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Der Vergesslichkeit davontanzen

Pilotprojekt im Landkreis in Kooperation mit Universität Erlangen-Nürnberg – Kostenlose Kurse zur Demenzprävention - 20.03.2019 17:44 Uhr

Starten das Projekt Gestalt zur Bewegungsförderung im Landkreis (von links): Stefanie Schindler, Klara Scheuenstuhl, Tobias Fleuren, Helmut Weiß und Jochen Binder. © Foto: Claudia Lehner


Körperliche Aktivitäten verbunden mit einer geistigen und einer sozialen Komponente: Das soll präventiv gegen Demenz wirken, wie Tobias Fleuren vom Department für Sportwissenschaft und Sport der FAU Erlangen-Nürnberg ausführte. Langzeituntersuchungen zur körperliche Aktivität gebe es zwar noch nicht, schränkte er auf Nachfrage ein, doch die Anzeichen sprechen für eine positive Wirkung.

2014 wurde mit dem Projekt Gestalt in dieser Form an der Uni gestartet. Zwölf Unterrichtseinheiten zu je 90 Minuten wurden konzipiert, die diese drei Komponenten beinhalten. Als Beispiel nannte Fleuren das Tanzen: Wer tanzt, bewegt sich, tauscht sich mit den anderen Teilnehmern aus und muss sich auch noch Schrittfolgen merken.

Mit den Kursen allein soll es nicht geschehen sein, Ziel von Gestalt ist es auch, mehr an Bewegung in den Alltag zu übertragen, nachhaltig zu wirken. Dazu sollen im Landkreis Strukturen aufgebaut werden, die auch noch nach Ende der einjährigen Pilotphase fortwirken.

Ganz unerprobt ist Gestalt nicht. Es wurde bereits in Erlangen eingesetzt sowie im Landkreis Erlangen-Höchstadt. Dennoch habe die Implementierung im hiesigen Landkreis für Bayern Pilotcharakter, da Erlangen-Höchstadt stark von der nahen Großstadt geprägt sei.

Zielgruppe sind Menschen über 60 Jahre, die sich bisher nur wenig bewegt haben. Eine Herausforderung nannte Fleuren das. Um diese zu erreichen und auch, um die Kurse anbieten zu können, für das Bereitstellen von Räumen und das Finden geeigneter Trainer, die dann geschult werden, braucht es Mitstreiter: "Wir wollen das gemeinsam mit Akteuren vor Ort umsetzen", sagt Fleuren.

Stattfinden sollen die Kurse in Bad Windsheim, Emskirchen, Marktbergel und Scheinfeld, wie Klara Scheuenstuhl auführte, die als neue Mitarbeiterin im Landratsamt und Absolventin des Studienganges Gesundheitsförderung die Koordination des Projektes übernimmt. Im Mai soll die erste Runde der Kurse mit jeweils bis zu 15 Teilnehmern starten. Der nächste Durchlauf mit wieder zwölf Wochen beginnt nach den Sommerferien. Wer Interesse hat, könne sich bereits jetzt bei der Gesundheitsregion plus im Landrats-amt unter Telefon 09161/92 53 11 melden oder sich online im Internet unter www.kreis-nea.de informieren.

"Ich freue mich, dass wir dieses Pilotprojekt für nachhaltige Gesundheitsförderung von älteren Personen hier im Landkreis starten können", betonte Landrat Helmut Weiß bei der Vertragsunterzeichnung im Landrats-amt. Neben ihm unterschrieben noch Stefanie Schindler als Geschäftsführerin der Gesundheitsregion plus sowie Dr. Claudia Wöhler, Landesgeschäftsführerin der Barmer, das Papier. Die Krankenkasse unterstützt das Projekt als dritter Partner.

Wie Jochen Binder, der bei der Barmer Gestalt betreut, erklärte, sieht sich die Krankenkasse in der gesellschaftlichen Verantwortung. Orientiert am bayerischen Präventionsplan will sie daran mitwirken, dass Menschen gesund älter werden können. Das kostenlose und niederschwellige Angebot von Gestalt findet er geeignet, um für mehr gesundheitliche Chancengleichheit zu sorgen.

Die Wahl sei auf den hiesigen Landkreis gefallen, weil dort so starkes Interesse gezeigt wurde. Diese Bereitschaft, sich einzusetzen, sei wichtig, um das Projekt zum Erfolg zu führen, die strukturellen Voraussetzungen zu schaffen.

CLAUDIA LEHNER

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