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Eichhörnchen gerettet: Familie nimmt Nagetier bei sich auf

Die Gattingers haben das Eichhörnchen gerettet und aufgezogen. - 22.06.2020 15:52 Uhr

Haben einem jungen Eichhörnchen das Leben gerettet und sich mit ihm angefreundet: Thomas und Simone Gattinger aus Heinersdorf. © Fritz Arnold


Thomas und Simone Gattinger in Heinersdorf bei Langenzenn haben einem jungen Eichhörnchen das Leben gerettet und mit ihm Freundschaft geschlossen. Im April hatte der Heizungsbauer Thomas Gattinger auf einer Baustelle in Neuhof ein kleines Eichhörnchen hilflos am Boden liegen sehen. Es war offensichtlich aus einem Nest gefallen. Die Hoffnung, dass die Eichhörnchen-Mutter im Laufe des Tages käme und sich kümmerte, war vergebens. Als das nur 100 Gramm schwere Eichhörnchen-Baby am Abend immer noch am Boden lag, nahm es der Heizungsbauer mit heim, damit das hilflose Jungtier nicht von einer Katze gefressen wird.

Um zerkleinerte Haselnüsse, Walnüsse, Sonnenblumenkerne oder Leinsamen zu fressen, war es zu schwach. Erst als es Honigwasser aufnahm, kam es zu Kräften. In einer Kiste mit einem Kobel ähnlich einem Vogel-Nistkasten schlief es in der Nacht. Bald wurde der neue Mitbewohner Schorschi getauft und als es im Wohnzimmer immer munterer herumturnte, entwickelte sich eine Freundschaft. Getreu dem Spruch "das dritte Kind hat ein Fell", wenn nach dem zweiten Kind oft ein Hund oder eine Katze ins Haus kommt, ist Schorschi neben den Kindern Sara (15) und Anton (17) zu einem Familienmitglied geworden. Es klettert die Hosenbeine hoch, am Arm entlang und setzt sich auf die Schulter.

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Nach dem Schorschi mit jetzt 250 Gramm allmählich erwachsen wird und es bei der Geschlechtsreife wohl Kontakt zu Artgenossen sucht, steht der Weg zurück zur Natur bevor, vermutet die Familie. So wurde vor zwei Wochen die Terrassentür geöffnet.

In den Gärten der Nachbarschaft

Bald hatte Schorschi nicht nur Spaß mit ihren Hausbewohnern, sondern kletterte auch auf die Büsche und Bäume im Garten. Inzwischen wurden auch die Gärten der Nachbarschaft in den größer gewordenen Aktionsradius mit einbezogen und manchmal kommt das Tier erst am nächsten oder übernächsten Tag so um 18 Uhr wieder heim. Müde vom Tages-Ausflug frisst es erst mal von den angebotenen Körnern bevor es einschläft. Auch lässt es sich gerne an Stellen, wo es selbst nicht hinkommt, von Zecken oder anderem Ungeziefer im Fell befreien, wie die Familie erzählt.


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Sollte das Eichhörnchen einmal ganz ausbleiben, sind Simone und Thomas Gattinger nicht traurig, auch wenn ihnen das niedliche und flinke Tier sehr ans Herz gewachsen ist, denn letztlich würde das ihrer Natur entsprechen. Ob es in der Natur durchkommt, steht allerdings in den Sternen. Ohnehin haben von zehn jungen Eichhörnchen nur zwei Überlebenschancen, hat Thomas Gattinger bei seinen Recherchen herausgefunden. Am meisten Angst hat der Familienvater, dass das Eichhörnchen auf dem Weg über die Wiese zum Wald einem Greifvogel zum Opfer fallen könnte.

Das Zusammensein mit Schorschi betrachtet die Familie als eine Art Corona-Projekt, das genau in die Zeit der Pandemie fiel. Für die Kinder habe es angesichts geschlossener Schulen eine Bereicherung der Tagesabläufe dargestellt.

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Fritz Arnold

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