Mittwoch, 20.11.2019

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Die Aischquelle ist nur noch ein Rinnsal

Geringe Schüttung beschäftigt inzwischen mehrere Behörde - Zustandsklasse „unbefriedigend“ - 17.09.2019 12:08 Uhr

Kaum noch Wasser gelangt von der Aischquelle bei Schwebheim in die Aisch, die Ursachenforschung läuft auf Hochtouren. © Foto: Christine Berger


Die Zustandsklasse der Aischquelle "ist massiv schlecht geworden", informiert Nadine Wölkl, zuständige Abteilungsleiterin beim Wasserwirtschaftsamt Ansbach. Von fünf Zustandsklassen ist sie mittlerweile auf die Stufe vier, unbefriedigend, abgerutscht.

Auf Probleme war die Ansbacher Behörde unter anderem durch Hinweise aus der Bevölkerung zum Jahreswechsel gestoßen, damals war zwar die Wasserschüttung, also die Menge des austretenden Wassers, noch nicht auffällig. Allerdings war laut Nadine Wölkl eine leicht milchige Trübung zu erkennen, ein weißer Film hatte sich abgesetzt, bei Untersuchungen wurde ein erhöhter Sulfatwert festgestellt. Fotos der Quelle von Anfang Juni zeigen ebenfalls noch ein ausreichendes Wasservorkommen, machen aber auf ein weiteres Problem aufmerksam, so deutete eine auffällige Algenbildung auf einen erhöhten Nährstoffwert hin.

Lebewesen nicht mehr da

Seitdem ist das Wasservolumen deutlich abgesunken, weshalb die Wasserbiologie einer Untersuchung unterzogen wurde, die ein im wahrsten Sinne des Wortes vernichtendes Bild abgibt: Lebewesen, die eigentlich vorhanden sein müssten, "sind zum größten Teil nicht mehr da", sagt Wölkl. Das Wasserwirtschaftsamt hat daher eine Stellungnahme ans Bergamt Nordbayern geschickt.

Zwar ist eigentlich das Landratsamt in Neustadt mit seinem Sachgebiet Gewässerschutz zuständig, bestätigt Pressesprecher Matthias Hirsch. "Wir sind in die Sache eingebunden." Da das Unternehmen Knauf Gips KG aber seit Winterende nördlich von Burgbernheim Gips abbaut, wurde auch von dieser Seite das Bergamt mit Sitz in Bayreuth eingeschaltet. Um ausschließen zu können, dass der Gipsabbau Ursache für den abgesunkenen Wasserspiegel ist, wurde eine Untersuchung mit Farbmitteln in Auftrag gegeben, unter anderem wurde dieses in die oberirdische Entwässerung des Gipsabbaus gegeben, erläutert Nadine Wölkl. Wäre es dort versickert und über die Aischquelle wieder ausgetreten, wäre ein Zusammenhang nachgewiesen, dies sei aber nicht der Fall gewesen, sagt sie.

Völlig außen vor sieht sie das Iphöfer Unternehmen dennoch nicht, "praktisch kann man das in dem karstigen Gebiet nicht völlig ausschließen", ob nicht doch der Gipsabbau ursächlich ist. Geologisch habe sich in den vergangenen Monaten jedenfalls etwas in dem Gebiet getan, erzählt sie von einer Doline, die auf der anderen Seite der Bundesstraße 13 eingebrochen sei. Eine andere Erklärung für den gesunkenen Wasserspiegel könnte die Trockenheit der vergangenen Jahre sein, auch diese Theorie "steht immer noch im Raum".

Um endgültig Klarheit zu erhalten, würde sie sich vom Unternehmen einen vorläufigen Stopp der Grundwasserabsenkung in dem Abbaugebiet wünschen. Ein Begriff, der bei Uwe Schirmer, dem zuständigen Werksleiter bei Knauf, Widerspruch hervorruft. Das Unternehmen pumpe lediglich Wasser ab, um an die Rohstoffe zu gelangen. Müsste Grundwasser abgesenkt werden, "dann wäre der Gips schon nicht mehr da", betont er. Darüber hinaus will er sich zu dem laufenden Verfahren nicht äußern, sieht aber das Wasserwirtschafts- und das Bergamt am Zug.

Das Wasserwirtschaftsamt will nun zusätzlich die Regierung von Mittelfranken einschalten mit der Bitte, auf ein rasches Handeln hinzuwirken, informiert Nadine Wölkl. Noch lässt sich für den weiteren Verlauf der Aisch ihr zufolge nicht feststellen, dass sich Auswirkungen der geringen Wasserschüttung an der Quelle bemerkbar machen. Positiv wirkt aus ihrer Sicht ein Biber, der in östliche Richtung das Wasser aufstaut. Sie hofft nun auf eine rasche Klärung der weiteren Schritte, "handeln müssen wir auf jeden Fall".

Christine Berger

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