Montag, 21.10.2019

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Die Bahn plant mit zwei Plattformen

Entwürfe für barrierefreien Bahnhof vorgestellt - 08.03.2019 17:00 Uhr

Der Mittelstreifen zwischen den Gleisen soll Planungen der Deutschen Bahn zufolge wegfallen, ein weiterer Bahnsteig gebaut werden. © Foto: Stefan Blank


Diese hat der Stadtverwaltung um Bürgermeister Bernhard Kisch die Pläne für den Bahnsteig der Zukunft vorgestellt – oder besser gesagt die Bahnsteige. Wie Kisch auf Nachfrage der Windsheimer Zeitung berichtet, sollen aus "einem außen liegenden und einem innen liegenden Bahnsteig zwei außen liegende werden". Oder im Klartext: Der Zug nach Neustadt – die Strecke besteht übrigens seit 1876 – soll weiterhin über einen Bahnsteig direkt am Bahnhofsgebäude erreichbar sein, der Zug Richtung Steinach – diese Verbindung wurde 1898 ins Leben gerufen – von einer Plattform auf der Kurparkseite, die in einer Höhe gebaut werden soll, sodass Zugfahrer barrierefrei in das Abteil einsteigen können. Beide Bahnsteige sollen den Vorgaben der Bahn zufolge 140 Meter lang werden.

Bei dem Treffen sei deutlich geworden, "was so ein Umbau für eine hochkomplexe Angelegenheit ist", wie Bernhard Kisch sagt. Unter anderem seien auch die Signalanlagen betroffen. Die Detailplanungen der Deutschen Bahn sollen nun an die Stadtverwaltung gesandt werden. Rathauschef Kisch will diese mit seinem Team aufbereiten und in der für den 2. April geplanten Bauausschuss-Sitzung des Stadtrates präsentieren. Ein Zeitplan, wann das Projekt umgesetzt werden könnte, war bisher nach WZ-Informationen noch kein Thema. Zuerst wird die Stadt nach der Diskussion im Rat eine Stellungnahme zu den Plänen verfassen, ehe die Vorentwurfsphase abgeschlossen wird.

Offen ist bis dahin wohl auch, ob ein von der Stadt bevorzugter ebenerdiger Übergang über die Gleise möglich ist. Auch Umbauten des 1990 eingeweihten Kurparkstegs scheinen nicht ausgeschlossen. "Wir haben auch über einen Überweg für Reisende gesprochen", verrät Kisch.

Ebenfalls Thema bei dem Gespräch war der Umbau des Bahnhofsgebäudes zu einem Haus der Gesundheit und des Tourismus, wir berichteten. Bis Ende 2020 sind der Stadt bis aufs Planen wohl die Hände gebunden, wie Bürgermeister Kisch bestätigt. Bis zu dieser Frist hat die Deutsche Bahn Zeit, Technik aus dem Gebäude herauszubauen, unter anderem den Fahrkartenautomaten vom Stromnetz des wohl zukünftigen Vorzeige-Objekts der Stadt zu entfernen und damit das Gebäude zu "entwidmen". Kisch: "Erst dann dürfen wir den Bahnhof entwickeln, um keine Förderungen zu gefährden."

Der Bürgermeister bekräftigt aber auch, dass die Stadt weiter Interesse hat, das heruntergekommene Nebengebäude südwestlich des Bahnhofs zu erwerben, und hofft wie bei allen Projekten darauf, dass der ehemalige Bundesminister Christian Schmidt Ende März in den Aufsichtsrat der Deutschen Bahn einzieht und sich für die Kurstadt einsetzt. Bei manchen Dingen müsse man etwas Geduld haben. Wann es bei den Gleisen losgeht, steht aber ja auch noch in den Sternen.

STEFAN BLANK

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