27°

Dienstag, 15.06.2021

|

Ein bisschen Freilandtheater zum mit nach Hause nehmen

Christian Laubert und Karin Hornauer produzieren ihr erstes Theaterhörspiel - 06.05.2021 06:00 Uhr

All dies und noch viel mehr steckt in der roten Theater-Schachtel.

05.05.2021 © Foto: Elke Walter


Ein Theaterhörspiel hatte Christian Laubert, künstlerischer Leiter des Freilandtheaters, schon länger im Sinn. Allerdings fehlte es immer an der Zeit. Jetzt erscheint nun doch das erste "Freilandtheater in der Schachtel". "Alter Ego" heißt es und kann über die Homepage ab sofort bestellt werden.

"In den vergangenen Jahren", so Laubert, "hatten wir immer so viel zu tun, um die einzelnen Produktionen auf den Weg zu bringen." Zeit für anderes blieb da nur selten. Im vergangenen Jahr allerdings hatten der Theaterleiter und seine Frau Karin Hornauer genügend Freiraum, das Projekt auf den Weg zu bringen. Ein Hörspiel, wie man es aus dem Radio kennt, wird es dennoch nicht. Ein Theaterabend für zuhause oder auch unterwegs, soll dieses neue Format werden, sagt Laubert.

"Alter Ego" erzählt von Opa Konrad, dessen verflossenen Liebschaften, seinen alten Genossen Carl und Martin und blickt zurück in den Sommer 1977. Für die Hauptfigur steht eine Gehirn-Operation an. Um sich danach besser erinnern zu können, nimmt Konrad Heinzelmann mit seiner Enkelin Luise seine Lebenserinnerungen per Diktiergerät auf, ergänzt durch Briefe, Fotos, Zeitungsausschnitte und vieles mehr.

Gewürzt mit Zeitkolorit

Schon das Öffnen der kleinen roten Theaterbox gewährt den Blick in zunächst unsortiert wirkendes buntes Allerlei. Die Dialoge lassen sich über ein beigefügtes Abspielgerät abrufen und mit den anderen Versatzstücken zusammenbringen. Einfach hinsetzen und zuhören reicht allerdings nicht aus, um den analogen Theaterspaß mit allen seinen Möglichkeiten erleben zu können. Zwei Stunden Zeit, eine Portion Neugier sowie Spaß am Erforschen der Unterlagen sollte man haben. Die einzelnen Bestandteile gewähren beim Durchschauen einen Schlüssellochblick in das Leben des Protagonisten. Gewürzt wird das Ganze mit Zeitkolorit der Siebziger Jahre, etwa Schwarzweißfotos oder Notizen, sowie Andeutungen politischer Geschehnisse jener Zeit. So sind etwa die persönlichen Aufzeichnungen liebevoll handschriftlich angefertigt und von der Grafikerin Nina Metz überarbeitet worden. Die Geschichte erschließt sich allerdings erst nach und nach, im Zusammenspiel der einzelnen szenischen Elemente. Ein Prinzip, das Laubert auch etwa bei seinen Theaterprojekten im Museumsgelände anwendet.

Bilderstrecke zum Thema

"Heimspiel" im Freilandmuseum Bad Windsheim

Sportlich, sportlich: Beim Sommertheater 2019 traten auf der Fußballfeld-Bühne die Schaffenrather gegen die Erzrivalen aus Kleinlichtenau an. Wer das Match für sich entscheidet, darf aussuchen, wie der Ort künftig heißt. Noch bis zum 17. August ist das Stück im Freilandtheater in Bad Windsheim zu sehen.


"Aufwändig", so Laubert, "war das ganze schon. Rund ein Vierteljahr Arbeit steckt drin." Die Dialoge der einzelnen Ensemblemitglieder seien, betont der Theaterchef, entsprechend der Corona-Regeln, von jedem auf ein eigenes Diktiergerät gesprochen und erst im Nachhinein zusammen geschnitten worden. "Die einzelnen Szenen", ergänzt er, "haben wir an authentischen Orten, etwa beim Autofahren, aufgenommen, manche auch mehrmals, um ein optimales Ergebnis zu erhalten".

Ideen für weitere Theatergeschichten habe er schon noch, gesteht Laubert. Allerdings passe nicht jede Geschichte zu diesem speziellen Format.

Bestellen kann man das Schachteltheater "Alter Ego" auf der Homepage des Freilandtheaters in zwei Varianten. Einmal als Ausführung mit allen Materialien, inklusive Audio-CD, MP3-Download sowie eigenem Abspielgerät (54 Euro) oder zum ermäßigten Preis von 44 Euro mit allen Bestandteilen, allerdings ohne gesondertes Abspielgerät. Die Bezahlung erfolgt über das gewohnte Ticketsystem.

ELKE WALTER

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Bad Windsheim