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Dienstag, 16.07.2019

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Entspannt und ohne Motorenlärm

Immer mehr Autobesitzer steigen auf E-Fahrzeuge um, die meisten davon haben Hybrid-Technologie. - 02.07.2019 18:48 Uhr

Peter Promper freut sich über sein neues E-Auto. In der Garage kann es geladen werden. © Foto: Claudia Lehner


Peter und Anke Promper schwärmen vom super Fahrgefühl ihres Elektro- Autos. Ganz ruhig, ohne Motorenlärm, einfach „entspannt“, findet Peter Promper. Beschleunigen würde der Wagen aber auch gut. Im Oktober 2018 hatten er und seine Frau Anke sich das E-Auto angeschafft. Sie liegen damit im Trend. Die Zahl der E-Autos nimmt zu. Dabei dominieren deutlich die Hybrid-Fahrzeuge, die mit Strom und Diesel oder Benzin betrieben werden können. 2014 waren es 103, nun sind es bereits 470. Bei reinen E-Autos ist in fünf Jahren die Zahl von 35 auf 224 angewachsen. Von den E-Autos sind 37 in Neustadt, 27 in Bad Windsheim, sieben in Ipsheim, vier in Burgbernheim und zwei in Obernzenn zugelassen. E-und Hybrid-Autos zusammen kommen auf 694 Fahrzeuge von insgesamt 66807 im Kreis zugelassenen Autos. Etwa jedes 100. Auto fährt also mit Strom.

Auch die Anzahl der Stromtankstellen im Kreis ist gestiegen. Im Dezember 2015 ist, laut der Solid GmbH, die für den Ladeverbund Plus den Ausbau betreut, die erste E-Ladesäule in Ipsheim in Betrieb gegangen. Im Jahr darauf folgten neun weitere Säulen, 2017 kamen drei dazu und 2018 weitere sieben. Zu den vier heuer bereits in Betrieb genommenen Ladestationen werden sich noch einige dazugesellen. Allein in Bad Windsheim sollen noch drei installiert werden: am Bahnhof, in der Spitalgasse und am Schulzentrum. Bis Ende 2020 will der Ladeverbund Plus im Landkreis die Zahl der Säulen auf 50 erhöht haben, wie Markus Rützel erklärt, Geschäftsführer der Solid GmbH. Laut Stadtwerkeleiter Thomas Hartlehnert ist die Nutzung der Ladesäulen in der Kurstadt noch verhalten, nehme aber zu. Das bestätigt ähnlich Rützel für den Kreis. Man sei „zufrieden“. Als von kommunalen Unternehmen gegründeter Ladeverbund sehe man sich in der politischen Pflicht, auf dem Land eine flächendeckende Infrastruktur aufzubauen, auch wenn damit noch kein Geld verdient werde.

In der Regel laden die Prompers ihr Auto mit einer Wallbox in der Garage, da reiche eine Nacht, wenn die Batterie komplett leer ist, erklärt Peter Promper. Bisher hatten er und seine Frau keine großen Probleme damit, Ladesäulen zu finden. Ärgerlich sei nur, wenn diese von anderen Nicht-E-Auto-Besitzern zugeparkt würden. Wenn sie längere Strecken fahren, schauen sie sich vorher an, wo man einen Kaffee trinken und währenddessen laden kann. Einmal seien sie auf der Autobahn etwas nervös geworden, seien lieber runtergefahren zur nächsten Lademöglichkeit. Noch haben sie nicht ganz das Zutrauen, mit dem E-Auto in den Urlaub zu fahren. Da wird wohl innerfamiliär mit einem Verbrenner getauscht. Laut Frank Gurrath vom gleichnamigen Autohaus in Bad Windheim gehe der Ausbau der Stationen rasant voran, gerade entlang von Autobahnen.

Das Bezahlen sei ganz einfach, erklärt Anke Promper, beispielsweise mit einem Chip, den man an die Ladesäule hält. Das funktioniere auch bei fremden Anbietern, doch sei es günstiger, wo man registriert ist. Das bestätigt Konstantin Scholz von der Firma Solid für den Ladeverbund Plus. Einheitlich ist noch nicht alles. Das gilt auch für die Registrierung der Säulen. Es gibt verschiedene Karten und Apps. Viel ist noch im Werden. Anke Promper findet gut, was sie in Baden-Württemberg gesehen hat: Viele Schnellladesäulen vor einem Discounter, sodass man während des Einkaufs laden kann. Das würde ihr auch hier gefallen. 

CLAUDIA LEHNER

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