Sonntag, 09.05.2021

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Dem Abbruch der ehemaligen Stadthalle steht nichts mehr im Wege

Alte Stadthalle nicht unter Denkmalschutz - 25.01.2019 12:59 Uhr

Die Alte Stadthalle, jahrzehntelang für Veranstaltungen genutzt, steht nicht unter Denkmalschutz. Die Stadt hat bereits 50 000 Euro für den Abbruch im Entwurf des Haushalts für das laufende Jahr eingeplant.

24.01.2019 © Archiv-Foto: Stefan Blank


Wie berichtet wird seit einigen Jahren immer wieder in der Stadt diskutiert, was aus dem alten Holzbau werden soll, der in den 1930er-Jahren als Bestandteil eines Lagers des Reichsarbeitsdienstes errichtet worden war. Bis zur Fertigstellung des Kur- und Kongress-Centers diente der Bau am Steinbruchweg über Jahrzehnte hinweg als Stadt- und Veranstaltungshalle. In jüngerer Zeit reifte zunächst der Plan, an ihrem Standort in einem Gemeinschaftsprojekt von DAV und Stadt eine kombinierte Kletter- und Veranstaltungshalle zu errichten. Diese Überlegung wurde vor rund einem Jahr wieder verworfen. Daraufhin starteten die kurz zuvor gegründeten Jungen Freien Wähler eine Unterschriftenaktion gegen den ersatzlosen Abriss der Halle und fanden rund 870 Unterstützer ihres Anliegens.

Der Bau- und Umweltausschuss des Stadtrates hatte bereits im Juli 2017 grundsätzlich grünes Licht gegeben für den Bau eines Kletterwürfels mit einer Kantenlänge von 15 Metern. Mitte vergangenen Jahres war dann bekannt geworden, dass das Landesamt für Denkmalpflege ein Auge auf die alte Stadthalle geworfen hatte. Das seinerzeit noch laufende "Verfahren zur Prüfung auf eine mögliche Denkmaleigenschaft der Alten Stadthalle" ist mittlerweile abgeschlossen.

Auf Nachfrage der WZ teilte das Amt das Ergebnis mit: "Die Stadthalle erfüllt nicht die Kriterien eines Baudenkmals (nach Artikel 1 des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes) und wurde somit nicht in die Bayerische Denkmalliste nachgetragen." Damit wiederum ist der Weg frei für den Abbruch des Gebäudes, der im Übrigen gemäß der Bayerischen Bauordnung keiner Genehmigung durch das Landratsamt bedarf, sondern diesem lediglich angezeigt werden muss, wie Behördensprecher Matthias Hirsch auf Anfrage mittelte. Grund sei der, dass die Halle einer Klasse frei stehender Gebäude zugeordnet ist, deren Abbruch "verfahrensfrei" ist.

Nun sind also die organisierten Alpinisten am Zug. Von der heutigen Jahresversammlung der DAV-Sektion Aischtal erhofft sich deren Sprecher Peter Höhn ein positives Mitgliedervotum für die nächsten Planungsschritte bis hin zur Einreichung des Bauantrags zur Kletterhalle beim Landratsamt. Aktuell stelle man Förderanträge zur Realisierung des auf 1,1 Millionen Euro veranschlagten Projekts. Läuft alles glatt, könnte der Spatenstich für den Hallenbau Mitte 2020 erfolgen, sagt Höhn.

Obwohl auch und gerade der DAV derzeit vielerorts Kletterhallen errichtet oder plant, darunter in Erlangen und Nürnberg, hat Höhn keine Zweifel am Bedarf in der Kurstadt. Er verspricht sich davon sogar Impulse für Bad Windsheim, denn "Klettern ist nach wie vor Trendsport Nummer eins". Eine kürzlich erfolgte Abstimmung der Planung mit dem Dachverband habe ihn in dieser Einschätzung bestätigt. Und sie habe insofern eine weitere positive Erkenntnis gebracht, als "die Betriebskosten sogar niedriger zu erwarten sind als angesetzt". Kurzum, so Höhn: "Wir sind überall im grünen Bereich." Was jetzt noch fehlt, ist das positive Votum einer Mehrheit der knapp 280 Mitglieder respektive derer, die zur Jahresversammlung – am Freitag, 25. Januar 2019, ab 19 Uhr im Restaurant Le Anfore – kommen.

GÜNTER BLANK

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