Enkeltrick: Geldübergabe mitten in Bad Windsheim

11.3.2021, 11:25 Uhr
Der Enkeltrick hat weiterhin Hochkonjunktur. Im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim haben Betrüger am Dienstag zwei Opfer gefunden.

Der Enkeltrick hat weiterhin Hochkonjunktur. Im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim haben Betrüger am Dienstag zwei Opfer gefunden. © Sabine van Erp/Pixabay

Die Telefone der Einsatzzentrale hätten ab Dienstagmorgen nicht mehr still gestanden, beschreibt die Polizei Mittelfranken in einer Pressemitteilung die Geschehnisse. Reihenweise teilten meist ältere Bürger mit, sie seien von einem Callcenter angerufen und um Geld gebeten worden.

Die Mehrzahl der Leute sei nicht auf die Betrugsversuche hereingefallen, betont die Polizei. Mit den Worten "bei mir ist nichts zu holen" soll eine Seniorin aus dem Landkreis Fürth die Betrüger abgewimmelt haben, heißt es in der Pressemitteilung. Doch in zwei Fällen ist es am Dienstag zu Geldübergaben gekommen.

In Bad Windsheim ließ sich eine Seniorin von einer Frau überreden, ihr Geld auszuhändigen. Diese habe sich als ihre Enkelin ausgegeben und erklärt, sie habe einen Verkehrsunfall verursacht. Dabei habe sie einen "teuren Mercedes" angefahren. Ein Schaden von angeblich 25.000 Euro, den sie umgehend begleichen müsse, um nicht ihren Führerschein zu verlieren.

Aus Mitleid, so schreibt die Polizei, habe sich die Geschädigte bereit erklärt, einen fünfstelligen Geldbetrag zur Verfügung zu stellen. Die angebliche Enkelin sicherte zu, dass das Geld umgehend auf das Konto der Großmutter zurücküberwiesen werde. Ehe es zur Geldübergabe kam, hatte die Betrogene sogar einen Anruf einer anderen Frau erhalten, die sich als Bankangestellte ausgab. Sie habe bestätigt, dass das Geld bereits aufs Konto überwiesen worden sei.

Gegen 13.30 Uhr ist es dann zur Geldübergabe in der Berliner Straße gekommen. Eine Frau habe das Geld entgegengenommen, sagte die Seniorin bei der Polizei aus. Die Betrügerin soll 30 bis 35 Jahre alt und etwa 1,65 Meter groß sein. Sie sei schlank gewesen und trug einen weißen Mund-Nasen-Schutz.

Der zweite Fall trug sich in Baudenbach zu. Die Masche war hier identisch. Ein Mann hat sich hier überreden lassen und übergab gegen 18 Uhr einer Frau einen Geldbetrag. Laut Beschreibungen des Geschädigten war die Betrügerin 25 bis 30 Jahre alt und etwa 1,60 Meter groß, sie trug eine graue Mütze und eine weiße FFP2-Maske.

Die Polizei bittet in beiden Fällen um Hinweise von möglichen Zeugen. Dabei sind neben Beobachtungen zu der Frau, welche das Geld von den Opfern entgegengenommen hat, auch Hinweise zu einem möglichen Täterfahrzeug interessant. Wer hat möglicherweise ein Auto in Tatortnähe gesehen, das unter Umständen durch ein auswärtiges Kennzeichen aufgefallen ist?

Wer Hinweise geben kann, soll sich beim Kriminaldauerdienst Mittelfranken unter der Telefonnummer 0911/2112-3333 melden. Zu der Betrugsmasche, die von der Polizei "Schockanruf" genannt wird, hat das Polizeipräsidium Mittelfranken einen Videoclip erstellt, in dem erklärt wird, wie die Täter vorgehen. https://fb.watch/1ZK4FzXuf7