Montag, 18.11.2019

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Erweiterungsbau des Bezirksrathauses eingeweiht

In Ansbach wurde 21 Millionen für 196 Arbeitsplätze investiert - 31.10.2019 21:02 Uhr

Bei der Schlüsselübergabe (von links): Projektleiterin Charlotte Niedermeyer, Gesamtpersonalratsvorsitzende Irmgard Graf, Architekt Andreas Schulte, Christa Naaß, Stellvertreterin des Bezirkstagspräsidenten, Bezirkstagspräsident Armin Kroder, die Direktorin der Bezirksverwaltung, Manuela Eppe-Sturm, sowie Stefan Korinski, Leiter des Liegenschaftsreferats. © Bezirk Mittelfranken


Der Neubau ist auf 196 Arbeitsplätze ausgelegt und ist im Grunde schon jetzt wieder zu klein, bekommt der Bezirk doch infolge gesetzlicher Änderungen immer neue Aufgaben wie zuletzt aus der Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes für Menschen mit Behinderung – Stichwort Grundsicherung – übertragen, was zu wachsendem Personalbedarf in der Sozialverwaltung führt. Deshalb wurde bereits in die Planung des Erweiterungsbaues optional ein zweiter Bauabschnitt für weitere 87 Arbeitsplätze aufgenommen.

War die Bezirksverwaltung früher auf fünf Standorte in zum Teil angemieteten Gebäuden im Stadtgebiet von Ansbach verteilt, so änderte sich dies im Jahr 2001 mit dem Bezug des neuen Rathauses an der Danziger Straße mit seinen rund 240 Arbeitsplätzen. Wegen der Zuordnung neuer Hilfearten wie der ambulanten Eingliederungshilfe wuchs aber bereits 2008 der Personalstand in der Sozialverwaltung beträchtlich und es wurden Räume für rund 150 Arbeitsplätze in ein Mietobjekt in der Rettistraße ausgelagert.

Der Bezirk stand damals also vor der Frage: Weiterhin anmieten oder wieder bauen? Eine Prüfung zur Reduzierung der laufenden Verwaltungskosten ergab: Die Erweiterung des Rathauses sei langfristig wirtschaftlicher als die Anmietung von Räumen. So beschloss der Bezirkstag 2014 den Anbau, die Idee zweier Bauabschnitte in Modulbauweise für insgesamt 283 Arbeitsplätze wurde geboren.

Der neue Empfangsbereich an der Nahtstelle von Bestands- und Erweiterungsbau des Bezirksrathauses in Ansbach. © Günter Blank


Das Münchner Büro Henning Larsen Architects entwickelte eine harmonische Fortsetzung der bestehenden Struktur aus drei gefächerten, vierstöckigen Baukörpern, welche in " Nutzungseinheiten" von je 400 Quadratmeter Fläche unterteilt sind. Alle Fassaden verfügen über Sonnenschutz. Die Fenster sind zur Witterungsseite in dunkelgrauem Aluminium, im Innern in den Büros in Eichenholz ausgeführt, ebenso die Türen. Die Farbwahl in den Büros ist schlicht gehalten. Decken und die meisten Wandflächen sind weiß, die Böden mit dunklem Teppichboden ausgelegt. Beheizt wird der Bau über die Nahwärmeleitung des Bestandsgebäudes von der Heizzentrale des Bezirksklinikums.

Der Neubau wurde an der Stirnseite eines bestehenden Bauteils angesetzt. An der Nahtstelle zwischen Neu- und Altbau liegt nun der neue Haupteingang mit dem Empfang. Von hier aus können alle Funktionsräume barrierefrei erreicht werden. An den Empfangsbereich schließen Konferenzräume, Kurzberaterbüros und EDV-Schulungsräume an.

Die Arbeitsplätze in den Nutzungseinheiten sind zum großen Teil offen, einige in Einzelbüros angelegt. Die offenen Zonen hätten zunächst "keine Begeisterungsstürme" ausgelöst, sagte Gesamtpersonalratsvorsitzende Irmgard Graf bei der Einweihungsfeier. Inzwischen hätten sich die Wogen aber wieder geglättet, und Bezirkstagspräsident Armin Kroder dankte allen am Bau Beteiligten. Dr. Christian Schoen dankte in Vertretung von Ansbachs Oberbürgermeisterin Dr. Carda Seidel dem Bezirk für das "bedeutsame Bauwerk, das unsere Stadt bereichert".

Das die Baumaßnahme am Ende teuerer wurde, als geplant lag an "ungünstige Ausschreibungsergebnisse", wie es offiziell heißt, bei den Außenanlagen und beim Straßenbau, aber auch bei der Entsorgung von Aushubmaterial.

Obwohl die Baumaßnahme vollendet ist, wird laut Bezirks-Pressesprecher Wolf Dieter Enser wohl eine "dreistellige Zahl" an Mitarbeitern weiterhin in der Rettistraße arbeiten. Auch die anderen müssen sich mit dem Umzug noch gedulden. Zunächst nämlich sind die Beschäftigten aus dem Rathaus in den Erweiterungsbau umgezogen, da der Altbau eine "Ertüchtigung" in Form von Schönheitsreparaturen erfährt, wie Enser es formuliert. Erst danach setzen sich die Umzugskaravanen wieder in Bewegung.

Günter Blank

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