätten die Bürger aber jederzeit verstanden, betonte Helm, wofür er sich sehr dankbar zeigte.

Neben den typischen Hochwassergefahren – die Sogwirkung des Wasser für Menschen, Löcher in den Straßen durch weggeschwemmte Gullideckel, Kurzschlüsse in elektrischen Geräten – hätten die Feuerwehrmänner auch „normale“ Einsätze stemmen und zudem in anderen Gemeinden Hilfestellung leisten müssen. „Bis auf die Drehleiter“ sei das komplette Material der Windsheimer Wehr im Einsatz gewesen. Personell sei man so gut besetzt gewesen, dass man fast überall wie geplant rotieren konnte.

Der Dauereinsatz habe für Kommandant Helm deutlich gemacht, dass die Wehren in möglichst allen Ortsteilen sowie der gute Stand der Technik und die Ausstattung mit Material „unbedingt erhalten werden“ müssen. Verbesserungsmöglichkeiten gebe es noch bei der Alarmierung, aber da sei man ja bereits dabei. Am Ende gab es zunächst Applaus und dann einen kurzen Moment des Schweigens für die Opfer der Flutkatastrophe vom Donnerstag.

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