18°

Sonntag, 19.05.2019

|

Die Waldbrandgefahr steigt

Bad Windsheims Stadtförster Sven Finnberg spricht von einer dramatischen Situation, wenn nicht bald ein Landregen kommt - 25.04.2019 10:30 Uhr

Die Wälder um Bad Windsheim, hier in der Gräf, leiden unter der Trockenheit. Insbesondere bei Nadelbäumen sind erste Schäden sichtbar. Während auf feuchteren Flächen die Eichen schon austreiben, sind sie in trockeneren Regionen noch kahl. © Gerhard Krämer


Zu etlichen Waldbränden mussten Feuerwehren vor allem in Mittel- und Oberfranken bereits ausrücken. Vergangenes Jahr gab es Anfang Juli einen kleineren Waldbrand in einem Waldstück bei Eichelberg im Hohenecker Forst nahe Ipsheim. Wenn auch laut Mitteilung des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Waldbrände in Bayern zu den im Vergleich zu anderen Bundesländern selteneren Ereignissen zählen, die Gefahr von Waldbränden werde aufgrund der Trockenperioden steigen und sollte nicht unterschätzt werden.

Viel tun könne man nicht, außer regelmäßige Beobachtungen aus der Luft. "Aus dem Flugzeug sieht man sogar, wenn einer im Garten grillt", weiß Finnberg. "

Es wird dramatisch, wenn es demnächst nicht richtig regnet." Damit meint Finnberg mindestens 100 Liter auf den Quadratmeter. Aber nicht auf einmal, sondern durch einen langsamen Dauerregen.

Sichtbare Trockenschäden

Bei den Nadelbäumen seien die Trockenschäden längst sichtbar. "Die Fichte kommt mit diesem Klima nicht zu Recht", erklärt Finnberg. Über 3000 Festmeter Fichtenholz seien schon gemacht worden. "Ohne Regen geht das unaufhörlich weiter."

Dem Waldkenner fällt in diesem Jahr besonders die Eiche auf, die mit ihrem Austrieb wohl noch auf Regen wartet. Denn die Schwammspinnerraupen seien schon unterwegs, allein das Eichenlaub fehlt.

Auf das, was derzeit passiert, sei unsere Natur noch nicht richtig eingestellt, vermutet Finnberg. Mit Blick auf die Zukunft befürchtet der Stadtförster: "Wahrscheinlich haben wir noch keine richtige Vorstellung von Dürren."

Im hiesigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hofft man auch auf Regen. Die sieben Revierleiter seien sowieso permanent draußen, sagt Nadja Fischer. Zusätzliche Kontrollen seien personell nicht möglich. Wie Finnberg setzt sie auf Beobachtungen aus der Luft. Hier sei eine Kollegin bei Flügen immer mit an Bord.

Fischer appelliert wie das Staatsministerium an die Vernunft der Waldbesucher. Denn neben waldbaulichen Maßnahmen ist vor allem die Aufklärung und Sensibilisierung der Bevölkerung ein wichtiger Baustein zur Vermeidung von Waldbränden. Besonders anfällig für Waldbrände sind laut Staatsministerium junge Nadelbestände auf trockenen Standorten mit einer starken Vergrasung. Die Feuer entstünden fast immer als Bodenfeuer und können später über den Stamm auf die Kronen übergreifen.

Deshalb gilt in den Wäldern ein Rauchverbot. Des Weiteren sollte man beim Autofahren keine Zigarettenkippen aus dem Fenster werfen, im Wald oder in Waldnähe bis 100 Meter kein offenes Feuer entzünden und sein Auto nicht auf trockenem Gras abstellen, da es sich am heißen Katalysator entzünden kann. Waldbesitzer sollten Reisig und Restholz bei Waldbrandgefahr nicht verbrennen, sondern abtransportieren, häckseln oder einen Witterungsumschwung abwarten, rät das Staatsministerium.

Übung vergangenes Jahr

Im Juli vergangenen Jahres wurde im Schußbachwald bei Markt Erlbach bei der Katastrophenschutzvollübung ein Waldbrandszenario durchgespielt. Dabei ging es auch um die Herbeischaffung von Löschwasser. Mit solchen Übungen wollen Feuerwehren und Behörden im Falle eines Falles, den sie sich nicht wünschen, gerüstet sein.

GERHARD KRÄMER 

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Bad Windsheim